• Nur wenige Projekte bewilligt: Stadt spart bei Förderung Jugendlicher

Nur wenige Projekte bewilligt : Stadt spart bei Förderung Jugendlicher

Der Großteil der Anträge wurde abgelehnt. Grund sei die „besondere Haushaltssituation in diesem Jahr“, heißt es aus dem Rathaus. Die Andere und die Linke üben scharfe Kritik.

Das Programm ist im Gesamtkonzept Schule und Jugendförderung der Stadt festgeschrieben.
Das Programm ist im Gesamtkonzept Schule und Jugendförderung der Stadt festgeschrieben.Foto: dpa

Potsdam - Die Stadt Potsdam hat die Finanzierung zahlreicher Jugendförderprojekte nicht bewilligt. Es geht um das Förderprogramm „Potsdamer Lern- und Unterstützungssysteme für schulbezogene Jugendhilfeleistungen an den Schulen der LHP“, kurz PLuS. Wie Stadtsprecherin Christine Homann auf Anfrage bestätigte, hat die Verwaltung 77 Projektanträge abgelehnt und lediglich elf bewilligt. Als Grund nennt sie die „besondere Haushaltssituation in diesem Jahr“. Die entsprechenden Schreiben seien am 28. Juli verschickt worden – nicht einmal zwei Wochen vor Schuljahresbeginn. 

Das Programm, festgeschrieben im Gesamtkonzept Schule und Jugendförderung der Stadt, unterstützt seit dem Schuljahr 2017/18 Projekte in den Bereichen Persönlichkeitsförderung und Soziale Kompetenzen, Demokratieerziehung sowie Beteiligung der Schüler:innen und Eltern. Pro Projekt gibt es bis zu 8000 Euro.

Die Andere: Absage „ein Schlag ins Gesicht“

Auf das Problem der abgelehnten Anträge aufmerksam gemacht hatte die linksalternative Fraktion die Andere. Die Absage sei für Schulen oder Jugendhilfeträger „ein Schlag ins Gesicht“, schreibt der Stadtverordnete Christian Raschke in einer Mitteilung. Die Projekte hätten sich an vielen Schulen zu einer festen Größe entwickelt. 

Er bezeichnet es als unverständlich, das Förderprogramm „auf ein Minimum herunterzufahren“ – „gerade in Zeiten einer Pandemie“. Die Andere verweist auch auf einen Beschluss der Stadtverordneten von Ende Mai zur Schaffung von unterstützenden Maßnahmen bei der Bekämpfung von Pandemie-Spätfolgen bei Jugendlichen. 

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Auch die Linke übt Kritik

Kritik kommt auch von den Linken. Das Programm sei ein Erfolg gewesen, so die Fraktionsvorsitzende Sigrid Müller. Nach Monaten des Homeschoolings und eingeschränkter sozialer Kontakte sei „zusätzliche Unterstützung und Förderung unbedingt erforderlich“. Ihr Co-Vorsitzender Stefan Wollenberg forderte, die Mittel für die  beantragten Projekte in Höhe von 584.000 Euro bereitzustellen. 

Stadtsprecherin Homann versichert, man verfolge „das gesetzte Ziel, den Ansatz für die Förderung der Projekte aus den Jahren 2020 und 2021 fortzuschreiben und zu verstetigen“. Dafür sollen die Projekte, so die Hoffnung, künftig statt aus dem städtischen Haushalt anderweitig finanziert werden. „Ersten Ankündigungen zufolge werden Programme mit offensichtlich gleichen Schwerpunkten („Aufholen nach Corona“) vom Bund und den Ländern erfolgen“, so Homann. „Für die Folgejahre wird damit eine teilweise Refinanzierung der Aufwendungen der Landeshauptstadt angestrebt.“

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