• Polizei ermittelt in Potsdam: Falsches Spiel mit einer älteren Dame

Polizei ermittelt in Potsdam : Falsches Spiel mit einer älteren Dame

Zwei Anrufe, ein Besuch und schon war eine ältere Dame Schmuck und Bargeld los. Die Polizei hat diese Betrugsmasche offengelegt und Hinweise gegeben, was man am Telefon auf keinen Fall machen darf.

Immer wieder geben sich Betrüger als Polizeibeamte aus.
Immer wieder geben sich Betrüger als Polizeibeamte aus.Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Potsdam - Erneut hat ein Betrüger, der sich als Polizist ausgab, eine Rentnerin in Potsdam bestohlen.  Laut Polizei erhielt die 82-Jährige, die in der Horst-Bienek-Straße am Bornstedter Feld wohnt, am vergangenen Freitagmorgen einen Anruf vom angeblichen Direktor ihrer Hausbank. Der Mann erzählte ihr, dass es Unregelmäßigkeiten bei ihrem Konto gebe. "Nachdem sie dem Vorschlag des Anrufers zustimmte, dass die Polizei informiert werden solle, rief nun ein angeblicher Polizeibeamter an und verwickelte sie in ein Gespräch", berichtete eine Polizeisprecherin am Montag.

Schließlich klingelte, wie im Telefonat angekündigt, ein Mann an der Wohnung der Seniorin und gab sich unter Vorlage eines falschen Dienstausweises als Polizist aus. Während dieser falsche Beamte begann, Wertgegenstände in ihrer Wohnung als Beweismittel zu fotografieren, telefonierte die Seniorin weiter mit dem angeblichen Beamten am Telefon. Eine Stunde lang. Währenddessen nahm der Betrüger in ihrem Rücken Bargeld und Schmuck der alten Dame an sich und verließt die Wohnung still und heimlich. 

Nachdem die Frau das Telefonat mit dem dem vermeintlichen Polizisten beendet und aufgelegt hatte, bemerkte sie, dass der angebliche Fotograf die Wohnung verlassen hatte - mit den Wertsachen. Die Potsdamerin rief daraufhin ihren Sohn an, der dann die echte Polizei informierte. Der Schaden beläuft sich auf eine Summe im fünfstelligen Bereich, hieß es.

Die Polizei sucht den Betrüger

Der Tatverdächtige soll so aussehen:

- 40 bis 50 Jahre alt

- 1,65 bis 170 Meter groß

- schütteres Haar

- rot angelaufenes Gesicht

- schmaler Körperbau

- dunkle Bekleidung (keine Uniform)

- leicht wahrnehmbarer Akzent, jedoch trotz dessen gut verständliches Deutsch

- trug eine Corona-Maske (ähnlich wie im Krankenhaus)

Nun sucht die Polizei Zeugen, die sich unter Tel.: (0331) 550 80 melden sollen. 

Das sollten Sie auf keinen Fall machen

Die Polizei rät: "Lassen Sie sich am Telefon nicht ausfragen. Geben sie keine Details Ihrer familiären oder finanziellen Verhältnisse preis" und "Lassen Sie sich von einem Anrufer nicht drängen und unter Druck setzen. Vereinbaren sie einen späteren Gesprächstermin, damit sie in der Zwischenzeit die Angaben durch einen Anruf bei Ihren Verwandten oder bei der örtlichen Polizei überprüfen können." Und: "Übergeben Sie kein Geld an Personen, die Ihnen nicht persönlich bekannt sind."


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