• OB-Wahl 2018 in Potsdam: Das sagen Kandidaten zur Flüchtlingspolitik

PNN-Serie zur Oberbürgermeisterwahl in Potsdam : Das sagen die OB-Kandidaten zur Flüchtlingspolitik in Potsdam

Wie wollen die Oberbürgermeisterkandidaten mit Flüchtlingen und ehrenamtlichen Helfern in Potsdam umgehen? Wir haben allen Kandidaten dieselben Fragen gestellt.

Fotos: Andreas Klaer
Mike Schubert, SPD.
Mike Schubert, SPD.Foto: Andreas Klaer

Mike Schubert (SPD)

Was kann Potsdam tun, um die Integration von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern?

Als positives Beispiel vorangehen in der Verwaltung. Nur wer eigene Erfahrungen hat, kann Verbesserungen bewirken. Und wir haben Unternehmen, die Interesse daran haben, entsprechend den rechtlichen Rahmenbedingungen Flüchtlinge zu integrieren.

Wie wollen Sie Potsdam als tolerante und offene Stadt voranbringen?

Ich werde wie Jann Jakobs das Bündnis „Potsdam bekennt Farbe“ als Chefsache sehen und unterstützen. Das ist mir Herzensanliegen. Potsdam ist eine tolerante Stadt und darauf bin ich stolz. Wir geben Hetze keine Chance. Denn: #Wir sind mehr. 

Wie wollen Sie die Arbeit von ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern unterstützen?

Wir haben dafür ein Budget, befristet bis 2019. Es soll weiter existieren, damit die Arbeit finanziell unterstützt wird. Ein Ehrenamtskoordinator in der Verwaltung als Ansprechpartner ist der Wunsch vieler Ehrenämtler in unserem Befragungsprozess.

Martina Trauth, parteilose Kandidatin für Die Linke in Potsdam.
Martina Trauth, parteilose Kandidatin für Die Linke in Potsdam.Foto: Andreas Klaer

Martina Trauth (Parteilos/Die Linke)

Was kann Potsdam tun, um die Integration von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern?

Verbindliche Deutschkurse und passgenaue Unterstützung bei der Jobsuche anbieten. Bessere Vernetzung von Stadt und Wirtschaft. Abgleichung des Qualifikationsbedarfs und proaktive Kontaktaufnahme. Wichtig: unbürokratische Hilfe.

Wie wollen Sie Potsdam als tolerante und offene Stadt voranbringen?

Ich werde den eingeschlagenen Weg der Stadt konsequent fortsetzen. Das bedeutet, die vielen Maßnahmen der Stadtgesellschaft, Politik und Verwaltung zu stärken, um Rassismus und Fremdenfeindlichkeit jederzeit entgegenzutreten.

Wie wollen Sie die Arbeit von ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern unterstützen?

Durch Planungssicherheit für bestehende Strukturen und Anpassung des Etats für die Unterstützung der Ehrenamtlichen entsprechend der Herausforderungen. Hierzu gehören Ausbildung und Beruf, Schule und Kita-Betreuung sowie kulturelle Aktivitäten.

Dennis Hohloch, OB-Kandidat der Potsdamer AfD.
Dennis Hohloch, OB-Kandidat der Potsdamer AfD.Foto: Andreas Klaer

Dennis Hohloch (AfD)

Was kann Potsdam tun, um die Integration von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern?

Spezielle Fördermaßnahmen für hier geduldete oder untergebrachte Flüchtlinge zur Integration in den Arbeitsmarkt wird es mit mir nicht geben. Die Auswahlkriterien für Ausbildungen sind für alle Bewerber gleich und auch gleich zu erreichen.

Wie wollen Sie Potsdam als tolerante und offene Stadt voranbringen?

Potsdam ist tolerant. Nichtsdestotrotz müssen Strukturen wie die Servicestelle „Tolerantes und Sicheres Potsdam“, wegen ihrer einseitigen politischen Ausrichtung auf den Prüfstand, damit echte Toleranz auch im Potsdamer Rathaus Einzug findet.

Wie wollen Sie die Arbeit von ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern unterstützen?

