• Luftverschmutzung in Potsdam: Belastung auf den Straßen ist 2020 gesunken

Luftverschmutzung in Potsdam : Belastung auf den Straßen ist 2020 gesunken

Die Luft an den Potsdamer Messstellen ist im vergangenen Jahr sauberer geworden. Sanktionen oder Fahrverbote dürften damit kein Thema mehr sein.

In der Zeppelinstraße kann es auch mal länger dauern (Archivbild).
In der Zeppelinstraße kann es auch mal länger dauern (Archivbild).Foto: PNN / Ottmar Winter

Potsdam - Nicht nur Anwohner, sondern auch die Verkehrsverwaltung im Rathaus kann wohl durchatmen. Potsdam hat nicht nur im vierten Jahr in Folge die Grenzwerte für gesundheitsschädliches Stickstoffdioxid in der Zeppelinstraße eingehalten, sondern die Belastung ist auch noch weiter gesunken. Das Risiko für Sanktionen wie Geldstrafen durch die EU-Kommission oder gerichtlich angeordnete Fahrverbote wie in anderen deutschen Städten dürfte bis auf Weiteres gebannt sein. Hintergrund sind die seit Anfang 2015 europaweit geltenden, rechtsverbindlichen Grenzwerte für gesundheitsschädliches Stickstoffdioxid (NO2), die in der Zeppelinstraße jahrelang überschritten worden waren

Im Dezember wurden an der Messstation am Bahnhof Charlottenhof nur 22 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter Luft gemessen, wie aus den Luftgütedaten des Landesumweltamts Brandenburg hervorgeht. Im Mittelwert aller zwölf Monate im Jahr 2020 ergibt sich daraus  ein Jahresdurchschnitt von 25,75 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft - der Grenzwert liegt bei 40 Mikrogramm. Im Vorjahr waren es noch 29 Mikrogramm gewesen, 2018 lag der Jahresdurchschnitt bei 36 Mikrogramm.

Im Jahr 2017 war die stark befahrene Einfallstraße umgestaltet worden. Seitdem gibt es nur noch eine Geradeausspur je Richtung, dazu eine wechselseitige Mittelspur für Linksabbieger. Damit sollte die Menge der Autos reduziert werden, die dort gleichzeitig unterwegs sind. Dass die Schadstoffbelastung auch Jahre später weiter sinkt, deutet jedoch darauf hin, dass auch andere Effekte eine Rolle spielen. So könnten auch die Autos durch die fortschreitende Erneuerung weniger Schadstoffe ausstoßen. 

Sinkende Tendenz auch in der Großbeerenstraße

Auch in der Großbeerenstraße hat die Schadstoffbelastung im vergangenen Jahr abgenommen. Dort lag der Jahresmittelwert bei 27 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter Luft. Im Jahr 2019 lag der Wert noch bei 30 Mikrogramm. Dort hatte die Stadt nach Jahren mit überschrittenen Grenzwerten Tempo 30  verordnet. Anscheinend wurden die sinkende Tendenz auch nicht durch den Ausweichverkehr von der Nuthestraße gebrochen, die derzeit wegen der Bauarbeiten an den Hochstraßenbrücken nur einspurig befahrbar ist.

Auch die Feinstaubwerte in beiden Straßen lagen weit unter dem Niveau aus früheren Jahren. Eine genaue Auswertung für das gesamte Jahr liegt zwar noch nicht vor. Aber aus den Kalenderdaten für den Zeitraum von Mitte Januar 2020 bis Mitte Januar 2021 lassen sich nur sieben Tage erkennen, an denen der Tagesmittelwert von 50 Mikrogramm je Kubikmeter Luft überschritten wurde. In der Großbeerenstraße waren es zwei Tage. In früheren Jahren gab es oft dutzende Überschreitungen.

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