• Mittwoch, 29. April 2020: Das ist heute in Potsdam wichtig

Mittwoch, 29. April 2020 : Das ist heute in Potsdam wichtig

Heute werfen wir einen Blick ins Neue Palais, erreichen ein Etappenziel der Garnisonkirche und schwärmen für Roxane.

Christian Müller
Der Bau des Neuen Palais wurde 1763 begonnen und 1769 abgeschlossen.
Der Bau des Neuen Palais wurde 1763 begonnen und 1769 abgeschlossen.Foto: Ottmar Winter

Potsdam - Das Leben in Potsdam läuft langsam wieder an. Seit Dienstag ist auch der Volkspark - zumindest teilweise - wieder geöffnet. Das herrliche Frühlingswetter treibt die Menschen auf die Straße. Fast könnte man vergessen, dass die Corona-Pandemie längst nicht gebannt ist - doch daran wird man zum Glück immer wieder erinnert. Durch die vielen Menschen, die in der Öffentlichkeit eine Gesichtsmaske tragen. Damit schützen sie nicht nur ihre Mitbürger, sondern sensibilisieren dafür, dass sich das Coronavirus weiter ausbreitet.

In Potsdam haben sich bisher 586 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 73 Menschen starben in der Landeshauptstadt in Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion (Stand: Donnerstag, 16 Uhr). Ein Lichtblick: Am Dienstag wurde erstmals seit dem 1. April kein neuer Todesfall vermeldet. Über die aktuellen Entwicklungen in der Coronakrise in Potsdam und Brandenburg halten wir Sie wie immer in unserem Newsblog auf dem Laufenden.

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Rettet die Reisebüros

Mit einem Aktionstag unter dem Motto „Rettet die Reisebüros“ soll am Mittwoch in Potsdam auf die Lage der Geschäfte in der Coronakrise aufmerksam gemacht werden. Durch die Coronakrise werde der Tourismusbranche die Geschäftsgrundlage entzogen, heißt es in einem Schreiben zum Tag. Vielen Reisebüros drohe der Zusammenbruch. „Die beschlossenen und zum großen Teil gezahlten staatlichen Hilfen für drei Monate reichen in der Touristik bei weitem nicht aus, um die Krise zu überstehen“, heißt es weiter. 1500 Reisebüros in Brandenburg seien betroffen, davon 54 in Potsdam. 

Die Vertreter der Reisebüros fordern ein bedingungsloses Unternehmereinkommen in Höhe von 1000 Euro für ein Jahr, wenn coronabedingt substanzielle Umsatzeinbrüche von mindestens 50 Prozent nachweisbar sind und einen Tourismusfonds für gesunde touristische Unternehmen.

Hilfsprogramm für Kultureinrichtungen

Nicht nur die Wirtschaft leidet während der Coronakrise, sondern auch die Kulturschaffenden sind in Not. Deswegen wurde ein Unterstützungsprogramm für Kultureinrichtungen im Land Brandenburg aufgelegt, dass Kulturministerin Manja Schüle (SPD) heute um 11 Uhr in der Staatskanzlei gemeinsam mit Franziska Siedler (Leiterin des kommunalen Eigenbetriebs Kloster Chorin) und Andreas Walz (Geschäftsführer der Jugendkulturfabrik Brandenburg und Vorstandsvorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur) präsentiert.

Wie das Kulturministerium mitteilte, richtet sich die Corona-Hilfe an kommunale Kultureinrichtungen und gemeinnützige kulturelle Vereine sowie Stiftungen und Gesellschaften. Das Land stellt Mittel des Corona-Rettungsschirms bereit, um anteilig Einnahmeausfälle bei öffentlichen und gemeinnützigen privaten Kultureinrichtungen und Kulturträgern auszugleichen, die ab dem 11. März 2020 entstanden sind. Die entsprechende Richtlinie, das Antragsformular sowie weitere Informationen stehen unter https://mwfk.brandenburg.de bereit. Zudem wird noch ein Unterstützungsprogramm für Künstlerinnen und Künstler vorbereitet.

