• „Kein fliegender Teppich“: Bahnkundenverband verteidigt Umstieg am Campus Jungfernsee

„Kein fliegender Teppich“ : Bahnkundenverband verteidigt Umstieg am Campus Jungfernsee

Der Bahnkundenverband ist verwundert über die Verärgerung vieler Potsdamer, die zwischen Bus und Straßenbahn am Campus Jungfernsee umsteigen müssen.

Umstieg am Campus Jungfernsee.
Umstieg am Campus Jungfernsee.Foto: A. Klaer

Potsdam/Groß Glienicke - Im Streit um die Busanbindung von Groß Glienicke zur Potsdamer Innenstadt stärkt der Deutsche Bahnkundenverband (DBV) dem Verkehrsbetrieb den Rücken. Man sei überrascht über die große Verärgerung von einigen Potsdamern, die zwischen Bus und Straßenbahn am Campus Jungfernsee umsteigen müssen, heißt es in einer Mitteilung des DBV. „Was an vielen anderen Orten in der Landeshauptstadt – zum Beispiel an der Kirschallee – und täglich in Deutschland erfolgreich und meist problemlos funktioniert, scheint völlig unmöglich“, so der stellvertretende Vorsitzende Conrad Anders.

Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember ist die früher durchgängige Verbindung aus Groß Glienicke mit der Buslinie 638 gekappt. An der neuen Endhaltestelle muss in die Tram der Linie 96 umgestiegen werden. Die Fahrtzeit hat sich durch den Umstieg auf 42 Minuten verlängert. Das sind zehn Minuten mehr als mit dem durchfahrenden Bus.

Gegen die Änderung regt sich seither Protest. Mittlerweile wurden rund 2500 Unterschriften für die Forderung gesammelt, den Bus wieder zum Potsdamer Hauptbahnhof durchfahren zu lassen. Der DBV kann den Beschwerden nicht ganz folgen: Der Umstieg am Campus Jungfernsee sei ein akzeptabler Kompromiss im Spagat zwischen einem möglichst dichtem Takt und wirtschaftlichem Einsatz. „Nach unseren Beobachtungen funktioniert der Umstieg mit etwa drei Minuten Wartezeit fast immer zuverlässig“, so der DBV. „Es geht nicht darum, jedem Menschen einen ,fliegenden Teppich von Tür zu Tür’ anzubieten.“

Dass die Busse wieder durchfahren, ist unwahrscheinlich

Morgen beschäftigt sich auch der Groß Glienicker Ortsbeirat noch einmal mit dem Thema. Auf der Tagesordnung steht ein Antrag des Ortsbeiratsmitglieds Andreas Menzel (UWG). Demnach sollen die Busse solange wieder bis zum Potsdamer Hauptbahnhof durchfahren, bis alle Trams und Haltestellen barrierefrei sind und die Fahrtzeit nicht länger sei als vor dem Fahrplanwechsel. Sollte der Antrag befürwortet werden, müssten sich auch die Stadtverordneten damit beschäftigen.

Dass die Busse wieder durchfahren, ist allerdings unwahrscheinlich. „Eine kurzfristige Erweiterung des Fahrplanangebotes ist aufgrund des dafür nötigen Mehrbedarfs an Fahrzeugen, Fahrpersonal und finanziellen Mitteln ausgeschlossen“, hatte die Stadtverwaltung zuletzt auf eine entsprechende PNN-Anfrage mitgeteilt. 

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