• Potsdam HEUTE, Freitag, 6. Mai 2022: Die Zeit der offenen Briefe

Potsdam HEUTE, Freitag, 6. Mai 2022 : Die Zeit der offenen Briefe

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Der PNN-Newsletter - heute von Marion Kaufmann.
Der PNN-Newsletter - heute von Marion Kaufmann.Grafik: TSP

Guten Morgen,


"ich hatte als Kind diesen immer wiederkehrenden Alptraum: Eine Atombombe fällt hinter unserem Bungalow direkt ins Erdbeerbeet. Die Angst war zu Ostzeiten sehr real. Die habe ich auch jetzt noch", sagt die Potsdamer Schriftstellerin Antje Rávik Strubel. 
Die Angst vor einem Atomschlag kennt vermutlich jeder, der in Zeiten des Kalten Krieges aufgewachsen ist, in Ost wie West. Im Westen haben uns die Jugendbücher von Gudrun Pausewang geprägt. "Die Wolke", ein Buch über einen Reaktorunfall, erschienen ein Jahr nach der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl, war Schullektüre. Von meinem Kinderzimmerfenster aus konnte ich selbst die Meiler des Kernkraftwerks im Nachbarort sehen. Noch bedrückender: "Die letzten Kinder von Schewenborn". Pausewang schildert darin das Szenario eines Atomkriegs in Deutschland, im Zentrum der Geschichte der zwölfjährige Roland und seine Schwestern. 


Die Angst vor einem Dritten Weltkrieg mit Atomwaffen, sie eint uns angesichts des Angriffskriegs Putins in der Ukraine alle. Kann man daraus ableiten, keine Waffen an die Ukraine liefern zu dürfen, um den Krieg nicht zu uns zu holen? Antje Rávik Strubel denkt das nicht. "Das Problem ist, dass jemand, der pausenlos lügt, komplett unvorhersehbar handelt und sich an keine Regeln hält, auch in allem und jedem einen Anlass findet, um den Krieg eskalieren zu lassen. Letztendlich, so scheint es, ist Putin der Anlass egal. Wenn unsere Angst uns davon abhält, ihm zu sagen, jetzt reicht’s, so nicht – dann spielen wir sein Spiel weiterhin mit", sagt sie im Interview mit meiner Kollegin Lena Schneider, das Sie unbedingt lesen sollten.


Die Buchpreisträgerin Rávik Strubel ("Blaue Frau"), die sich heute ins Goldene Buch der Stadt Potsdam einträgt, gehört zu den Unterzeichner:innen eines neuen, bei "Zeit online" veröffentlichten offenen Briefes an Olaf Scholz (SPD): Eine Reaktion auf das in der „Emma“ publizierte Schreiben, das den Kanzler auffordert, keine schweren Waffen an die Ukraine zu schicken - und das von den beiden Brandenburger Verfassungsrichtern, dem Potsdamer Regisseur Andreas Dresen und der Schriftstellerin Juli Zeh, unterzeichnet wurde. Deren Position sei durchaus legitim, sagt Rávik Strubel im PNN-Interview. Sie sei auch sehr dafür, schnellstmöglich zu einer Situation zu finden, in der über Frieden verhandelt werden könne. "Ich denke nur, dass eine militärische Unterstützung, die die Ukraine vor der Auslöschung retten könnte, dem nicht entgegensteht." 
 

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