• Potsdam HEUTE, Mittwoch, 1. Juli 2020: Vier Hochhäuser am Stern-Center, Hoffnung für Karstadt und Potsdams Außenposten in den Alpen

Potsdam HEUTE, Mittwoch, 1. Juli 2020 : Vier Hochhäuser am Stern-Center, Hoffnung für Karstadt und Potsdams Außenposten in den Alpen

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PNN-Newsletter - heute von Peer Straube.
PNN-Newsletter - heute von Peer Straube.Foto: Andreas Klaer

Guten Morgen,

den ich heute mit einer Entschuldigung beginne. Natürlich muss es Pfund Sterling heißen, nicht Stirling. Als ich Ihnen gestern anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Einführung der D-Mark in der DDR von meinem Abiturausflug nach London zu jener Zeit berichtete, hatte ich doch glatt die Vokale verwechselt. Sah auch irgendwie komisch aus. Asche auf mein Haupt, soll nicht wieder vorkommen. Zum Glück haben wir viele aufmerksame Newsletter-Leser. Einige waren so freundlich, Ihre E-Mails zu meinem Lapsus mit einigen wissenswerten Fakten anzureichern. Dass Stirling ein geschichtsträchtiger Ort in Schottland ist beispielsweise. In der Tat hat William Wallace bei der nach jenem Ort benannten Stadt 1297 die Engländer besiegt. Hätte ich doch nur vorher nochmal "Braveheart" geguckt! Oder der Stirling-Motor, eine vor mehr als 200 Jahren von Robert Stirling entwickelte Wärmekraftmaschine, übrigens ebenfalls ein Schotte. Man lernt ja immer gern dazu. Also, Entschuldigung angenommen? Prima, dann geht's jetzt weiter mit dem Wichtigsten zum Tage. 

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Worüber spricht Potsdam heute?

Potsdams neue Skyline 
Potsdam ist berühmt für seine moderne Architektur, seine Wolkenkratzer, seine...nein, war nur Spaß. Wofür Potsdam architektonisch bekannt ist und gerühmt wird, wissen Sie selbst am besten, ich spare mir jetzt die Aufzählung. Allerdings wird sich auf dem Hochhaussektor demnächst tüchtig etwas tun. Sie erinnern sich bestimmt noch an den Paukenschlag im vergangenen Jahr, als der Projektentwickler ECE ankündigte, neben dem Stern-Center zwei neue Wohnhochhäuser zu bauen. Denn ursprünglich wollte ECE die Brachflächen ja nutzen, um Potsdams größten Einkaufstempel um weitere Shopping-Angebote zu erweitern. Aber wie das Leben so spielt: Die Konkurrenz durch den Online-Handel war zu groß, hinzu kam die verlockende Aussicht auf üppige Mieteinnahmen angesichts des knappen Potsdamer Wohnungsmarkts. Und so verwundert es auch nicht, dass statt zwei nun plötzlich vier neue Hochhäuser gebaut werden sollen - jedes 60 Meter hoch, 650 neue Wohnungen insgesamt. Am Dienstag hat die Stadt das Ergebnis eines Gestaltungswettbewerbs für das neue Viertel vorgestellt. Marco Zschieck hat hier die Einzelheiten für Sie zusammengefasst.

Das Projekt "Wohnen am Stern" in Potsdam nimmt Gestalt an - hier eine Visualisierung der möglichen Bebauung.
Das Projekt "Wohnen am Stern" in Potsdam nimmt Gestalt an - hier eine Visualisierung der möglichen Bebauung.Visualierung: Baumschlager Eberle

Was muss ich für heute wissen?

Das Corona-Update
An der Corona-Front gibt es aktuell glücklicherweise kaum Bewegung. In Potsdam hat es im Vergleich zum Vortag eine weitere Neuinfektion gegeben. Damit ist die Gesamtzahl der Covid-19-Fälle auf 648 gestiegen. 509 Patienten gelten als genesen. Am Dienstag meldete das Gesundheitsamt 21 Potsdamer, die noch in Quarantäne sind.

