• Naturkundemuseum konzipiert Aquarienwelt neu: Abschied vom Museums-Wels Weline

Naturkundemuseum konzipiert Aquarienwelt neu : Abschied vom Museums-Wels Weline

Das Naturkundemuseum Potsdam will bis zum Oktober seine Aquarien im Untergeschoss  umfassend sanieren und umgestalten. Abschied genommen hat bereits das heimliche Maskottchen des Hauses: Die Wels-Dame wurde in einen See ausgewildert.

Wels-Weibchen „Weline“ im Naturkundemuseum Potsdam.
Wels-Weibchen „Weline“ im Naturkundemuseum Potsdam.Foto: Naturkundemuseum Potsdam

Potsdam - Die Unterwasserwelt im Naturkundemuseum in der Potsdamer Innenstadt soll umfassend saniert und neu gestaltet werden. Bis zum Oktober werden die Umbaumaßnahmen an den Aquarien im Kellergeschoss des Museums in der Breiten Straße voraussichtlich andauern, bis dahin bleibt der Bereich geschlossen. Ursprünglich seien die Umbaumaßnahmen erst später geplant gewesen. Im Zuge des Lockdowns sei bei Überprüfungen der Aquarien erkannt worden, dass die Zeit drängt, sagte Museumsdirektor Jobst Pfaender den PNN. „Nach 20 Jahren besteht eine Menge Sanierungsbedarf.“

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Seit 2001 besteht die Aquarienanlage in der jetzigen Form, die über zwei Räume verteilt ist. Während die Aquarien in dem großen Raum weitestgehend bestehen bleiben und vor allem saniert werden, soll der kleinere Raum neu gestaltet werden. Die Sanierung erfolge Stück für Stück, da die Wassertiere jeweils auf die anderen Becken umverteilt würden. Geplant sei, einen typischen Brandenburger Bachverlauf nachzuzeichnen, so der Direktor. Dadurch soll auf die Besonderheit von heimischen Fließgewässern aufmerksam gemacht werden, die eine geringe Höhendifferenz aufwiesen und daher „eine extrem langsame Fließgeschwindigkeit“ haben. 

Die Aquarienanlagen im Untergeschoss des Naturkundemuseums werden saniert und neugestaltet.
Die Aquarienanlagen im Untergeschoss des Naturkundemuseums werden saniert und neugestaltet.Foto: Naturkundemuseum


In den Aquarien soll auch nach der Sanierung die Brandenburger Unterwasserwelt Thema bleiben. Statt der bislang 22 Glasbehälter will das Museum mehrere, dafür kleinere Becken installieren, so Pfaender. Auch die Schwerpunktsetzung soll sich ändern: „Zukünftig werden die Fische kleiner sein, um gewährleisten zu können, dass wir hier eine artgerechte Tierhaltung vorfinden“, sagt Pfaender. Artgerecht und den rechtlichen Voraussetzungen entsprechend sei die Haltung auch vorher gewesen, betont er. 

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Aber nicht nur im Potsdamer Naturkundemuseum, sondern auch in anderen Museen und Zoos habe sich der Anspruch verändert. "Unser Ziel ist es nicht mehr, die größten und die meisten Fische zu zeigen", erklärt Pfaender. Es gehe ihnen vor allem darum, für die Natur zu sensibilisieren. "Daher wollen wir über die gesetzlichen Maße hinausgehen." Künftig sollen die Fischarten von bislang 45 auf 40 reduziert werden. Vorher waren in den Aquarien unter anderem große Forellen zu sehen. Nach dem Umbau werden in den Aquarien nur noch jüngere und kleinere Forellen schwimmen. Und auch die Barben seien inzwischen recht groß geworden und würden gegen jüngere und kleinere Fische ausgetauscht. 

Abschied vom Fisch-Maskottchen Weline

Abschied muss auch vom heimlichen Maskottchen des Naturkundemuseums genommen werden: Das Wels-Weibchen Weline hatte zuletzt eine beachtliche Größe von 1,65 Metern erreicht und wurde daher bereits im Januar in einen Brandenburger See, der sich in einem Naturschutzgebiet befindet, ausgewildert. Wo genau sich das Wels-Weibchen nun befindet, soll allerdings geheim bleiben, damit keine Angler den See aufsuchen. In das größte Aquarium wird ein neuer, mit 80 Zentimetern Länge deutlich kleinerer Wels einziehen. 

Dieser stamme aus einer Aquakultur von einem Brandenburger Züchter und sei somit schon an Haltungsform und Futter gewöhnt. Während die präsentierten Fischarten reduziert werden, wird sich die Artenvielfalt insgesamt aber auf etwa 60 erhöhen. Künftig werden auch Edelkrebse, Schnecken und mehr Muscheln dort zu sehen sein. Neu einziehen werden in die Aquarien Wasserinsekten wie der Wasserkäfer. Es seien Tiergruppen, „die sonst wenig Beachtung in solchen Anlagen finden“.

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