• Potsdam Heute, 21. Mai 2020: Feiertags-Tipps, Ausbruchsanalyse und ein Ferienplan

Potsdam Heute, 21. Mai 2020 : Feiertags-Tipps, Ausbruchsanalyse und ein Ferienplan

Alles, was Sie heute in Potsdam wissen müssen, das Coronavirus-Update und Empfehlungen für schöne Ausflüge in unserem morgendlichen Newsletter. 

Eine Frau liegt am Vatertag auf einer Wiese.
Eine Frau liegt am Vatertag auf einer Wiese.Foto: Paul Zinken/dpa

Guten Morgen,
an diesem Feiertags-Donnerstag, der für die einen Christi Himmelfahrt, für die nächsten Männer- oder Herrentag und für noch andere Vatertag heißt. Aber sei's drum: Entscheidend ist wie immer, was man daraus macht. Ob Kirche oder Kremser - vieles, was an diesem Tag Tradition hat, ist in dieser neuen Welt mit Corona unmöglich, das meiste untersagt. Die schönsten Tipps für alles, was doch geht, hat meine Kollegin Steffi Pyanoe zusammengestellt. Und für alles andere hat Brandenburgs Polizei sich gerüstet. 150 Bereitschaftspolizisten sind im Einsatz. Lesen Sie hier, was in Brandenburg und Berlin heute erlaubt ist.

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Worüber spricht Potsdam heute?

Bergmann-Analyse zum Coronaausbruch 
Das Potsdamer Klinikum "Ernst von Bergmann" will Aufklärungswillen zeigen: Vorfristig stellte das kommunale Krankenhaus seinen vom Gesundheitsamt angeforderten Abschlussbericht zum Coronaausbruch im Bergmann fertig und in zusammengefasster Form auch gleich Pressevertretern vor. Zuvor hatte die Interimsgeschäftsführung die eigene Ausarbeitung bereits der Chefärzteschaft präsentiert. Dem Vernehmen nach - und das ist keine Überraschung - mit nur mäßigem Erfolg. Noch immer gibt es offenbar nicht wenige Führungskräfte im Klinikum, die von Fehlern im eigenen Haus nichts wissen wollen. Da spricht jedoch selbst die von den Chefs beauftragte Analyse eine andere Sprache. Dass das Klinikum den ersten Coronaausbruch, zwei infizierte Patienten auf der Nephrologie (Nierenstation), erst fünf Tage später als gesetzlich vorgegeben meldete, ist nur einer von mehreren Belegen für Versäumnisse. Erstmals gab das Klinikum auch Antwort auf PNN-Fragen vom 14. April zum Ausbruch auf der Geriatrie - und nannte dabei diese Zahlen: Von 70 Patienten auf der Station wurden 64 mit dem Coronavirus infiziert, 24 starben an oder mit einer Covid-19-Erkrankung. Meinen Bericht zur Ausbruchsanalyse des Klinikums lesen Sie hier. Sicher ist: Noch immer sind viele Fragen offen.

Die Interimsgeschäftführer Tim Steckel und Hans-Ulrich Schmidt (v.l.) präsentierten den eigenen Abschlussbericht zum Coronaausbruch im Klinikum.
Die Interimsgeschäftführer Tim Steckel und Hans-Ulrich Schmidt (v.l.) präsentierten den eigenen Abschlussbericht zum...Foto: Andreas Klaer

Was muss ich für heute wissen?