Brandenburgweit gab es überhaupt keine Veränderung:  Es wurden Zahlen abgezogen (Märkisch-Oderland - 3) und addiert (Barnim, Potsdam und Teltow-Fläming jeweils 1). Am Ende war es ein Nullsummenspiel: Unverändert liegt die Zahl der Infektionen seit dem Beginn der Pandemie bei 3451. Als genesen gelten 3160 Patienten. Auch die Zahl der Infizierten in Potsdam-Mittelmark ist mit 571 gleich geblieben. 


Über die aktuellen Entwicklungen in der Coronakrise in Potsdam und Brandenburg informieren wir Sie in unserem Newsblog.

Hoffnung für Karstadt
Seit Tagen bangt Potsdam um sein einziges Innenstadt-Kaufhaus, die von Schließung bedrohte Karstadt-Filiale in der Brandenburger Straße. Nun erhielt die vorsichtig keimende Hoffnung, es möge nicht dazu kommen, weitere Nahrung. Karstadt-Filialleiter Michael Noss zeigte sich am Dienstagabend im Bauausschuss optimistisch, dass die Filiale womöglich doch erhalten bleiben kann. Der Vermieter habe Verständnis gezeigt, sagte er. Parallel führt Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) Gespräche mit der Eigentümergesellschaft der Immobilie. Hier geht's zu den Einzelheiten.

"Giga Berlin is gonna rock"
Es ist in jeder Hinsicht ein gewaltiges Unternehmen, Elon Musks in Grünheide geplante Tesla-Fabrik: Vier Milliarden Euro teuer, 12.000 neue Jobs, 500.000 Autos jährlich. Da kommt es dem aus Südafrika stammenden, kanadisch-US-amerikanischen Milliardär auf ein paar überschaubare finanzielle Unwägbarkeiten wohl nicht an. Er drückt jedenfalls ordentlich aufs Tempo: Der Rohbau soll stehen, noch bevor die Baugenehmigung erteilt ist - mit dem Risiko, dass alles wieder abgerissen und aufgeforstet werden muss, falls etwas schief geht. Musk ist sich jedenfalls sicher, dass es nicht soweit kommt. "Giga Berlin is gonna rock!", twitterte er kürzlich stolz. Seien wir nachsichtig mit ihm, was die Verortung betrifft. Wer in den USA kennt schon Grünheide? Alles Wichtige zum Stand der Dinge lesen Sie hier und hier können Sie gucken, wie die Arbeiten vorangehen.

Stadt kauft Kleingartenflächen
Es dürfte ein Dorn im Fleische des Immobilienentwicklers Tamax sein. Im jahrelangen, inzwischen mit allen juristischen Mitteln ausgetragenen Streit um die Kleingartensparte Angergrund am Horstweg hat die Stadt einen kleinen Erfolg verbucht - und sich eine Teilfläche sichern können. Bekanntlich liegt die Tamax mit der Stadt deswegen über Kreuz, weil sie Wohnungen bauen, das Rathaus die Flächen aber als Kleingartenanlage erhalten will. Was der Flächenankauf der Stadt für diesen Streit bedeutet, lesen Sie hier

Aus für die Wassersportler?
Der Fahrländer See ist auf der visuellen Landkarte des Innenstadt-Potsdamers allgemein recht wenig präsent. Dabei sticht er aufgrund seiner fast viereckigen Form schon rein optisch aus der hiesigen Seenlandschaft heraus. 

Wassersportler auf dem Fahrländer See.
Wassersportler auf dem Fahrländer See.Foto: Ottmar Winter

Neben einer buchstäblich naheliegenden Nutzung zur Freizeitgestaltung für die Anwohner ist der See zudem ein wichtiger Brut- und Rastplatz für Wasservögel. Weil beides sich nicht immer so richtig verträgt, will die Stadt den See nun besser schützen. Anrainer befürchten deswegen, dass sie ihre Boote dort bald nicht mehr zu Wasser lassen dürfen. Hier können Sie lesen, ob diese Sorge berechtigt ist und was die Stadt zum Schutz des Gewässers konkret unternehmen will. Übrigens, falls Sie sich über meine Schreibweise des Sees wundern: Im Internet findet man sowohl den Fahrländer als auch den Fahrlander See. Die Stadtverwaltung hat sich für erstere Schreibweise entschieden. Wenn Sie, liebe alteingesessene Fahrländer, es besser wissen und es mir erklären können, schreiben Sie mir bitte hier eine E-Mail

