• Polizeimeldung für Potsdam: Falsche Handwerker lassen Opfer an der Dusche zurück

Polizeimeldung für Potsdam : Falsche Handwerker lassen Opfer an der Dusche zurück

Als der Sohn nach Hause kam und seinen Vater mit der aufgedrehten Duschbrause in der Hand antraf, ahnte er, dass etwas faul war.

Foto: Sebastian Gabsch

Potsdam - Zwei vermeintliche Handwerker klingelten am Mittwochmorgen an der Tür eines 93-Jährigen in der Potsdamer Innenstadt. Die beiden Männer in Arbeitskleidung erzählten dem Mann, dass sie auf Grund einer Havarie die Wasserleitung in der Wohnung prüfen müssten. Der 93-Jährige glaubte den Bericht und bat die "sehr vertrauenerweckenden" Männer in seine Wohnung. Diese machten sich umgehend an den Wasserinstallationen der Wohnung zu schaffen. Nach einiger Zeit gab einer der falschen Monteure an, dass er im Keller des Hauses Prüfungen vorzunehmen hätte und ging aus der Wohnung.

Der in der Wohnung zurückgebliebene Mann bat währenddessen den 93-Jährigen, die aufgedrehte Duschbrause zu halten. Er selbst müsse noch weitere Reparaturen durchführen. So hielt der Mann den Duschkopf weiter in der Hand. Auch dann noch, als der vermeintliche Handwerker das Bad verließ und schließlich ganz aus der Wohnung verschwand.

Nach etwa einer halben Stunde kam der Sohn des Rentners in die Wohnung. Dort fand er seinen Vater im Bad vor - noch immer mit der Duscharmatur in der Hand. Nach dem Bericht des Vaters wurde ihm schnell klar, dass dieser auf Trickdiebe hereingefallen sein musste.

Und der Verdacht bestätigte sich: Bei der Kontrolle der Wertsachen bemerkten beide, dass der Schlüssel zu einer Geldkassette fehlte. Ein Schlüsseldienst öffnete den geschlossenen Kasten - sie war leer. Ein fünfstelliger Bargeldbetrag fehlte.

Am folgenden Donnerstagmittag alarmierten sie die Polizei, da die Nachfrage beim Wohnungsunternehmen ergeben hatte, dass dort niemand Handwerker beauftragt hatte.

Die Polizei sicherte in der Wohnung Spuren und nahm eine Anzeige auf.

Beschrieben wurden die Männer wie folgt:

Beide waren "berufstypisch gekleidet", etwa 1,60 m groß, zwischen 40 und 50 Jahren alt und südländischen Typs. Nach Angaben des Opfers haben beide fließend Deutsch gesprochen.

Die Polizei fragt, wer hat am Mittwoch gegen 9 Uhr zwei Männer beobachtet, auf die die oben genannte Beschreibung passen könnte oder kann sonst Hinweise zu dieser Tat geben. Sachdienliche Hinweise bitte unter der Rufnummer 0331 5508-0 an die Polizeiinspektion Potsdam oder jede andere Polizeidienststelle weitergeben.bzw das Internetportal der Polizei nutzen.

Betrüger auch in Brandenburg an der Havel

Ein ähnlicher Fall trug sich am Donnerstagmorgen in Brandenburg an der Havel zu. Dort erbeuteten falsche Handwerker ebenfalls einen fünfstelligen Bargeldbetrag von einer älteren Dame. Aus gegebenem Anlass warnt die Polizei daher:

  • Die Täter täuschen eine „amtliche“ oder „berufliche“ Funktion vor, die sie angeblich zum Betreten der Wohnung berechtigt.
  • Sie behaupten, sie kämen in amtlicher Eigenschaft/mit Befugnis, im Auftrag der Stadt oder eines Amtes und müssen etwas in der Wohnung überprüfen. Dabei treten sie z.B. als Handwerker, Heizkostenableser, Beauftragter der Hausverwaltung, Mitarbeiter der Krankenkasse, aber auch als Kriminalbeamter, Gerichtsvollzieher, Postzusteller oder Monteure auf. Eine gelegentliche telefonische Ankündigung soll mögliche Bedenken des Opfers im Voraus zerstreuen und Seriosität vortäuschen. Man war ja schließlich angemeldet.
  • Tricktäter sind erfinderisch und schauspielerisch begabt. Sie denken sich immer neue „Maschen“ aus.
  • Ziel der Täter ist immer, dass das Opfer die Tür öffnet und die Täter in die Wohnung gelangen. In der Regel „arbeiten“ die Täter zu zweit. Während ein Täter das Opfer in ein Gespräch verwickelt und ablenkt, durchsucht die zweite Person in Windeseile die Wohnung nach Bargeld und Wertgegenständen.

Verhaltenstipps

  • Lassen Sie niemals Fremde in Ihre Wohnung. Vergewissern Sie sich immer, wer zu Ihnen will.
  • Gibt der Fremde vor, von einem Amt, einer Behörde oder z.B. von der Hausverwaltung zu kommen, bitten Sie um Geduld und kontaktieren Sie die entsprechende Institution, um sich zu vergewissern, dass der Besuch rechtens ist.
  • Erstatten Sie Strafanzeige bei der Polizei, wenn Sie Opfer geworden sind.