Das Corona-Update
Im Land Brandenburg steigt die Zahl der Genesenen deutlich stärker als die Zahl der Neuinfektionen. Aktuell gelten rund 2870 Menschen als genesen von der Coronavirus-Infektion. Das sind 40 mehr als noch am Dienstag. In den letzten 24 Stunden wurden lediglich drei Neuinfektionen bestätigt (Stand Mittwoch). Damit ist die kumulative Zahl der Infektionen in Brandenburg auf 3211 gestiegen. Derzeit liegt die Zahl der aktiv Erkrankten bei etwa 180. Die Zahl der Todesfälle ist nicht angestiegen. 166 Menschen sind bisher in Brandenburg im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. 
Ein Brennpunkt des verbliebenen Infektionsgeschehens ist Potsdam-Mittelmark, speziell Werder (Havel). Dort sind nun in der Seniorenpflegeeinrichtung „Blütentraum“ fünf Bewohner positiv getestet worden. Das Kriseninterventionsteam des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) hat sich vor Ort ein Bild von der Lage gemacht. Vier weitere Fälle wurden zudem aus Kloster Lehnin gemeldet. Dort waren eine Kitaerzieherin und ihr Grundschulkind positiv getestet worden. Neben der Erzieherin wurden in der Kita nun auch vier Kinder sowie eine weitere erwachsene Person positiv getestet. Den Überblick über die Lage in Potsdam-Mittelmark lesen Sie hier.

Über die aktuellen Entwicklungen in der Coronakrise in Potsdam und Brandenburg informieren wir Sie in unserem Newsblog, und hier haben wir die Zahlen für Sie aufbereitet.

Was Potsdams Stadtverordnete entschieden haben
Coronabonus für Krankenhauspersonal: Nach umfassender Debatte haben die Stadtverordneten beschlossen, dass die Stadt sich bei Land und Bund für Bonuszahlungen für alle Klinikmitarbeiter einsetzen soll. Außerdem soll das Rathaus jetzt, wie von Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) vorgeschlagen, eine Richtlinie für Sachprämien erarbeiten. Die Stadtverordneten hatten in einer früheren Sitzung eine 500-Euro-Prämie für Angestellte im kommunalen Bergmann-Klinikum beschlossen - daran wollte die CDU-Fraktion das neue Bonusprogramm für alle Mitarbeitenden auch privater Krankenhausträger orientieren, wofür es aber keine Mehrheit gab. Zu den Sachprämien sollen Tickets für die kommunalen Bäder und Museen, das Hans Otto Theater und den Nikolaisaal gehören.

Martina Trauth.
Martina Trauth.Foto: Sebastian Gabsch

Martina Trauth bleibt Gleichstellungsbeauftragte: Trotz Kritik im Vorfeld votierte nach PNN-Informationen im nicht-öffentlichen Teil der Stadtverordnetenversammlung eine Mehrheit für die einstige OB-Kandidatin der Potsdamer Linken. Zuletzt hatte es aus der CDU Kritik daran gegeben, dass die Stelle gar nicht erst ausgeschrieben worden war. Die Debatte hinter verschlossenen Türen zog sich am Mittwochabend mehr als eine halbe Stunde hin.

Kitas dürfen selbst entscheiden: Kitaträger in Potsdam müssen ihre Konzepte für die Coronazeit künftig nicht mehr gesondert durch das Gesundheitsamt genehmigen lassen. Das sagte Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD). Grundvoraussetzung sei dabei, dass sich die Träger an den Rahmenhygieneplan des Landes halten. Die Aufnahmekapazität der Kitaträger bestimme sich vor allem durch das zur Verfügung stehende Personal je Einrichtung oder im Trägerverbund, aber auch durch mögliche Regulierungen bei Öffnungszeiten, Betreuungszeiten oder Raumgrößen. „Als Landeshauptstadt werden wir auch weiterhin Kriterien für eine Priorisierung der aufzunehmenden Kinder vorgeben“, so Schubert. Ein zentrales Antragsverfahren sei ab Montag aber nicht mehr geplant.

Was soll ich heute lesen?

Kürzere Ferien wegen Corona?
Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) will, dass Schülerinnen und Schüler in der Mark den Unterrichtsstoff aufholen können, der jetzt wegen der Coronapandemie nicht gelernt werden konnte. Ein mögliches Mittel: Eine Verkürzung der Herbst- und der Osterferien und Schule auch am Samstag.  Dafür wird dieses Jahr kein Brandenburger Schüler sitzenbleiben. Was die Ministerin genau plant, lesen Sie hier ausführlich. Und: Schreiben Sie uns doch, was Sie davon halten.