Potsdam in den Alpen 
Kennen Sie Potsdams höchsten Außenposten? Bergfreunde, Wanderer und Kletterer wissen sicher genau, wovon ich spreche: die Potsdamer Hütte. Seit 1932 steht sie im Fotschertal in den österreichischen Alpen, in exakt 2020 Metern Höhe, gebaut von Alpinisten der Potsdamer Sektion des Deutschen Alpenvereins. Das steinerne Refugium für Wandersleute hat die Wirren des Zweiten Weltkriegs ebenso überstanden wie die deutsche Teilung, wenn auch die Potsdamer Sektion in dieser Zeit nach Bayern verlegt werden musste. Das malerisch gelegene Gebäude steht bis heute in enger Beziehung zu Brandenburgs Landeshauptstadt. Als es vor drei Jahren dort brannte, schickte der damalige Beigeordnete und heutige Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) sogar Feuerwehrleute zu Hilfe

Die Potsdamer Hütte.
Die Potsdamer Hütte.Foto: Deutscher Alpenverein

Seit Kurzem hat die Potsdamer Hütte neue Wirte, zwei Geschwister aus Duisburg. Sie bieten den Bergwanderern deftiges Essen in uriger Atmosphäre, selbstverständlich kann man dort auch übernachten. Sollten Sie noch keine Urlaubsidee haben: Hier geht's zur Online-Reservierung. Denn Bergsteigen boomt, auch in Potsdam, wie der rasante Zuwachs an DAV-Mitgliedern belegt. Carsten Holm hat die überaus spannende Geschichte der Potsdamer Hütte hier für Sie aufgeschrieben.

Welche Termine sind heute wichtig?

  • Corona-Nachwehen: Die durch das Virus hervorgerufene Krise hat auch Brandenburgs Wirtschaft hart getroffen - trotz einer guten halben Milliarde Euro, die das Land als Soforthilfe an betroffene Unternehmen gezahlt hat. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) gibt heute um 10 Uhr in einer Pressekonferenz in Potsdam eine Einschätzung der Lage und einen Ausblick in die Zukunft. Ebenfalls mit dabei sind Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD), der Chef der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Agentur für Arbeit, Bernd Becking, der Präsident der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg, Frank Büchner sowie Berlin-Brandenburgs DBG-Chef Christian Hoßbach. 
  • Richtfest für den Landesbetrieb: Dass der Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB) Mieter im Brunnen-Viertel in der Waldstadt wird, ist seit Langem bekannt. Heute um 10 Uhr wird für den aus drei Gebäuden bestehenden neuen Verwaltungssitz des BLB Richtfest gefeiert.
  • Tarifverhandlungen: Bei Brandenburgs Nahverkehrsunternehmen stehen Tarifverhandlungen an, auch beim Potsdamer Verkehrsbetrieb ViP. Dort hatte man sich bereits ja bereits im letzten Jahr um Zuschläge für die Fahrer juristisch gestritten. Im Rahmen einer "corona-gerechten" Demonstration um 10 Uhr vor dem Dienstgebäude des Kommunalen Arbeitgeberverbandes in der Stephensonstraße 4a wollen Vertreter der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ihre Lohnforderungen übergeben. Verdi erwartet nach eigenen Angaben "harte Verhandlungen, bei der auch Warnstreiks oder Streiks natürlich nicht ausgeschlossen werden können". 
  • Lebende Rasenmäher: Die Schlösserstiftung hat es in ihren Potsdamer und Berliner Welterbeparks vorgemacht, jetzt zieht auch der Volkspark nach - ab heute grasen zwei Shetlandschafe die Wiesen im Remisenpark ab, als "kostenlose Rasenmäher", wie die Parkbetreiberin Pro Potsdam erklärt. Um 11 Uhr werden die "neuen kuscheligen Bewohner des Volksparks" offiziell bei einem Fototermin vorgestellt. 
  • Rundgang durch Drewitz: Der Umbau des Plattenbauviertels Drewitz zur Gartenstadt gilt als städtisches Musterprojekt für einen klimaneutralen Stadtteil. Heute um 14 Uhr informiert sich die Grünen-Landtagsabgeordnete und Bauexpertin Ricarda Budke bei einem Rundgang über den Stand der Dinge, über die Sanierungsmaßnahmen und die Beteiligung der Anwohner. 

