• Kampfansage an die CDU und AfD: Potsdam-SPD nominiert Manja Schüle für Bundestag

Kampfansage an die CDU und AfD : Potsdam-SPD nominiert Manja Schüle für Bundestag

Die SPD nominiert im Potsdamer Wahlkreis Manja Schüle für die Bundestagswahl. Als Gegner macht sie die Rechtspopulisten von der AfD aus - und CDU-Rechtsaußen Saskia Ludwig. Denn die sei "AfD light".

Manja Schüle
Manja SchüleFoto: promo

Potsdam – Der Bundestagswahlkampf 2017 in der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam ist eröffnet: Die SPD will mit der Bildungsexpertin Manja Schüle den heißumkämpften Wahlkreis 61 zurückerobern, den die Union bei der letzten Wahl 2013 im vorher als „rot“ geltenden Potsdam erstmals überhaupt gewonnen hatte. Es der Wahlkreis mit Teilen von Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming, den die CDU mit der diese Woche überraschend von der Parteibasis aufgestellten konservativen Ex-Landesvorsitzenden und Merkel-Kritikerin Saskia Ludwig halten will. 

Schüle will das Direktmandat von CDU zurückerobern

Schüle, die am Freitagabend auf einer Vertreterversammlung in Potsdam als SPD-Direktkandidatin für den Wahlkreis nominiert wurde, schwor die Genossen auf eine harte Auseinandersetzung ein. „Wir holen das Direktmandat zurück“, sagte sie. Es gebe demokratische Mitbewerber „und einen Gegner, nämlich die AfD. Und Saskia Ludwig zähle ich dazu, denn sie ist AfD light“. Als einzige Landtagsabgeordnete pflege Ludwig rege Kontakte zur AfD, halt sich nicht an den Konsens der  anderen Parteien im Landtag zum Umgang mit den Rechtspopulisten. 

Die SPD-Kandidatin ist Bildungsexpertin

Für die Potsdamer SPD war seit 2002 die Abgeordnete Andrea Wicklein im Bundestag, die nicht noch einmal antritt. Bis 2013 hatte sie stets das Direktmandat ge-holt. Schüle, Jahrgang 1976, die das Büro des Brandenburger Bildungsministers Günter Baaske führt, leitet im SPD-Landesverband seit Jahren die Arbeitsgemeinschaft für Bildung. Aktuell trägt der Leitantrag für den Landesparteitag im Oktober, mit dem die brandenburgische SPD erstmals gebührenfreie Kindertagesstätten als Ziel formuliert, maßgeblich ihre Handschrift. 

Im parteiinternen Ringen konnte sich Schüle auf der Wahlkreisversammlung im ersten Wahlgang mit einem 56-Prozent-Ergebnis klar gegen drei Kandidaten durchsetzen. Für Schüle votierten 76 Delegierte. Für  Dietmar Otto, der Fraktionschef der SPD in Potsdam-Mittelmark ist und als Referatsleiter in der Staatskanzlei arbeitet, stimmten 36 Genossen, für Harald Geywitz 17 und für Andreas Schlüter 4. 

Schüle, Ludwig, Müller - und was ist mit Gauland

Von den anderen Parteien haben schon die Linken ihren Kandidaten aufgestellt. Sie schicken in Potsdam Norbert Müller ins Rennen. Mit Spannung wird erwartet, ob der in der Landeshauptstadt lebende AfD-Landeschef Alexander Gauland, den es in den Bundestag zieht, in Potsdam antreten wird. Im Gespräch ist auch, dass er in Frankfurt (Oder) antritt. Strategisch hat Ludwig für die AfD einen hohen Wert - nämlich gegen den Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Flüchtlingspolitik. 

In der Potsdamer SPD gibt es ein weiteres Stühlerücken. Der langjährige Unterbezirksvorsitzende Mike Schubert, der jetzt Sozialbeigeordneter im Rathaus unter Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) geworden ist, gab seinen Rückzug von der Parteispitze bekannt. Für die Schubert-Nachfolge bewirbt sich Ulrike Häfner vom Ortsverein Stern-Drewitz. 

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