• Josephinen-Wohnanlage in Potsdam: SPD will mit offenem Brief Druck erhöhen

Josephinen-Wohnanlage in Potsdam : SPD will mit offenem Brief Druck erhöhen

Mehr als 100 Senioren aus der Einrichtung in der Innenstadt wurde gekündigt. In einem Schreiben greift die Ortsvereins-Vorsitzende Kathrin Jackel-Neusser den Betreiber an.

Josephinen-Wohnanlage in Potsdam.
Josephinen-Wohnanlage in Potsdam.Foto: Ottmar Winter

Potsdam - Mit einem offenen Brief an den Betreiber will die Potsdamer SPD den Druck im Skandal um die Kündigung von rund 110 Senioren der Josephinen-Wohnanlage erhöhen. Adressiert an Manfred Dreier-Gehle, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft Soziale Grundbesitzgesellschaft (SGG) Potsdam mbH und gleichzeitig Vorstand der Muttergesellschaft MK Kliniken in Hamburg, berichtet Kathrin Jackel-Neusser, Vorsitzende des Ortsvereins der SPD Potsdam Mitte/Nord, von ihren Gesprächen mit einigen betroffenen Senioren und schildert deren teils schwere Lebenssituationen. 

Diese Menschen hätten sich darauf verlassen, in dem Wohnheim „einen letzten Ruheort zu finden“. Weiter schreibt die Vorsitzende: „Sie tragen den Namen ,sozial’ im Namen Ihrer Gesellschaft. Es ist aber nicht sozial, Menschen binnen drei Monaten ihr zu Hause zu nehmen – mitten im Winter, mitten in einer Pandemie.“

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Rathaus erwägt Rückkauf des Gebäudes

Wie berichtet hatten die Betreiber letzte Woche kurzfristig einen Gesprächstermin mit Potsdams Sozialbeigeordneter Brigitte Meier (SPD) abgesagt. Das Rathaus erwägt bekanntlich einen Rückkauf des Gebäudes in der Burgstraße. Die Vorgehensweise der Hamburger Gesellschaft hat auch inzwischen die Landespolitik auf den Plan gerufen. 

Die Brandenburger Linksfraktion forderte zuletzt ein Einschreiten des Parlaments und der Landesregierung, um den teils hochbetagten Bewohnern der Anlage, die ihre Wohnungen verlassen sollen, zu helfen. Auch die Möglichkeit einer Enteignung wurde bereits diskutiert. In dem offenen Brief fordert der SPD-Ortsverein Dreier-Gehle nun auf, die „richtige Entscheidung“ zu treffen. Diese solle „nicht am maximalen Profit, sondern am Wohl Ihrer Mieterinnen und Mieter orientiert sein“.

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