Welche Termine sind heute wichtig?

  • Andacht unter freiem Himmel: Heute um 10 Uhr beginnt an der Nikolaikirche eine "Andacht am Himmelfahrtstag". Die Teilnehmer sollen sich auf den Stufen der Nikolaikirche mit Pfarrer Matthias Mieke treffen. Die Kirchengemeinde bittet, aufeinander acht zu geben und sich entsprechend der allgemein gültigen Sicherheitsmaßnahmen zu verhalten.
  • Heilige Messe mit Anmeldung: In die St. Peter und Paul-Kirche auf dem Bassinplatz lädt die dortige katholische Gemeinde um 8, 10, 12 und 18 Uhr zur Heiligen Messe. Wer teilnehmen möchte, muss sich zuvor hier anmelden.
Blicke vom Belvedere auf dem Pfingstberg in der Morgensonne.
Blicke vom Belvedere auf dem Pfingstberg in der Morgensonne.Foto: promo

Was könnte ich heute unternehmen?

Dem Himmel so nah ...
... oder zumindest ein Stück näher ist man auf Potsdams Pfingstberg mit sage und schreibe 76 Meter über Normalnull – da muss man die etwa 30 Meter der Lage der Stadt abziehen. Aber für einen Himmelfahrtsausflug taugt das schon ganz ordentlich. Das Schlösschen mit Aussichtstürmen und seiner bewegten Geschichte hat geöffnet, in den Kolonnaden lässt sich trefflich picknicken. Oder man kehrt anschließend ein in Kades Restaurant am Pfingstberg und ergattert einen Platz auf der Terrasse mit Aussicht. Bis 21 Uhr ist geöffnet, Vorbestellung wird dringend empfohlen. Alternativ sitzt man mindestens ebenso gut im gemütlichen Café in der Russischen Kolonie, geöffnet 10 bis 18 Uhr.
Schloss und Gartenanlage Belvedere, Pfingstberg, Fußweg von Puschkinallee oder Großer Weinmeisterstraße. Schlosseintritt 6 Euro, ermäßigt 4,50 Euro, Kinder ab 6 Jahre 3 Euro.

Biblische Schnitzeljagd 
Die evangelischen Kirchen laden ein zur „Bibelolympiade to go“. Von heute bis Sonntag kann jeder nach eigenem Fahrplan mit Rad oder Öffis zwölf Potsdamer Kirchen besuchen. An diesen olympischen Stationen sind jeweils Aufgaben zu lösen. Schreibmaterial ist mitzubringen. Nach Einsenden der richtigen Lösungen werden den Teilnehmern olympische Urkunden verschickt. Ein schöner Familienausflug, den man ganz individuell gestalten und sich dabei dennoch zu einer großen Gemeinschaft zugehörig fühlen kann.
Mehr Infos und einen Lageplan der teilnehmenden Kirchen finden Sie hier.

Kunst und Rasenmäher
Viel zu entdecken gibt’s in den Häusern der Schlösserstiftung, die nun wieder besichtigt werden können. Dazu zählen die Bildergalerie, die Neuen Kammern, das Chinesische Teehaus und die Historische Mühle im Park Sanssouci. Auf der Wiese hinter Schloss Sanssouci grasen derweil echte Schäfchen, und wer die niedlichen Lämmchen sehen will, bevor sie sich mit lauter königlichem Gras dick und rund gefressen haben, sollte besser nicht zu lange warten.

