• Kampagne fürs Impfen gegen Corona: Verwandte statt Mutante

Kampagne fürs Impfen gegen Corona : Verwandte statt Mutante

Mehr Sicherheit, mehr Freiheiten: Brandenburg wirbt mit Kampagne fürs Impfen gegen das Coronavirus. Inzidenz steigt weiter leicht an.

Kampagnenstart. Mit Plakaten will das Land für die Impfung gegen das Coronavirus werben.
Kampagnenstart. Mit Plakaten will das Land für die Impfung gegen das Coronavirus werben.Foto: Sebastian Gabsch

Potsdam - Sofort fühlt man sich an die großplakatige Werbekampagne des Landesmarketing erinnert, die Touristen anlocken und Einheimische zum Hierbleiben animieren soll: „Brandenburg – es kann so einfach sein.“ Schöne Landschaften werden da gezeigt, unberührte Natur, garniert mit knackig-märkischen Slogans wie „Warum das Weite suchen, wenn man darin wohnen kann“ oder „Innenstadt. Außen grün“. Doch ganz so einfach ist es nicht mit dem Impfen in Brandenburg. In Brandenburg sind 55,7 Prozent der Bevölkerung bislang einmal und nur 48,4 Prozent vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Weil die Impfbereitschaft sinkt, krempelt das Land jetzt die Ärmel hoch und versucht mit einer Impfkampagne die Menschen zum Corona-Schutz zu animieren.

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Die Slogans, die – nebst Bildern von fröhlichen, unbeschwerten Menschen in der Freizeit, mit Freunden und Familie – auf den Plakaten prangen, sind eingängig: „Grillfest statt Schnelltest“, „Lagerfeuer statt Infektionsherd“, „Tanzen statt Distanzen“, „Anstoß statt Abstand“ oder „Verwandte statt Mutante“ steht beispielsweise darauf.

Nicht nur in Apotheken, auch in Rathäusern, Betrieben, Friseur-Salons, Gaststätten und Geschäften sollen die Plakate hängen.
Nicht nur in Apotheken, auch in Rathäusern, Betrieben, Friseur-Salons, Gaststätten und Geschäften sollen die Plakate hängen.Foto: Sebastian Gabsch PNN

„Die vergangenen anderthalb Jahre mit Corona haben unser Zusammenleben deutlich verändert. Besonders unter der sozialen Distanz und den fehlenden Kontakten haben viele Menschen sehr gelitten“, sagte Brandenburgs Gesundheitsstaatssekretär Michael Ranft am Freitag bei der Vorstellung der Kampagne im Potsdamer Marktcenter. „Wir sehnen uns nach Normalität. Wir wollen uns wieder unbesorgt mit Freunden und Verwandten treffen, gemeinsam feiern, Sport machen, ausgehen und etwas unternehmen“, so Ranft. Die Corona-Impfung ermögliche große Schritte zurück in Richtung Normalität, warb er für den Piks. Sie schütze Geimpfte nicht nur vor schweren Krankheitsverläufen und gesundheitlichen Langzeitfolgen, „sie gibt Freiheiten zurück“. Das solle mit der Kampagne verdeutlicht werden, die auch von Radio-Spots und Online-Werbung flankiert wird. Auch beim Verbreiten der Werbung soll Brandenburg die Ärmel hochkrempeln und mitmachen: Die Motive stehen unter www.brandenburg-impft.de zum Download bereit. Jeder könne die Plakate aufhängen, so das Gesundheitsministerium, zum Beispiel in Apotheken, Arztpraxen, Kliniken, Rathäusern und Ämtern, Betrieben, Lottoannahmestellen, Friseur-Salons, Gaststätten und Geschäften.

Weitere Lockerungen in Brandenburg ab 1. August

Etwas mehr Freiheiten gibt es bereits ab 1. August, wenn die am Mittwoch beschlossene neue Umgangsverordnung in Kraft tritt: Größere Veranstaltungen sind unter Auflagen wieder möglich. Festivals können mit höchstens 7000 Besuchern stattfinden, solange die Sieben-Tage-Inzidenz unter 35 bleibt. Für private Feiern bleibt die Obergrenze bei 100 Personen unter freiem Himmel und 50 Gästen in geschlossenen Räumen. Ein besonderer Anlass ist für die Zusammenkünfte aber nicht mehr notwendig.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Brandenburg steigt unterdessen wieder an. Am Freitag lag sie nach Angaben des Gesundheitsministeriums bei 7,1, nach 6,2 am Vortag. 40 Neuinfektionen wurden gemeldet. Am höchsten ist die Inzidenz in den kreisfreien Städten Frankfurt (Oder) mit 19, Cottbus (12) und 10 in Potsdam. Sechs neue Corona-Fälle wurden am Freitag in der Landeshauptstadt gemeldet, in Potsdam-Mittelmark waren es zwei bei einer Inzidenz von 8,3.

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