• Kommentar zum Kinderbauernhof: Bauverwaltung sollte Widerstand aufgeben

Kommentar zum Kinderbauernhof : Bauverwaltung sollte Widerstand aufgeben

Dem Kinderbauernhof in Groß Glienicke droht der Abriss. Doch die Unterstützung wächst - und die Potsdamer Bauverwaltung sollte dringend ihre Position überdenken. Ein Kommentar.

Immer mehr Potsdamer unterstützen den Kinderbauernhof in Groß Glienicke.
Immer mehr Potsdamer unterstützen den Kinderbauernhof in Groß Glienicke.Foto: Andreas Klaer

Potsdam - Der Umgang der Bauverwaltung mit dem Kinderbauernhof in Groß Glienicke ist nur schwer nachvollziehbar. Denn die aktuellen Initiativen aus der Politik und dem Ortsteil zum Erhalt des Hofs haben eine Vorgeschichte: Schon vor wenigen Monaten haben die Stadtverordneten auf Antrag der Fraktion Die Andere beschlossen, „alle Möglichkeiten auszuschöpfen“, die Anlage vor Ort zu sichern. Es folgte eine Erklärung der an anderer Stelle gern findigeren Bauverwaltung, was in Groß Glienicke alles nicht geht – und dass doch der Bauernhof neben eine nahe Motocrossstrecke umziehen könnte. Als ob sich eine solche Anlage einfach per Knopfdruck versetzen lassen würde. Absurd.

Daher wäre die Bauverwaltung gut beraten, ihren Widerstand gegen den Willen der Mehrheit der gewählten Stadtverordneten aufzugeben – einmal, weil der nächste Beschluss pro Bauernhof absehbar ist, da sind sich viele Fraktionen im Stadtparlament einig. Dazu hat die ganze Angelegenheit – eine Stadt macht einen Tierhof platt, den auch viele Kinder nutzen – viel Potenzial für den Kommunalwahlkampf und auch für (negative) überregionale Berichterstattung. 

Henri Kramer meint: "Der Umgang der Bauverwaltung mit dem Kinderbauernhof in Groß Glienicke ist nur schwer nachvollziehbar."
Henri Kramer meint: "Der Umgang der Bauverwaltung mit dem Kinderbauernhof in Groß Glienicke ist nur schwer nachvollziehbar."Foto: Sebastian Gabsch PNN

Damit hat die Bauverwaltung freilich schon Erfahrung, erinnert sei nur an den strittigen Holzstapel am Inselhotel auf Hermannswerder, der Potsdam bundesweit immer noch Häme einbringt. Dezernatschef Bernd Rubelt (parteilos) sollte solche Fälle erkennbarer zur Chefsache machen und endlich abräumen. 

Denn einige Blamagen hätte sich die Stadtverwaltung auch in der Vergangenheit erspart, wenn sie eingelenkt hätte – erinnert sei nur an das erfolglose Vorgehen gegen missliebige Äußerungen des Chefs des Inselhotels. Doch lernt man im Rathaus endlich einmal aus solchen Fehlern?