Das Ehrenamt muss an sich eine Aufwertung erfahren. Dabei unterscheide ich nicht zwischen den Tätigkeiten. Kostenloser ÖPNV oder Kulturgutscheine genau wie öffentliche Ehrungen spielen hierbei eine wichtige Rolle.

Götz Friederich, CDU.
Götz Friederich, CDU.Foto: Andreas Klaer

Götz Friederich (CDU)

Was kann Potsdam tun, um die Integration von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern?

Entscheidend hierfür sind Sprachkenntnisse. Als Stadt müssen wir daran arbeiten, dass Männer und Frauen gleichermaßen mit dem Ansatz „Fördern und Fordern“ zeitnah gute Deutschkenntnisse, ggf. mit Schwerpunkt auf den Berufswunsch erwerben.

Wie wollen Sie Potsdam als tolerante und offene Stadt voranbringen?

Die Stadt lebt vom Engagement ihrer Bürger in den vielfältigsten Bereichen. Das möchte ich pflegen und stärken. Besonders für den Gemeinsinn in unserer Stadtgesellschaft werde ich mich intensiv einsetzen, und so Toleranz voranbringen.

Wie wollen Sie die Arbeit von ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern unterstützen?

Diese Arbeit ist gelebter Ausdruck unserer offenen und toleranten Stadtgesellschaft. Helfer und Helferinnen finden bei mir eine offene Tür, um im Gespräch die jeweils aktuell notwendige Art von Unterstützung zu finden.

Janny Armbruster,Kandidatin von Bündnis 90/Die Grünen in Potsdam.
Janny Armbruster,Kandidatin von Bündnis 90/Die Grünen in Potsdam.Foto: Andreas Klaer

Janny Armbruster (Bündnis 90/Die Grünen)

Was kann Potsdam tun, um die Integration von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern? 

Flüchtlinge wollen nicht herumsitzen, sondern lernen und arbeiten. So erlebe ich das. Das muss künftig viel schneller und einfacher gehen. Auch durch ein Einwanderungsgesetz mit Spurwechsel. Stadt- und Bundespolitik müssen Hand in Hand gehen.

Wie wollen Sie Potsdam als tolerante und offene Stadt voranbringen?

Indem wir als Demokraten gegen die Hetze von rechts aufstehen und unsere weltoffene Willkommenskultur verteidigen: Potsdam bekennt Farbe. So können wir Zustände wie in Chemnitz verhindern, wo rechter Mob mit Unterstützung der AfD wütet.

Wie wollen Sie die Arbeit von ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern unterstützen?

Indem ich für sie immer ein offenes Ohr habe und genau hinhöre, wo es an Unterstützung fehlt. Und dann auch konkret dafür sorge. Ohne all diese Helferinnen und Helfer wäre Merkels Spruch „Wir schaffen das“ doch nur eine Sprechblase gewesen.

Lutz Boede, Oberbürgermeisterkandidat für Die Andere.
Lutz Boede, Oberbürgermeisterkandidat für Die Andere.Foto: Andreas Klaer

Lutz Boede (Die Andere)

Was kann Potsdam tun, um die Integration von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern?

Monatelange Wartezeiten auf eine Arbeitserlaubnis beenden. Flüchtlinge durch Kita-Plätze und eigene Mietverträge bei Sprachkursen und Jobsuche unterstützen. Bleibeperspektiven entwickeln, statt ausschließlich Abschiebegründe suchen.

Wie wollen Sie Potsdam als tolerante und offene Stadt voranbringen?

Neuanfang in der Ausländerbehörde durch Integration in den Bürgerservice. Klare öffentliche Positionierung gegen Rassismus und Rechtsextremismus. Mehr Migranten in den städtischen Betrieben beschäftigen.

Wie wollen Sie die Arbeit von ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern unterstützen?

Im OB-Büro eine Ansprechpartnerin für Beschwerden benennen. Regelmäßige Treffen des OB mit Flüchtlingshilfe und Beratungsstellen organisieren. Schulungsmöglichkeiten von Flüchtlingsghelferinnen, z.B. durch Beratungsfachdienst, anbieten.