• Kriminalitätsstatistik 2019: Weniger Gewalt, mehr Drogendelikte in Potsdam

Kriminalitätsstatistik 2019 : Weniger Gewalt, mehr Drogendelikte in Potsdam

Das Risiko, Opfer einer Straftat zu werden, ist im vergangenen Jahr gesunken. Es gab auch weniger Fahrraddiebstähle. Doch die Zahl der Vergewaltigungen ist deutlich gestiegen. 

Polizisten gehen Streife.  
Polizisten gehen Streife.  Foto: dpa

Potsdam - Die Kriminalität in Potsdam hat im vergangenen Jahr leicht abgenommen – und das bei steigender Einwohnerzahl. Statistisch gesehen ist also das Risiko weiter gesunken, Opfer einer Straftat zu werden. Insgesamt registrierte die Polizei im vergangenen Jahr 15 465 Straftaten in der Stadt. Das sind 703 weniger als im Vorjahr und etwas weniger als der Durchschnitt der vergangenen Jahre. Das teilte die zuständige Polizeidirektion West am Donnerstag mit. Allerdings ist auch die Aufklärungsquote im vergangenen Jahr erneut gesunken. Sie lag bei 53,9 Prozent. Die Statistik beinhaltet wie immer ein paar Unschärfen. Denn die Polizei kann nur zählen, was angezeigt wird. Andererseits bedeutet nicht jede Anzeige, dass tatsächlich eine Straftat geschehen ist.

Gewaltkriminalität geht zurück

Bei der Gewaltkriminalität hat sich der Trend der Vorjahre zumindest umgekehrt. Im vergangenen Jahr erfasste die Polizei in Potsdam 407 solcher Delikte, zu denen unter anderem Tötungsdelikte und Körperverletzungen zählen. Im Vorjahr waren es noch 442 gewesen. Genau wie 2018 zählte die Polizei in Potsdam auch 2019 drei Tötungsdelikte. 2017 waren es noch acht gewesen. Die Aufklärungsquote lag bei 100 Prozent. Der Rückgang der Gewaltkriminalität in der Statistik geht praktisch komplett auf einen Rückgang bei den Körperverletzungen zurück. Im vergangenen Jahr wurden 256 solcher Straftaten registriert, 39 weniger als im Jahr zuvor. 

Deutlich mehr Vergewaltigungen im Jahr 2019

Einen deutlichen Anstieg gab es bei Vergewaltigungen und sexuellen Nötigungen. 27 solcher Straftaten zählte die Polizei, im Jahr 2018 waren es noch 19 gewesen. Es wurden 120 Fälle von Raub oder räuberischer Erpressung registriert, fünf weniger als im Vorjahr.

Weniger Fahrraddiebstähle

Einen deutlichen Rückgang gab es 2019 bei den Diebstählen. Hier wurden 6358 Straftaten registriert. Das sind 333 weniger als im Jahr zuvor und die wenigsten Diebstähle in den vergangenen vier Jahren. Die Aufklärungsquote ist bei dieser Deliktgruppe gering. Im vergangenen Jahr lag sie 28,3 Prozent. Der Rückgang der Zahl der Delikte geht fast vollständig darauf zurück, dass weniger Fahrräder gestohlen wurden. Die Zahl sank um 358 auf 1628 Fälle. Die Zahl der Autodiebstähle stieg von 153 auf 169 Fälle an, ebenso die Diebstähle aus Autos mit 498 statt 449 Fällen. Eingebrochen wurde im vergangenen Jahr etwas weniger. Die Polizei zählt 175 Wohnungseinbruchsdiebstähle, 15 weniger als im Vorjahr. 
 

Leicht zugelegt hat hingegen die Drogenkriminalität. Hier registrierte die Polizei in Potsdam im vergangenen Jahr 1090 Fälle – 79 mehr als im Vorjahr. 2016 waren es nur etwa halb so viele. Anders als beispielsweise beim Diebstahl sind Drogendelikte sogenannte Kontrolldelikte. Die Zahl hängt stark davon ab, wie streng die Polizei kontrolliert. Entsprechend hoch ist dann die Aufklärungsquote mit 94,4 Prozent. Die übergroße Mehrheit der Tatverdächtigen sind Konsumenten.

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