• Matrosenstation am Jungfernsee: Vollendung von Kongsnæs lässt noch auf sich warten

Matrosenstation am Jungfernsee : Vollendung von Kongsnæs lässt noch auf sich warten

Die Ventehalle samt Restaurant ist nach etlichen Verschiebungen fertig, doch die Matrosenstation Kongsnæs ist damit noch nicht komplett. Und auch die Einlösung eines Versprechens bleibt der Investor noch schuldig. 

Michael Linckersdorff vor der Ventehalle.
Michael Linckersdorff vor der Ventehalle.Foto: PNN / Ottmar Winter

Potsdam - Ende Juli war es endlich so weit: Die Ventehalle der Matrosenstation Kongsnæs an der Potsdamer Schwanenallee wurde als Restaurant eröffnet, nach zahlreichen Terminverschiebungen und Verzögerungen. Doch die Häuser in direkter Nachbarschaft zu der hölzernen Halle am Ufer des Jungfernsees sind noch Baustelle – und werden es auch noch einige Zeit lang bleiben, wie die PNN nun erfuhren. Auch die mehrfach von Investor Michael Linckersdorff angekündigte Stiftung, die eigentlich nach der Eröffnung der Halle gegründet werden sollte, lässt noch auf sich warten.

2009 schon hatte Linckerdorff die Fläche von der Stadt Potsdam gekauft, Maßgabe war damals, dass er die historische Matrosenstation denkmalgerecht wieder aufbaut und die drei Bestandsgebäude saniert. Das Ensemble wurde zwischen 1892 und 1896 nach Plänen des norwegischen Architekten Holm Hansen Munthe gebaut. Kaiser Wilhelm II. hatte die Matrosenstation in Auftrag gegeben, die vor allem als Start- und Landepunkt für Vergnügungs- und Repräsentationsfahrten der kaiserlichen Familie diente.

Während die Ventehalle im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde, blieben die restlichen Gebäude erhalten: das Kapitänshaus, die Matrosenkaserne und das Bootshaus. Linckersdorff will die drei Häuser jenseits der Schwanenallee nach der Sanierung vermieten – insgesamt handelt es sich um 1400 Quadratmeter Wohnraum. 

Die Wohngebäude sollen in zwei Jahren bezugsfertig sein

Auch für ihre Fertigstellung hat der Investor aus Berlin schon zahlreiche Termine angegeben, die immer wieder verstrichen. Auf eine erneute PNN-Anfrage sagte der Investor nun, er gehe davon aus, dass die Häuser in zwei Jahren bezugsfertig sind. „Wenn es richtig gut läuft schon in eineinhalb Jahren.“ Derzeit werde in Vorbereitung auf den Winter am Tragwerk der Dächer gearbeitet. Parallel würden in Polen die historischen Türen saniert und instandgesetzt und die Fenster nachgebaut. Auch die Auftragsvergabe für die Restaurierung der Farbfassung des Dienstzimmers des Stationsleiters stehe „unmittelbar bevor“. Am Ende sollen die Häuser ähnlich wie die Ventehalle gegenüber aussehen – von der roten Farbe bis zu den Schnitzarbeiten am Dach. Zeit hat Linckersdorff theoretisch noch bis 2025 – erst kürzlich hat die Stadt die bereits abgelaufenen Baugenehmigungen für das Ensemble erneuert. 

Die Nutzung der wieder aufgebauten Ventehalle als Restaurant war in Potsdam nicht nur auf Gegenliebe gestoßen, einige Nachbarn aus der Schwanenallee fürchteten eine Großgastronomie mit Lärmbelästigungen und Schäden für das Welterbe. Wohl auch, um ihnen den Wind aus den Segeln zu nehmen, hatte Linckersdorff immer wieder angekündigt, alle Einnahmen aus der Verpachtung des Gebäudes nicht in die eigene Tasche, sondern in eine Stiftung zur Förderung begabter Jugendlicher aus schwierigen Verhältnissen fließen zu lassen, sobald das Restaurant eröffnet ist. Doch daraus wird zunächst nichts, wie sich nun zeigt. 

Die Gründung der Stiftung ist verschoben

„Die Errichtung der Stiftung muss noch etwas warten, bis das gesamte Projekt fertiggestellt ist“, sagte er den PNN. „Dies ist auch das dringende Anliegen der Banken, die Kreditgeber sind.“ Sprich: Erst wenn auch die Wohngebäude fertiggestellt sind, soll auch die Stiftung gegründet werden. 

Geplant sei nach wie vor eine öffentliche Stiftung in Form einer Bürger-Stiftung, deren Satzung „nicht zu eng gefasst“ sein sollte. „Besonders liegt mir aber, wie ich es schon mehrfach gesagt habe, die Förderung begabter und/oder leistungsbereiter junger Menschen am Herzen, die aus einem wenig unterstützenden sozialen Umfeld kommen.“ In letzter Zeit beschäftige ihn aber auch zunehmend die Frage, wie man älteren Menschen, die ihr Leben lang hart gearbeitet haben, jetzt aber über extrem bescheidene Mittel verfügten, „sinnvolle Unterstützung zur Erhaltung der Lebensfreude“ bieten könne.