• Party statt Warnstreik in Potsdam: Einigung bei Tarifgesprächen für Gebäudereiniger

Party statt Warnstreik in Potsdam : Einigung bei Tarifgesprächen für Gebäudereiniger

Nach einem mehr als 13-stündigen Gespräch zwischen den Tarifparteien folgte der Durchbruch: Gebäudereiniger bekommen zukünftig mehr Geld. Statt einer geplanten Demonstration wurde in Potsdam gefeiert.

Marc Kalpidis
Freude bei den Gebäudereinigerin. Die Tarifparteien haben sich geeinigt, der geplante Warnstreitk wurde abgesagt.
Freude bei den Gebäudereinigerin. Die Tarifparteien haben sich geeinigt, der geplante Warnstreitk wurde abgesagt.Foto: Andreas Klaer

Potsdam - Der angekündigte Streik und die Demonstration der Gebäudereiniger in Potsdam wurde abgesagt. Nachdem sich die Tarifparteien monatelang nicht einigen können, hatte die Gewerkschaft für den heutigen Freitagmorgen zu einem Warnstreik aufgerufen. Doch in der Nacht zu Freitag konnten sich die Gewerkschaft und Arbeitgeber in der Gebäudereinigung auf einen Tarifabschluss in der größten deutschen Handwerkssparte mit rund 650.000 Beschäftigten einigen.

Nach zuvor sechs ergebnislosen Verhandlungsrunden seien die Gespräche in der Nacht zum Freitag erfolgreich beendet worden, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft IG BAU.

Demnach konnte die Arbeitnehmerseite unter anderem höhere Lohn-Zuschläge und mehr Urlaub durchsetzen, musste dafür aber eine Übergangslösung bei der Weihnachtsgeldregelung hinnehmen.

Der Tarifkonflikt zwischen der IG Bauen-Agrar-Umwelt und dem Bundesinnungsverband des Handwerks hatte sich über viele Monate gezogen. Die Gewerkschaft begleitete die Verhandlungsrunden zuletzt auch mit Warnstreiks an verschiedenen Standorten.

Nach einem mehr als 13-stündigen Spitzengespräch zwischen den Tarifparteien folgte nun der Durchbruch. Die IG BAU kündigte spürbar mehr Geld im Portemonnaie der Gebäudereiniger, Glas- und Industriereiniger an: Vereinbart worden seien unter anderem eine bessere Überstundenvergütung sowie höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht wie auch an Sonn- und Feiertagen. Außerdem soll es ab 2021 für alle Beschäftigten einen einheitlichen Urlaub von 30 Tagen auf Vollzeitbasis geben - egal, wie lange die Beschäftigten schon in der Branche tätig sind.

Festgeschrieben wurde laut der Gewerkschaft auch ein Weihnachtsbonus: Alle Beschäftigten sollen in diesem und im kommenden Jahr Heiligabend oder wahlweise den Silvestertag als bezahlten Arbeitstag frei bekommen - und wer arbeitet, bekommt für diesen Tag einen 150-prozentigen Lohnzuschlag.

„Zum Schluss haben alle unsere Mitarbeiter mehr Geld in der Tasche über die Zuschlagsregelungen und den Weihnachtsbonus“, sagte IG-BAU-Chef Robert Feiger der Deutschen Presse-Agentur. Einen Wermutstropfen gebe es dennoch: „Wir hätten gerne sofort eine feste und dauerhafte Weihnachtsgeldregelung ab 2019 gehabt, da haben wir jetzt eine Übergangsregelung.“

Bei den Verhandlungen über den Lohntarifvertrag im kommenden Jahr werde auch das Thema Weihnachtsgeld wieder auf den Tisch kommen, sagte Feiger. Die Arbeitgeberseite hat den Lohntarifvertrag zum 31. Juli 2020 gekündigt. (dpa)