• Nahverkehr in Potsdam: Verkehrsbetrieb sucht abgestimmte Lösung für Homeoffice-Tickets

Nahverkehr in Potsdam : Verkehrsbetrieb sucht abgestimmte Lösung für Homeoffice-Tickets

Potsdams Verkehrsbetrieb sucht nach einer Lösung, um Pendler in der Coronakrise entgegenzukommen. Einen Alleingang soll es aber nicht geben. Die Fahrgastzahlen sind im Lockdown eingebrochen.

In der Coronakrise sind weniger Menschen mit Trams und Bussen unterwegs.
In der Coronakrise sind weniger Menschen mit Trams und Bussen unterwegs.Foto: Ottmar Winter PNN

Potsdam - In Potsdam wird es vorerst keine speziellen Tarife für Nahverkehrstickets wegen der Coronakrise geben. Das hatte die BVG in Berlin kürzlich angesichts der Zunahme von Homeoffice angekündigt. Potsdams Verkehrsbetrieb (ViP) setzt auf eine abgestimmte Lösung im gesamten Verkehrsverbund Berlin Brandenburg (VBB), die derzeit diskutiert werde, hieß es am Mittwoch auf PNN-Anfrage. "Es ist richtig, dass innerhalb der entsprechenden VBB-Gremien gemeinsam mit den Verkehrsunternehmen über spezielle Tarifangebote aufgrund des veränderten Nutzungsverhaltens diskutiert wird", sagte Geschäftsführerin Claudia Wiest. Die wirtschaftlichen Auswirkungen seien momentan noch nicht abschätzbar. "Es werden noch verschiedenste Modelle diskutiert. Abschließende Ergebnisse gibt es hierzu noch nicht."

Die Vorstandsvorsitzende der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), Elke Kreienkamp, hatte im Januar sogenannte „Best-Buy“-Möglichkeiten ins Spiel gebracht, bei denen der günstigste Preis je nach Nutzung abgerechnet wird - entweder der Kauf mehrerer Einzelfahrscheine oder eines Wochentickets. Ebenfalls denkbar seien aufladbare Karten, von denen Geld abgebucht werde abhängig von der jeweiligen Fahrt und Entfernung.

40 Prozent weniger Fahrgäste

Im Lockdown leidet auch der Potsdamer Verkehrsbetrieb unter einem deutlichen Rückgang der Fahrgastzahlen. "Sie liegen gegenwärtig bei ungefähr 40 Prozent im Vergleich zu vor der Pandemie im Januar 2020", sagte Wiest. Als Folge werden weniger Tickets verkauft

Allerdings halten die Abonnenten dem Verkehrsbetrieb überwiegend die Treue. "Im Vergleich zum Monat Dezember 2019 sind die Abo-Stückzahlen im Dezember 2020 um 1,2 Prozent, das bedeutet um 188 Stück, gesunken." Vor Beginn der Corona-Pandemie habe der Verkehrsbetrieb einen Höchststand an Abonnements von 16.270 erreicht. Man gehe nun jedoch davon aus, dass die aktuellen Zahlen weiter rückläufig sein werden.

Dass das kommunale Unternehmen bisher dennoch wirtschaftlich stabil durch die Coronakrise gekommen ist, liegt an den massiven Bundeshilfen für den Nahverkehr. 3,5 Millionen Euro habe der Verkehrsbetrieb im Jahr 2020 erhalten und konnte damit die Einnahmeausfälle weitgehend kompensieren. Eine Prognose für das laufende Jahr wollte Wiest angesichts der unklaren Entwicklung in der Pandemie noch nicht treffen.

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