• Potsdam HEUTE, Dienstag, 16. März 2021: Groteske Corona-Politik und eine brutale Wahrheit

Potsdam HEUTE, Dienstag, 16. März 2021 : Groteske Corona-Politik und eine brutale Wahrheit

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Der PNN-Newsletter - heute von Marion Kaufmann.
Der PNN-Newsletter - heute von Marion Kaufmann.Grafik: TSP

Guten Morgen,

ich halte es heute mit der früheren Brandenburger Sozialministerin Regine Hildebrandt (SPD): "Die Wahrheit is' manchmal brutal – soll ick sie deswegen verschweigen?" Also suchen Sie es sich aus, welche Nachricht wollen Sie zuerst: die schlechte, die genauso schlechte oder die auch nicht bessere? Fangen wir mal mit der ersten schlechten an: Brandenburg kann seinen Impf-Turbo nicht wie versprochen anwerfen. Aber - Überraschung - das Land kann diesmal nichts dafür: Brandenburg stoppt vorerst die Corona-Impfungen mit dem Stoff von Astrazeneca und reagiert damit auf eine bundesweite Vorgabe von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). 

Nach einzelnen Thrombose-Fällen, die im Zusammenhang mit der Impfung stehen könnten, soll das Mittel des britisch-schwedischen Pharmakonzerns vor einem weiteren Einsatz erneut geprüft werden. Rund 22.500 gebuchte Impftermine werden nun in dieser Woche allein in Brandenburg gestrichen. Vor allem in den sozialen Netzwerken laufen die Debatten heiß. Die Autorin Guilia Becker ("Das Leben ist eins der Härtesten") schreibt bei Twitter: "Junge wir haben alle eh schon halbe Thrombose vom zuhause sitzen, gib Impfe Jenser." Der Brandenburger CDU-Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke hingegen schreibt, er möchte sich nicht vorstellen, was los wäre, "wenn die Bundesregierung entgegen der fachlichen Einschätzung handeln würde". Auch Dänemark, Norwegen, die Niederlande, Italien und Frankreich haben die Impfungen ausgesetzt

So, nun zu Ihnen, liebe Eltern: Falls Sie sich gefreut haben, weil Sie mit Ihrem Nebenjob als Hauslehrer durch die weiteren Schulöffnungen etwas aussetzen können, habe ich leider eine schlechte Nachricht: Es gibt schon eine neue Aufgabe für Sie. Künftig können Sie sich als Schulkrankenschwester oder -pfleger betätigen. Die sogenannte Teststrategie an Brandenburgs Schulen - wer hätte das gedacht - läuft nicht so gut. Fehlende Vorbereitung, zu wenig Personal und viele offene Fragen gibt es an den Schulen, wie meine Kollegen Henri Kramer und Erik Wenk erfragt haben (hier geht's zum Text).  Nun ist Ihr Einsatz gefragt: Kinder würden jeweils zum Wochenende einen einfacher handhabbaren Test für daheim bekommen, dessen Ergebnis sie zum Präsenzunterricht in der Schule vorlegen, sagte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) der "Märkischen Oderzeitung".

Eine Alternative zum Nasebohren am Küchentisch hätte es durchaus gegeben: Die Schulen erst wieder öffnen, wenn der Gesundheitsschutz verlässlich und fachlich geregelt ist. Denn so, wie sich die Zahlen derzeit entwickeln, - das ist die dritte unerfreuliche Nachricht, die auch nicht wirklich überraschen kann - steuert Brandenburg auf den nächsten harten Lockdown zu. Das Kabinett, das wegen seiner weichen Notbremse in der Kritik steht, wird voraussichtlich schon heute angesichts der Lage im Land (Inzidenz bei knapp 81) über eine Rücknahme der jüngsten Lockerungen beraten. Bliebe nur: nach Malle, zum Ischgl des Südens, zu fliegen, das ist wieder erlaubt. Corona-Politik grotesk - oder wie es Regine Hildebrandt einst in einem anderen Zusammenhang ausdrückte: "Mich packt die blanke Verzweiflung."

Auch im heutigen Newsletter

  • Potsdams Plan für die dritte Welle
  • Wappen für Fahrland gesucht
  • AfD-Landtagsabgeordneter auf der Anklagebank
  • Weitere Potsdamer Museen begrüßen wieder Gäste
  • Tipps für Unternehmungen
  • ...und jede Menge mehr

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