• Nach Gewaltattacke gegen Lebensgefährtin und Nachbarn: Pogida-Müller erneut vor Gericht

Nach Gewaltattacke gegen Lebensgefährtin und Nachbarn : Pogida-Müller erneut vor Gericht

Christian Müller muss wieder vor Gericht. Der Pogida-Gründer soll „nach durchfeierter Nacht“ auf seine Lebensgefährtin eingeschlagen und versucht haben, seinen Kampfhund auf einen Nachbarn zu hetzen.

Potsdam - Der mehrfach vorbestrafte Pogida-Gründer Christian Müller muss sich erneut vor Gericht verantworten. Der 34-jährige Potsdamer ist am 28. Mai vor dem Amtsgericht unter anderem wegen dreifacher Körperverletzung angeklagt. Das bestätigte ein Gerichtssprecher am Donnerstag auf PNN-Anfrage.

Demnach soll der rechte Aktivist am frühen Morgen des 21. Aprils 2015 „nach durchfeierter Nacht“ und „in erheblich angetrunkenem Zustand“ in seinem Wohnhaus auf einen Nachbarn getroffen sein, welcher Müller auf dem Weg zur Arbeit einen „Guten Morgen“ gewünscht habe. Daraufhin soll der Angeklagte den Mann laut Prozessankündigung „grundlos die Treppe hinunter geschubst und ihm einen Schlag gegen den Oberkörper versetzt haben“. Dann soll Müller seine Lebensgefährtin aufgefordert haben, den gemeinsamen Kampfhund aus der Wohnung zu holen – als sie das nicht tat, habe Müller sie zu Boden geschlagen und den Hund selbst geholt. Er soll auch versucht haben, den Hund auf den Nachbarn zu hetzen. Auch habe Müller dem Mann mehrmals ins Gesicht geschlagen, seine Freundin soll ebenfalls einen Fausthieb abbekommen haben. Pikant ist der mutmaßliche Tatmorgen auch aus einem anderen Grund: Am Tag vor der durchzechten Nacht war der Geburtstag von Adolf Hitler, für viele Rechtsextreme noch immer ein besonderes Datum. Zudem muss sich Müller vor Gericht wegen eines Vorfalls vom 19. November 2016 verantworten: Da soll der Angeklagte in Prag eine Frau grundlos geschlagen und getreten haben, nachdem diese einen Streit zwischen Müller und seiner Lebensgefährtin habe schlichten wollen. 

Müller hatte 2016 mehrere rechte Pogida-Aufmärsche organisiert, die aber mangels Zulauf und nach heftigen Protesten beendet wurden. Zudem war seine unrühmliche Karriere als brutaler Gewalttäter mit Drogen- und Alkoholproblemen bekannt geworden. Im vergangenen Februar war er zu einem Jahr Haft verurteilt worden, weil er in der Silvesternacht 2014/15 zwei Partygäste schwer verprügelt hatte. Allerdings hatte sich Müller damals in den sonnigen Süden abgesetzt – spanische Ermittler stellten ihn schließlich im Sommer auf Fuerteventura. Danach musste er ins Gefängnis.