• Kinderbetreuung in Potsdam: Erste kommunale Kita öffnet ein Jahr später

Kinderbetreuung in Potsdam : Erste kommunale Kita öffnet ein Jahr später

Beim Bau der Einrichtung im Bornstedter Feld kommt es zu Verzögerungen. Auch der neue Hort an der künftigen Grundschule am Filmpark wird städtisch.

Perspektivisch will die Stadt sechs Kitas und sechs Horte betreiben (Symbolbild).
Perspektivisch will die Stadt sechs Kitas und sechs Horte betreiben (Symbolbild).Foto: dpa

Potsdam - Die Stadtverwaltung muss den Start für die erste kommunale Kita in Potsdam, nun noch einmal um ein Jahr verschieben. Grund sind Bauverzögerungen für die geplante Einrichtung in der Georg-Hermann-Allee im Bornstedter Feld, die nun im Sommer 2023 starten soll. Ein Stadtsprecher erklärte dazu jetzt auf PNN-Anfrage: „Die Fertigstellung verschiebt sich um wenige Monate auf das erste Halbjahr 2023, da die Ausschreibung zur Vergabe der Rohbauarbeiten aufgrund der angespannten Marktlage wiederholt werden musste.“

Noch im Juni hatten die Stadtverordneten die von Bildungsdezernentin Noosha Aubel (parteilos) vorgelegte Schul- und Kitaplanung für die nächsten Jahre beschlossen – mit der besagten Kita ab dem Jahr 2022. Schon Anfang 2020 hatte das Aubel-Ressort einräumen müssen, dass sich die Pläne um zwei Jahre verschieben, weil die potenziellen Einrichtungen frühestens 2022 fertig würden.

Kitas bisher alle in privater Hand

Im kommenden Jahr könnte laut einer aktuellen Auflistung aus dem Rathaus auch eine weitere Kommunalkita fertig werden – der Hort an der künftigen Grundschule am Filmpark Babelsberg, die dort im Auftrag des Freizeitunternehmens für die Stadt errichtet wird.

Weitere Standorte sind ein Hort ab dem Sommer 2024 im geplanten Stadtviertel Krampnitz, der Neubau zweier Kitas in der Ricarda-Huch-Straße im Kirchsteigfeld sowie in der Burg-/ Joliot-Curie-Straße in der Innenstadt. Der Zeitplan für eine neue Waldstadt-Kita in der Johannes- R.-Becher-Straße sei offen. Perspektivisch will die Stadt sechs Kitas und sechs Horte betreiben – also acht Prozent aller Kinderbetreuungseinrichtungen in Potsdam. Bislang werden alle privat betrieben.

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Zweifel an Leistungsfähigkeit der Stadtverwaltung

Die anderen Kita-Betreiber in der Stadt hatten wie berichtet große Bedenken angemeldet: Sie zweifeln an der Leistungsfähigkeit der als überlastet geltenden Stadtverwaltung, fürchten aber auch eine ungleiche Konkurrenz. Gleichwohl hat das Rathaus die Vorbereitungen schon vorangetrieben, zuletzt wurde unter anderem ein pädagogisches Rahmenkonzept vorgelegt. 

Den gesamten Prozess koordiniert eine Projektgruppe. Als Träger der Kindertagesstätte sei man dann auch für die Gewinnung des Personals zuständig, hieß es aus dem Rathaus. 

Gutachter für Kita-Gebührenskandal gefunden

Für die Aufarbeitung der skandalösen Vorgänge um die über Jahre hinweg zu hoch angesetzten Kitagebühren in Potsdam ist ein Gutachter gefunden. Das ist jetzt im EU-Amtsblatt mitgeteilt worden. In einer europaweiten Ausschreibung des Rathauses mit zwei Bewerbern hat sich demnach das deutschlandweit aktive Berliner Institut für Public Management (IPM) am Institut für Prozessoptimierung und Informationstechnologien durchgesetzt. So eine Untersuchung hatten die Stadtverordneten 2019 beschlossen. Initiator war damals die Fraktion Die Andere. 

Ein Fragenkatalog war Mitte 2020 im Hauptausschuss abgestimmt worden. Geklärt werden sollen grundsätzliche Verantwortlichkeiten – also, wer die hohen Gebühren einfädelte. Es geht aber auch um Empfehlungen für die Zukunft. Die freiwillige Rückzahlung der zu hoch angesetzten Beitragsteile für die Zeit von 2015 bis Mitte 2018 ist bereits abgeschlossen, davon konnten Tausende Eltern profitieren. Die Stadt hatte mehr als 30 Millionen Euro ausgezahlt. Die Falschkalkulation hatte der Kita-Elternbeirat aufgedeckt.

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