Was könnte ich heute unternehmen?

Empfehlungen heute von Steffi Pyanoe.

Barocke Stunde
Von der Orgel und ihren Pfeifen sind keine gefährlichen Aerosole zu erwarten. Nur schönste Musik – beim ersten Orgelkonzert mit Nikolaikantor Björn O. Wiede nach der Corona-Zwangspause. 

Björn O. Wiede.
Björn O. Wiede.Foto: Ronny Budweth

Vor drei Jahren war die Empore der Nikolaikirche noch eine große Baustelle, damals wurde die Orgel gerade eingebaut und am 23. September 2017 geweiht. Heute Abend werden Werke des französischen Barockkomponisten Gaspard Corrette gespielt, von Felix Mendelssohn-Bartholdy, Johann Sebastian Bach und dessen Sohn Carl Philipp Emanuel Bach. Letzterer war in ganz Europa als hervorragender „Clavierist“ bekannt und arbeitete ab 1741 auch am Potsdamer Hof. Auf Adolf Menzels berühmtem Gemälde "Flötenkonzert Friedrichs des Großen in Sanssouci" sitzt Carl Philipp Emanuel Bach am Cembalo und begleitet den Flöte spielenden König.
Um 19.30 Uhr in der Nikolaikirche am Alten Markt, Tickets ab 10 Euro an allen Vorverkaufsstellen sowie online hier und telefonisch hier. Schüler, Studenten und Arbeitslose haben freien Eintritt.

Lustige Stunde
"Lachyoga für jedermann" heißt ein Kurs vom Bildungsforum. Wegen Corona wird sich allerdings Open Air auf der Wiese gegenüber dem Bildungsforum locker gelacht. "Wir werden eine Lachrakete nach der anderen starten und am Ende fröhlich und entspannt nach Hause gehen können", heißt es in der Einladung von Gute-Laune-Trainerin Anne Ludwig, die zertifizierte Lachyoga-Trainerin ist. Bitte bequeme Kleidung tragen, etwas zu trinken und ein Sitzkissen oder eine Matte mitbringen – alles andere läuft dann von alleine.
Von 15 bis 16 Uhr am Bildungsforum, Am Kanal 47, die Teilnahme ist kostenlos.

Grübelei mit Hasenscheisse
So richtig überzeugt von der Digitalisierung in Kunst und Kultur ist Christian Näthe zwar nicht. Der Schauspieler und Musiker der Potsdamer Band Hasenscheisse hat sich trotzdem auf das Videoformat eingelassen und mit Moderatorin Kristina Tschesch im Rechenzentrumkosmos über den Wandel der Stadt, den auch Näthe schon besang, über Schauspiel und Musik in Corona-Zeiten gesprochen. Die Aufzeichnung dieser letzten Folge des Talkformates E-V-A, wie "Eingabe – Verarbeitung – Ausgabe" , aber auch "extra vehicular activity", wird heute Abend zur old-school-besten Sendezeit um 20.15 Uhr ins Netz gestellt. Hier kann man zugucken.


 

Was kann ich heute Gutes tun?