Der Ausflugsklassiker
Juhu, auch die Braumanufaktur am Forsthaus Templin hat wieder geöffnet. Auf der großen Terrasse gibt’s Selbstgebrautes wie die legendäre Potsdamer Stange oder den ebenso legendären Streuobstwiesenapfelsaft, gegen den Hunger Deftiges aus Pfanne und Ofen und nachmittags Blechkuchen, Eis und Kaffee in allen Varianten. Die Anreise funktioniert prima per Rad, Bus oder Wassertaxi (Fahrplan hier) bis zum Anleger Forsthaus Templin. Schöner geht’s eigentlich nicht.
Geöffnet ist Mittwoch bis Samstag von 11 bis 21 Uhr.


Kuchen und Akkordeon
Essen mit Musik - das ist ja schon fast ein Livekonzert. Gibt's heute von 14 bis 17 Uhr im Galeriecafé Matschke. Es spielt Steffen Werder auf dem Akkordeon Musik zum Lauschen, Lachen und Mitmachen. Mit kochen muss aber keiner, die Küche bietet frischen Kuchen und Speisen vom Grill.
Alleestraße 10. 

Empfehlungen heute von Steffi Pyanoe.

Was kann ich heute Gutes tun?

Auf den Wald achten
Es wird wärmer und damit steigt auch die Waldbrandgefahr im Land. Die extreme Trockenheit des Frühjahrs erweist sich dabei als brandgefährlich, heißt es aus dem Brandenburger Umweltministerium: Von März bis Mitte Mai dieses Jahres habe es bereits mehr als 100 Waldbrände gegeben – 14 Hektar Wald seien dadurch geschädigt worden. Und: In fast 20 Prozent besteht der Tatverdacht der Brandstiftung. Das heißt: Offene Feuer, weggeworfene Zigarettenreste oder Streichhölzer sind beim Waldausflug absolut tabu. 


Wetter
Wolken, aber kein Regen: Am heutigen Feiertag steigen die Temperaturen teilweise auf über 20 Grad - die Sonne wird nach draußen locken. 

Verkehr
Potsdams Busse und Bahnen fahren am heutigen Feiertag nach dem Sonntagsfahrplan. 

Der ADAC Berlin-Brandenburg warnt vor Staugefahr wegen Baustellen auf folgenden Strecken im Land:

A2 – in beiden Richtungen zwischen Buckautal und Lehnin mehrere Baustellen

A10 – östlicher Berliner Ring Richtung Süden zwischen Marzahn und Freienbrink; Sperrung der Anschlussstelle Erkner

A10/A24 – nördlicher Berliner Ring zwischen Kreuz Barnim und Neuruppin; mehrere Bauabschnitte

A10 – westlicher Berliner Ring Richtung Süden zwischen Potsdam-Nord und Leest; nur ein Fahrstreifen frei Richtung Dreieck Werder

A10 – südlicher Berliner Ring Richtung Westen zwischen Niederlehme und Schönefelder Kreuz sowie im weiteren Verlauf zwischen Rangsdorf und Ludwigsfelde-West und weiter zwischen Nuthetal und Dreieck Potsdam; mehrere Baustellen


Person des Tages

Franziska Knuppe

Model Franziska Knuppe.
Model Franziska Knuppe.Foto: Manfred Thomas


Das Potsdamer Top-Model, einst von Modeschöpfer Wolfgang Joop beim Servieren im Café Heider entdeckt, hatte am Donnerstag eine wahrlich schwere Stunde. Als am frühen Morgen feststand, dass Berlins Flughafen Tegel am 15. Juni zunächst befristet schließen soll, postete Knuppe auf Instagram Fotos, die sie auf ihrem "absoluten Lieblingsflughafen" zeigen. Sie glaubt nicht, dass der Flughafen Tegel noch einmal aufmacht: "Das bricht mir das Herz. Er ist wie ein Wohnzimmer für mich geworden. Von hier aus bin ich in die Welt gestartet, habe Berlin von oben gesehen, zufällig Freunde getroffen, durfte von hier aus im Cockpit mitfliegen." Auf ein Neues ab dem 31. Oktober am BER.

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Bis morgen Früh

Ihre Sabine Schicketanz

PNN-Chefredakteurin

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