• Parkgebühren in Potsdam: Erhöhung um bis zu 100 Prozent

Parkgebühren in Potsdam : Erhöhung um bis zu 100 Prozent

Parken wird in Potsdam erheblich teurer. Nach sechs Jahren will das Rathaus erstmals die Gebühren erhöhen und Parkzonen ausweiten.

Parken soll künftig mehr kosten
Parken soll künftig mehr kostenFoto: PNN / Ottmar Winter

Potsdam - Die Parkgebühren für Autos auf Potsdams öffentlichen Straßen sollen erheblich erhöht werden. Je nach Gebiet sollen die Gebühren künftig um 50 bis 100 Prozent steigen. Das geht aus einer Vorlage der Stadtverwaltung für die nächste Sitzung der Stadtverordneten am 4. Mai hervor. Mit der neuen Parkgebührenordnung werden auch die Parkzonen verändert und erheblich ausgeweitet.

Konkret soll es künftig nur noch zwei statt bisher drei Parkzonen geben. Die neue Parkzone 1 umfasst fast die gesamte Innenstadt. Im Norden reicht sie bis zur Gregor-Mendel-Straße und Helene-Lange-Straße, im Osten bis zur Behlertstraße und Berliner Straße, im Süden bis Humboldtstraße und Breite Straße und im Westen bis zur Schopenhauerstraße. Für eine Stunde Parken sollen dort künftig 3 Euro fällig werden. 

In der bisherigen Parkzone 1 waren es 2 Euro. Allerdings umfasste dieses Gebiet bisher nur die zweite barocke Stadterweiterung – also die Straßen zwischen der Hegelallee, der Hebbelstraße, der Charlottenstraße und der Schopenhauerstraße. In den anderen Straßen in der neuen Parkzone 1 kostete die Stunde bisher 1,50 Euro. Künftig wird es also bis doppelt so teuer.

Ganzes Stadtgebiet wird Parkzone

Die neue Parkzone 2 „umfasst das übrige Stadtgebiet“, heißt es im Entwurf zur neuen Gebührenordnung. Dort soll die Stunde künftig 1,50 Euro kosten. Das heißt, dass in einigen Straßen unter anderem in der Brandenburger Vorstadt und südlich der Berliner Straße die Gebühren stabil bleiben. In den Straßen, die zur alten Parkzone 3 gehörten, steigen die Gebühren um 50 Prozent. Außerdem könnten künftig auch in den Ortsteilen, die bisher zu keiner Parkzone gehörten, Parkgebühren fällig werden. Gezahlt werden muss aber nicht überall, sondern nur in den Straßen, in denen auch ein Parkscheinautomat steht.

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In der Vorlage wird die geplante Erhöhung mit der Überlastung der vorhandenen Verkehrsinfrastruktur und Luftschadstoffemissionen begründet. Ohnehin sieht Potsdams Verkehrskonzept seit Jahren vor, dass der Autoverkehr trotz des Einwohnerwachstums nicht zunehmen soll. „Mit der derzeitig gültigen Parkgebührenhöhe wird dahingehend jedoch keine ausreichende Lenkungswirkung erzielt, so dass der öffentliche Parkraum nach wie vor hoch ausgelastet ist“, heißt es in dem Entwurf. 

Außerdem soll der öffentliche Nahverkehr attraktiver werden. Zuletzt wurden die Parkgebühren Anfang 2016 erhöht. Seitdem wurde der Ticketpreis für Bus und Tram in Potsdam drei Mal angehoben und wuchs von 1,90 auf 2,30 Euro. Ab wann die neuen Gebühren genau gelten sollen, geht aus der Vorlage nicht hervor.

Rund 500.000 Euro Mehreinnahmen erwartet

Auch für die Stadtkasse soll sich die Erhöhung lohnen – allerdings nicht so viel, wie man vielleicht denkt. Für die nächsten Jahre erwartet man im Rathaus Einnahmen von rund 4,5 Millionen Euro im Jahr. Das wäre rund eine halbe Million mehr pro Jahr als mit der bisherigen Gebührenhöhe. Nach Abzug der Kosten sollen der Stadtkasse dann noch jährlich rund 3,8 Millionen Euro zufließen. Die Einnahmen sind in der Haushaltsplanung für die nächsten Jahre schon eingeplant. Im Zuge der Corona-Pandemie waren die Einnahmen im vergangenen Jahr rund 1,4 Millionen Euro unter den Erwartungen geblieben.

Günstig ist das Parken künftig für Carsharing-Fahrzeuge: Für sie kostet die Stunde nur 50 Cent, unabhängig von der Parkzone. Carsharing verringere potenziell die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge und damit die Zahl benötigter Parkflächen, heißt es zur Begründung. Und ist das Carsharing-Auto auch noch elektrisch angetrieben, kann es bis Ende 2026 sogar gebührenfrei geparkt werden.

Bisher war das Parken auf öffentlichen Straßen in Potsdam vergleichsweise günstig. Beispielsweise kostet in Rostock in der teuersten Parkzone schon seit dem Jahr 2018 eine Stunde 3 Euro. In Potsdams Partnerstadt Bonn kostet eine Stunde 4 Euro. Auch Leipzig, Dresden, Nürnberg oder Hannover verlangen bisher mehr als Potsdam. Günstiger ist es bisher beispielsweise in Magdeburg.

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