• Pflegebedürftige Menschen in Potsdam: Neue WG für Demenzkranke

Pflegebedürftige Menschen in Potsdam : Neue WG für Demenzkranke

Anja Pajung hat in einem Haus in der Berliner Vorstadt eine Wohngemeinschaft für pflegebedürftige Senioren gegründet. Dort wird auch ihre eigene demenzkranke Mutter einziehen.

Das neue Omi-Opi-Haus in der Berliner Vorstadt.
Das neue Omi-Opi-Haus in der Berliner Vorstadt.Foto: Anja Pajung

Potsdam - Für ältere, demenzkranke Menschen einen angenehmen Ort zum Leben zu schaffen, ist das Ziel von Anja Pajung. Die 47-Jährige hat in der Rembrandtstraße 13 in der Berliner Vorstadt vor Kurzem ein sogenanntes Omi-Opi-Haus, eine Wohngemeinschaft für pflegebedüftige ältere Menschen, gegründet. Auch ihre eigene demenzkranke Mutter wird in dem Haus wohnen. 

"Das ist aus der Not heraus geboren", sagte Pajung. Sie erlebte, wie ihre Mutter in einer Einrichtung für Senioren schlecht versorgt wurde und verwahrloste. Das brachte sie zu dem Schritt, selbst die Dinge in die Hand zu nehmen und ein großes Haus zu mieten, um eine Pflegeeinrichtung für Senioren zu gründen. Unterstützt wird sie dabei vom Potsdamer Verein Lebenswert, der 2014 bereits ein solches Omi-Opi-Haus gegründet hat. "Es gibt viele, die sich ähnliche Einrichtungen für ihre Angehörigen wünschen", weiß Pajung.

Das Sagen haben die Angehörigen

In dem Haus werden je nach Pflegegrad der dort lebenden Personen Pflegekräfte eingestellt. Ständige Betreuung, auch nachts, wird laut Pajung gewährleistet. Das Sagen hätten aber die Angehörigen, die das Vorgehen gemeinschaftlich abstimmen, betont Pajung. Alle Angehörigen hätten auch beim Einrichten des Hauses geholfen. Die Kosten für Miete und Essen übernehmen die Bewohner und die Angehörigen, die Leistungen für die Pflege werden von der Pflegekasse übernommen.

Die ersten sechs Bewohner ziehen am 1. März dort ein, sagte Pajung. Für maximal zehn pflegebedürftige Personen sei in dem Haus Platz. Die restlichen Bewohner, die einen Monat später nachkommen sollen, werden derzeit ausgewählt. Für Plätze ab April könne man sich noch bewerben, sagt Pajung. Am Samstag findet in dem Haus von 14 bis 18 Uhr ein Tag der offenen Tür statt. "Für alle, die interessiert sind und sich informieren wollen."