• Hoher Krankenstand, unbesetzte Stellen: Corona verschärft Personalkrise im Potsdamer Rathaus

Hoher Krankenstand, unbesetzte Stellen : Corona verschärft Personalkrise im Potsdamer Rathaus

Die Personalkrise im Potsdamer Rathaus hat sich in den Zeiten der Corona-Pandemie noch einmal verschärft. Die Stadtverwaltung hofft dennoch auf Besserung.

Das Potsdamer Stadthaus kämpft im Inneren gegen hohe Krankenstände und Personalmangel.
Das Potsdamer Stadthaus kämpft im Inneren gegen hohe Krankenstände und Personalmangel.Foto: Sebastian Gabsch

Potsdam - Die Stadtverwaltung hat bereits seit Jahren mit hohen Krankenständen und Fachkräftemangel zu kämpfen – und diese Probleme sind im ersten Corona-Halbjahr 2020 noch einmal gewachsen. Das geht aus einer Rathausstatistik hervor, die nun auf Anfrage von CDU-Fraktionschef Götz Friederich veröffentlicht worden ist. 

Im Schnitt zum Teil mehr als 39 Tage im Jahr krank

Im Schnitt waren die Rathausmitarbeiter demnach seit dem dritten Quartal 2019 zwischen 29,5 und 39,3 Tage lang krank – der erste Wert wurde beim Kommunalen Immobilienservice, der zweite Wert im Fachbereich Ordnung, Sicherheit, Soziales und Gesundheit registriert. Der Durchschnitt in Deutschland lag zuletzt bei knapp 20 Krankentagen pro Jahr. 

Vor allem im zweiten Quartal 2020 stieg der Krankenstand: Im besonders betroffenen Sozialbereich auf 14 Prozent - im dritten Quartal 2019 lag diese Zahl noch bei acht Prozent. Die Stadt erklärte ferner, pandemiebedingt habe man wichtige Teile des Gesundheitsmanagements für die Mitarbeiter einstellen müssen.

Weniger Stellen besetzt

Zudem sind viele Stellen unbesetzt: Ein im vergangenen Jahr schon beschlossenes Programm für 120 neue Stellen war mit Stand Mitte des Jahres erst zu 63 Prozent umgesetzt. Und auch die durchschnittliche Besetzungsquote für Personalstellen im Rathaus sank im Juli auf 82,4 Prozent - ein Minus von fünf Prozent im Vergleich zum Jahresanfang. 

Nach PNN-Informationen war besonders der Personalbereich in der Zeit der Pandemie mit anderen Aufgaben als der Stellenrekrutierung befasst. Trotz der Probleme könne man alle Aufgaben noch im "anforderungsgerechten Maße" erfüllen, so die Verwaltung.

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Und: Es wird Besserung erwartet. Erst vor wenigen Tagen stellte das Rathaus mit Uta Kletzing eine neue Fachbereichsleiterin Personal und Organisation vor. Die 45 Jahre alte Potsdamerin hatte zuvor in der Europäische Akademie für Frauen, Politik und Wirtschaft in Berlin und bei der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung gearbeitet. Sie steht vor einer Mammutaufgabe, weil in den kommenden Jahren etwa 600 Angestellte die Verwaltung aus Altersgründen verlassen, auch in der Führungsebene.

Monatelange Verfahren

Doch bisher geht es eben nur zäh voran. Ein Beispiel: Der sensible IT-Bereich. In diesem waren zuletzt laut Auskunft der Stadt im Bereich Medien-  und Informationstechnik für Schulen zwei Planstellen unbesetzt. Eine war ab Ende Juni vakant - besetzt werden kann sie aber erst ab Oktober, wie die Stadt gerade auf Anfrage der Linken-Stadtverordneten Tina Lange mitteilte. Und die Ausschreibung der zweiten unbesetzten Stelle wird aktuell erst vorbereitet. Allerdings sollen in der Behörde kurzfristig Werkstudenten aushelfen, hieß es. 


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