• Ideen für Potsdams Entwicklungsgebiet Krampnitz: 3000 neue Arbeitsplätze in Krampnitz

Ideen für Potsdams Entwicklungsgebiet Krampnitz : 3000 neue Arbeitsplätze in Krampnitz

Die Pro Potsdam stellt als Entwicklungsträger für den neuen Stadtteil Krampnitz ihre Pläne zu Gewerbe und sozialer Infrastruktur vor. Die Anwohner rund herum wünschen sich vor allem mehr Ärzte.

Pläne für den neuen Potsdamer Stadtteil Krampnitz. Über 3000 Arbeitsplätze sollen entstehen.
Pläne für den neuen Potsdamer Stadtteil Krampnitz. Über 3000 Arbeitsplätze sollen entstehen.Visualisierung: Müller Reimann Architekten

Potsdam - Kitas, Cafés, Supermärkte, Startups, Handwerker, Sportplätze, ein Kulturzentrum, eine Bibliothek: Wenn es nach dem Entwicklungsträger der Pro Potsdam geht, sollen künftige Krampnitzer möglichst alles an sozialer Infrastruktur und Gewerbe vor der eigenen Haustür finden. Dies wurde beim 13. Krampnitz-Forum am Dienstag in den Räumen des Entwicklungsträgers im Bornstedter Feld deutlich, zu dem rund 60 Besucher gekommen waren. „Wir planen Krampnitz eigentlich nicht wie einen Stadtteil, sondern eher wie eine Kleinstadt, die aus sich heraus funktionieren soll“, sagte David Oberthür, Krampnitz-Projektleiter der Pro Potsdam.
Insgesamt 156.000 Quadratmeter des Gebietes sollen gewerblich genutzt werden, 20 Prozent der gesamten Bruttogeschossfläche sind für Gewerbe reserviert. Rund 3000 Arbeitsplätze könnten dadurch entstehen, sagte Oberthür: „Gerade durch die Nähe zum SAP-Campus Jungfernsee könnte Krampnitz zum Ort für Firmenneugründungen werden.“ 


Eingangssituation der einstigen Kaserne Krampnitz.
Eingangssituation der einstigen Kaserne Krampnitz.PNN / Ottmar Winter

Fünf Gewerbezentren in Krampnitz 

Das Gewerbe soll sich an fünf Punkten in Krampnitz konzentrieren: Am ehemaligen Kaserneneingang im Südwesten wird es einen Supermarkt mit einer Verkaufsfläche von bis zu 1000 Quadratmetern geben, außerdem Geschäfte und Restaurants. Stefan Frerichs, Leiter der Wirtschaftsförderung Potsdam, sieht hier einen guten Standort für ein Kreativhaus und „Maker Space“: „IT- und Technologie orientierte Startups, Freiberufler, Entwickler“. Nördlich darüber befindet sich ein Block, der sich für Handwerker und kleinere Fertigungsbetriebe „mit einer gewissen Lautstärke“ anbieten würde, so Frerichs. Das westlich gelegene Baufeld nahe der geplanten weiterführenden Schule sei geeignet für kleinere Büros, der vierte Gewerbestandort am nordöstlichen Rand von Krampnitz hingegen sollte als klassischer, dauerhafter Bürostandort für größere Unternehmen entwickelt werden. Fünfter Gewerbestandort ist der Stadtplatz Ost, der sich im Südosten an der Promenade befindet: Dort sollen ein Supermarkt sowie eine Drogerie und Gastronomie entstehen. 

Soziokulturelles Zentrum am Stadtplatz West

Weitere Läden vom Frisör über Änderungsschneidereien bis zum Café oder Bäcker sollen sich entlang des zentralen Alleenrings gruppieren, wo auch die Tram- und Bus-Linien verkehren sollen: Dafür sind die Erdgeschosse der Wohnblöcke vorgesehen. „Es wird am Anfang natürlich schwierig sein, dort Gewerbe anzusiedeln“, so Oberthür. Anfangs könnten dort vielleicht ebenfalls Wohnungen sein. 

Krampnitz aus der Luft. Hier sollen einmal tausende Menschen wohnen und arbeiten.
Krampnitz aus der Luft. Hier sollen einmal tausende Menschen wohnen und arbeiten.Foto: Lutz Hannemann

Das soziokulturelle Zentrum von Krampnitz soll der Stadtplatz West werden: Dort ist die höchste Dichte an Läden, Gastronomie, Schulen, Kitas und Büros vorgesehen. Für den Einzelhandel sind circa 4000 Quadratmeter Verkaufsfläche vorgesehen. In der Mitte des Platzes soll ein zwei- bis dreistöckiges Stadtteilzentrum entstehen. Die Ideen, was dort hinein soll, sind vielfältig: Eine Bibliothek, ein Ort für Kulturveranstaltungen, eine Musikschule, eine Markthalle, ein Gesundheits- oder Familienzentrum. Eine Besucherin des Forums bezweifelte, dass all dies dort Platz findet. Auch der Wunsch nach einem aktiven Quartiersmanagement wurde vom Publikum mehrmals genannt. 

Bessere ärztliche Versorgung gefordert

Neu-Fahrlands Ortsvorsteherin Carmen Klockow (Bürgerbündnis) präsentierte das Ergebnis einer Umfrage, wonach sich die Bewohner des Potsdamer Nordens durch den neuen Stadtteil vor allem eine bessere ärztliche Versorgung wünschen. Gefordert wurden laut Klockow ein medizinisches Versorgungszentrum oder Arztpraxen, ein Pflegestützpunkt, eine Kiezkrankenschwester, eine Apotheke und Mehrgenerationenwohnen. 
Auch zwei Mitglieder des Seniorenbeirates bemängelten, dass zwar sieben Kitas, drei Schulen und ein Jugendclub geplant seien, die Bedürfnisse der Älteren aber in den bisherigen Planungen nicht deutlich genug berücksichtigt worden seien. Sie äußerten den Wunsch, dass in Krampnitz Flächen für Ärztehäuser oder für Betreutes Wohnen reserviert werden. „Die medizinische Versorgung im Norden ist schwierig, das ist ein Punkt, den wir mit Krampnitz auf jeden Fall abdecken wollen“, sagte Potsdams Baubeigeordneter Bernd Rubelt (parteilos).

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