• Potsdam: Einschränkungen beim RE1 von Potsdam nach Berlin

Nervenprobe für Pendler : Ab Dienstag fällt der Regionalexpress aus

Der RE1 fährt ab Dienstag für fünf Wochen von Potsdam nur bis zum Bahnhof Zoo. Grund sind Bauarbeiten in Berlin.

Foto: Andreas Klaer

Potsdam - Für Pendler ist die Zeit der Einschränkungen noch nicht vorbei: Ab dem 10. September beginnt nämlich eine Sperrung, die die Nerven der Bahnnutzer auf die Probe stellen dürfte. Der RE1 ins Berliner Zentrum wird für fünf Wochen unterbrochen.

Bis zum 14. Oktober werden die Regionalbahngleise auf der Stadtbahnstrecke im Zentrum Berlins gesperrt. Zwischen Zoologischer Garten und dem Berliner Hauptbahnhof fahren dann fünf Wochen lang weder Regionalzüge noch Fernzüge. Der Berliner Hauptbahnhof ist in dieser Zeit von Potsdam aus ohne umzusteigen nur mit der S-Bahn zu erreichen. Der RE1 aus Potsdam endet im Bahnhof Zoologischer Garten. Zudem halten die Züge nicht in Berlin-Charlottenburg. Die Züge des RE7 und der Regionalbahnlinien 21 und 22 fahren nur bis Charlottenburg. Weiter Richtung Osten fahren die Regionalzüge dann wieder ab dem Hauptbahnhof. Dazwischen kann die S-Bahn genutzt werden.

Grund für die Sperrung ist, dass am Stadtbahnviadukt gearbeitet wird. Dann sollen Fugen an der Brückenkonstruktion erneuert werden. Wie berichtet waren vor der Eröffnung des Hauptbahnhofs 2006 vor der Fußball-Weltmeisterschaft unter Zeitdruck die falschen Fugen eingebaut worden – statt für Kurven hatte man solche für gerade Strecken verwendet. Nun sollen testweise die ersten Fugen ausgetauscht werden. Außerdem nutzt die Bahn die Sperrung, um Gleise und Weichen zu erneuern.

Wie berichtet ist eine Umleitung der Regionalzüge über Berlin-Gesundbrunnen diesmal nicht möglich. Das hatte die Bahn auf PNN-Anfrage mitgeteilt. Ursache ist, dass die Gleise auf der Ringbahnstrecke bereits die zusätzlichen Fernzüge von der Stadtbahn aufnehmen müssen. Für die Regionalzüge fehle deshalb die Kapazität.

Ersatzverkehr und volle Züge auf den Ausweichrouten waren in der Region auch seit der vergangenen Woche alltäglich. Seit Ende August wird nämlich an der S-Bahnstrecke durch den Grunewald gebaut. Grund dafür ist der Ausbau von Weichen zwischen Wannsee und Grunewald und der Einbau eines neuen Zugsicherungssystems zwischen dem Potsdamer Hauptbahnhof und dem Westkreuz. Die S7 zwischen Potsdam und Westkreuz war deshalb unterbrochen. Langfristig dürften die jüngsten Einschränkungen im Vergleich als kleine Unannehmlichkeit erscheinen. Denn in den nächsten Jahren – einen Termin gibt es dafür noch nicht – steht die Sanierung von insgesamt sieben Bahnüberführungen in Babelsberg an. Betroffen sind die Brücken der S- und Fernbahnstrecke über die Karl-Liebknecht-Straße, die Wattstraße, die Anhaltstraße, die Plantagenstraße und die August-Bebel-Straße. Ursprüngliche Pläne, die Brücken in den Jahren 2021 und 2022 zu sanieren, hatte die Bahn abgesagt, weil andere Maßnahmen Vorrang haben.