Kevin Kuske.
Kevin Kuske.Foto: Sebastian Gabsch

Endspurt für den SC Potsdam
Meine Güte, das kann man wirklich einen Erfolg nennen: Satte 12.634 Euro an Spenden hat der SC Potsdam über seine Crowdfunding-Kampagne bereits eingenommen. Dabei läuft die gemeinsam mit den Stadtwerken Potsdam initiierte Aktion erst seit drei Wochen. Gestartet wurde sie, um die finanziellen Folgen der Coronakrise bei Potsdams größtem Sportverein abzumildern. Die Zielsumme von 14.999 Euro ist nun fast erreicht. Aber eben nur fast. Neun Tage haben Sie hier noch die Möglichkeit, dem Verein zu helfen, die restlichen 2365 Euro zusammenzubekommen. Und die gute Tat lohnt sich auch für die Spender persönlich. Der SC Potsdam hat nämlich Prämien ausgelobt. Zu gewinnen gibt es zum Beispiel ein einstündiges Wurftraining mit dem Diskus-Star Kristin Pudenz, einen Grillabend mit Bob-Legende Kevin Kuske, Eintrittskarten sowie diverse Rabatte auf Gutscheine für Potsdamer Einrichtungen. 

Wetter & Verkehr

Wetter
Heute bedecken schon frühzeitig Wolken den Himmel. Zeitweise kann es stark regnen, örtlich sind auch Gewitter möglich. Dennoch bleibt es mit maximal 25 Grad warm. 

Verkehr
Sie werden es mir vielleicht nicht glauben, aber etwas wirklich Neues kann ich Ihnen hier nicht vermelden. Weder wird eine neue Baustelle im Stadtgebiet eröffnet (doch, solche Tage gibt es), noch sind ab heute geltende Einschränkungen im Nahverkehr angekündigt. 

Das heißt natürlich nicht, dass alles reibungslos rollt. Die Großbaustellen am Leipziger Dreieck und auf der Nuthestraße kennen Sie ja, und auf den derzeit täglich ab 21 Uhr geltenden Ersatzverkehr zwischen Platz der Einheit und Waldstraße wegen Tiefbauarbeiten am Hauptbahnhof hatten wir Sie auch schon hingewiesen. 

Person des Tages

Walter Homolka
Walter HomolkaFoto:Ottmar Winter

Walter Homolka
Er hat so viele Auszeichnungen und Ehrentitel, dass man sie kaum zählen kann, darunter das Bundesverdienstkreuz, den Titel Ritter der französischen Ehrenlegion und, für seine Verdienste um die Rabbinerausbildung in Deutschland nach der Shoah, die Ehrendoktorwürde des Hebrew Union College - Jewish Institute of Religion. 

Wenn der Potsdamer Rabbiner Walter Homolka den Mund aufmacht, dann hat das Gewicht. Am Dienstag forderte der Gründer und Rektor des Potsdamer Abraham Geiger Kollegs das Land Brandenburg auf, den Kampf gegen Antisemitismus zum offiziellen Staatsziel zu erklären - und Artikel 7a der Landesverfassung entsprechend zu ergänzen. Bislang heißt es dort nur: "Das Land schützt das friedliche Zusammenleben der Menschen und tritt der Verbreitung rassistischen und fremdenfeindlichen Gedankenguts entgegen." Brandenburg trage hinsichtlich der hier besonders starken, rechtspopulistischen AfD eine "große Last". Die Verankerung der Antisemitismusbekämpfung in der Verfassung wäre "ein deutliches Zeichen für das jüdische Leben in diesem Land", sagte Homolka auf dem Symposium "Mit der Verfassung gegen Antisemitismus", das das Geiger Kolleg gemeinsam mit der F.C. Flick Stiftung und dem Moses Mendelssohn Zentrum veranstaltete. 

Homolkas Worte fielen bereits auf fruchtbaren Boden: Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle (SPD) kündigte auf dem Symposium an, sich dafür einzusetzen, dass die Debatte über eine Antisemitismusklausel in der Landesverfassung gesellschaftlich möglichst breit geführt wird. 


So, ich hoffe, ich habe Sie nicht gelangweilt, und es hat sich nicht wieder ein misslicher Schreibfehler eingeschlichen. Wenn Sie einen entdecken, nur zu: Schreiben Sie uns! Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Tag!

Ihr Peer Straube
PNN-Redakteur

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