Spendenaktion für den Falkenhof

Seit einer Woche dürfen zoologische Einrichtungen wieder öffnen. Auch der Falkenhof Potsdam (Ravensberggestell 2) kann wieder besucht werden - täglich von 10 Uhr bis 16 Uhr. Leider dürfen Veranstaltungen wie Kindergeburtstage oder Falkner für einen Tag nicht durchgeführt werden. Dem Falkenhof im Landschaftsschutzgebiet Ravensberge fehlen daher wichtige Einnahmen.

Im Kampf gegen finanzielle Sorgen startete am Montag ein Crowdfunding-Projekt, das von den Stadtwerken Potsdam initiiert wurde. Ziel der Aktion: Innerhalb von 30 Tagen sollen 10.000 Euro an Spendengeldern gesammelt werden. Wer einen Beitrag leistet möchte, klickt bitte HIER. Unterstützern winken viele Prämien.

Niederländische Malkunst in der a|e GALERIE

Die a|e GALERIE (Charlottenstraße 13) steht Kunstfreunden wieder offen. Zwischen Mittwoch und Freitag (jeweils von 15 Uhr bis 18 Uhr) und samstags zwischen 12 Uhr und 16 Uhr können Besucher die Malereien der Niederländer Bernard Divendal und Menno Veldhuis studieren. Wie die Galerie mitteilte, können gleichzeitig drei Besucher die Ausstellung besuchen. 

Garnisonkirche erreicht Etappenziel

Heute erreicht der Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche ein entscheidendes Etappenziel. Der Sockelbau des  später fast 90 Meter hohen Turms wird mit dem Guss der Betondecke fertiggestellt. Der umstrittene Wiederaufbau des Turms der ehemaligen Militärkirche, der nach schwerer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg 1968 auf Geheiß der DDR-Führung gesprengt worden war, soll bis zum Sommer 2022 abgeschlossen werden. Der Wiederaufbau startete im Herbst 2017.

Blick ins Neue Palais

Die ersten Museen und Schlösser in Potsdam öffnen in den kommen Tagen wieder für den Publikumsverkehr – allerdings mit streng begrenzter Besucherzahl und weiteren Maßnahmen zur Eindämmung der Virusverbreitung. Bereits am Wochenende vom 1. bis zum 3. Mai 2020 ist die Historische Mühle am Schloss Sanssouci wieder für Besichtigungen geöffnet. Auch das Belvedere Pfingstberg kann ab dem 1. Mai wieder besucht werden. 

Das Neue Palais, das sich am westlichen Ende der Hauptallee des Parks Sanssouci erhebt, bleibt noch geschlossen. Ins Innere des Schlossbaus kann man dennoch blicken. Die Schlösserstiftung informiert auf ihrer Homepage über einige der Prunkstücke der Porzellankunst im Neuen Palais. Die Rede ist von vier Kronleuchtern, von denen zwei in Meißen und zwei in der Königlichen Porzellan-Manufaktur in Berlin entstanden. Den Beitrag von Dr. Samuel Wittwer, Direktor der Schlösser und Sammlungen der Stiftung, lesen Sie HIER.

Poetenpack schwärmt für Roxane

Jede Woche stellt das Theater Poetenpack eine Produktionen in voller Länge online. Noch bis zum 1. Mai läuft HIER das Stück "Cyrano de Bergerac". In die Rolle des Poeten, der unter seinen langen Nase leidet und der wie Musketier Christian de Neuvillette für die schöne Roxane schwärmt, schlüpfte Reiner Gabriel. Und weil man den Schauspielenden nicht applaudieren kann - jedenfalls nicht von Angesicht zu Angesicht, freut sich das Theater über Kommentare bei Facebook oder Instagram.

Fit bleiben mit Daniel Frahn

Der Fußballbetrieb ruht, aber die Spieler des Regionalligisten SV Babelsberg 03 achten natürlich dennoch auf ihre Fitness. In einem Video auf der Homepage des SVB zeigt Stürmer Daniel Frahn, wie er während der Coronakrise in Form bleibt. 

Zum Schluss das Wetter

Es bleibt zwar frühlingshaft, ganz so warm wie an den Vortagen wird es aber wohl nicht werden. Ob die 20-Grad-Marke geknackt wird? Die Wetterfrösche bzw. Wetterdienste sind sich uneinig.  

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