• Lieferdienst expandiert: Uber Eats liefert jetzt auch in Potsdam

Lieferdienst expandiert : Uber Eats liefert jetzt auch in Potsdam

Die Tochter des US-amerikanischen Fahrdienstleisters startet mit 50 Restaurants. Den Service übernehmen zunächst 20 Fahrradkuriere.

Uber Eats startet in Potsdam zunächst mit 20 Fahrradkurieren. 
Uber Eats startet in Potsdam zunächst mit 20 Fahrradkurieren. Foto: Adam Berry/Uber Eats

Potsdam - Konkurrenz für Lieferando: Ab Donnerstag startet der Essenslieferdienst Uber Eats in Potsdam. Kund:innen können sich von insgesamt 50 Restaurants beliefern lassen, darunter von My Anh 68, Fancy Donuts, dem Restaurant Weißer Schwan, dem Einstein Café oder dem Steakhouse Mendoza. Im Laufe der Zeit sollen weitere dazu kommen, Marktführer Lieferando listet derzeit rund 90 Restaurants in der Landeshauptstadt. 

„Seit Anfang 2021 haben wir in Potsdam schon rund 10 000 Bestellversuche über die Uber Eats App registriert - die Potsdamer scheinen also Appetit auf Uber Eats zu haben“, sagt Unternehmenssprecher Friedrich Kabler. Man wolle sich zunächst auf Babelsberg, die nördliche Innenstadt und Potsdam-West konzentrieren und dann das Angebot nach und nach ausbauen.

Das Unternehmen, das zum US-amerikanischen Fahrdienstleister Uber gehört, ist erst seit einem Jahr in Deutschland aktiv. Gestartet war es im Frühjahr 2021 in Berlin: „Wir sind mit der eigenen Performance sehr zufrieden“, sagt Kabler. Begonnen hatte man damals im Stadtgebiet mit rund 200 Restaurants, jetzt sei man bei rund 1500 und liefere auch bis nach Spandau oder Köpenick. Zeitlich werde vom Frühstück bis zur Nachtschicht alles abgedeckt, mit Restaurants wie Burgermeister bestehen sogar Exklusivverträge. Über 250 000 Berliner:innen hätten im ersten Jahr durch Uber Eats Essen bestellt, so Kabler.

Auch in Parks wird laut Uber Eats geliefert

Die Auslieferung übernehmen Kuriere, die hauptsächlich mit dem Fahrrad oder dem E-Bike unterwegs sind. Anders als Lieferando setzt Uber Eats dabei in erster Linie auf eigene Fahrer:innen: Laut Lieferando werden etwa 90 Prozent der Lieferungen durch die Lieferdienste der Restaurants durchgeführt, die Plattform vermittelt also hauptsächlich die Aufträge, anstatt selbst zu liefern. Bei Uber Eats hingegen liegt dieser Wert eher bei 20 Prozent, der Großteil wird durch eigene Kuriere ausgeliefert. 

Diese sind allerdings nicht bei Uber Eats angestellt, sondern gehören zu verschiedenen Logistik-Firmen; ähnlich arbeitet der Fahrdienstleister Uber, der mit verschiedenen Mietwagenunternehmen kooperiert. So gibt es keinen zentralen Generalunternehmer, in dem die Kuriere beschäftigt sind, die Bezahlung hängt vom jeweiligen Subunternehmer ab.

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In Potsdam will Uber Eats mit 20 Fahrradkurieren starten. Das Unternehmen wirbt damit, dass man sich das Essen auch in den Park liefern lassen könne und genau wisse, wann es ankomme. Das geht, weil alle Kund:innen in der App sehen können, wo sich die Fahrer:innen gerade befinden. Per GPS kann die Route verfolgt werden, wenn sich die Kuriere verfahren, könne man sie auch kontaktieren. 

Die Überwachung der Mitarbeiter:innen dient nicht nur der Kundenzufriedenheit, sondern auch der Effizienz: Uber Eats hat den Anspruch, Lieferzeiten so kurz wie möglich zu halten. „Weltweit sind wir bei einer Durchschnittslieferzeit von 30 Minuten“, sagt Kabler. Diesen Wert strebe man künftig auch in Deutschland an, hier betrage die Durchschnittszeit aktuell noch 35 Minuten. „Das ist schon ziemlich gut für diesen jungen Markt“, so Kabler.

Wer liefert hier?

Abgesehen von klassischen Pizzerias und Fastfood-Ketten, die ihre eigenen Lieferanten beschäftigen, gab es bislang in Potsdam nur einen großen Essenslieferdienst: Lieferando, der unbestrittene Marktführer in Deutschland, der zum niederländischen Konzern Just Eat Takeaway gehört. In Potsdam listet Lieferando momentan rund 90 Restaurants, von denen Lieferungen angeboten werden. Das Konkurrenz-Unternehmen Wolt, das unter anderem in Berlin aktiv ist, ist nicht in Potsdam vertreten. Seitdem sich Deliveroo 2019 vom deutschen Markt zurückgezogen und Lieferando seine Konkurrenten Pizza.de, Delivery Hero und Foodora aufgekauft hat, besitzt Lieferando mittlerweile eine marktbeherrschende Stellung in Deutschland. Immer wieder steht das Unternehmen mit Sitz in Amsterdam in der Kritik, zum Beispiel, weil es zu hohe Provisionen verlangt, oder weil Restaurants durch die Monopolstellung von Lieferando in eine Abhängigkeit von der Bestell-Plattform geraten. Zudem hat Lieferando Schattenwebseiten von Restaurants erstellt, um so einen Marktvorteil zu erlangen. Das Unternehmen bestreitet letzteres.

Lieferdienste befinden sich im Aufwärtstrend

Seine Dienste lässt sich Uber Eats etwas kosten: 30 Prozent Provision bekommt das Unternehmen von jeder Bestellung, wenn diese mit den eigenen Fahrer:innen ausgeliefert wurde, wenn die Restaurants selber ausliefern, liegt die Provision bei 15 Prozent. Bei Lieferando läuft es ähnlich: 13 Prozent, wenn die Restaurants selbst liefern, 30 Prozent bei eigener Lieferung. 

Da Uber Eats stärker auf eigene Kuriere setzt, rechnet sich das Unternehmen auf Dauer höhere Umsätze aus. Kabler hebt die Vorteile für die Restaurants hervor: „Sie profitieren von zusätzlicher Nachfrage, müssen aber keine eigene Lieferlogistik aufbauen oder zusätzliches Personal einstellen.“ Auch Aufgaben wie Kundenservice, Beschwerden oder Stornierungen würden von Uber Eats übernommen.

Spätestens seit der Corona-Pandemie befinden sich Lieferdienste im Aufwärtstrend: Uber Eats hatte bereits im März 2020 ein Drittel mehr Neukunden verzeichnen können. In Deutschland wittert der Lieferdienst große Wachstumsmöglichkeiten: „Lieferungen durch Logistikunternehmen machen in Deutschland bislang weniger als zehn Prozent des Marktes aus“, sagte Eve Henrikson, Chefin von Uber Delivery in Europa. In Großbritannien oder Frankreich hingegen liege dieser Wert bei 40 bis 60 Prozent. Und so ist das Unternehmen auf Expansionskurs: Bis Ende des Jahres will Uber Eats in 60 deutschen Städten vertreten sein, derzeit sind es 23. Weltweit ist Uber Eats in mehr als 6000 Städten aktiv.

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