• Grießner bleibt doch ViP-Chef Ein Problem weniger für neue Stadtwerke-Spitze

Potsdam : Grießner bleibt doch ViP-Chef Ein Problem weniger für neue Stadtwerke-Spitze

Foto: Manfred Thomas

Ein Abschied vom Abschied beim kommunalen Verkehrsbetrieb (ViP) und eine Baustelle weniger für die krisengeschüttelten Stadtwerke: Der Vertrag des kaufmännischen ViP-Geschäftsführers Martin Grießner ist nun doch um mehrere Jahre verlängert worden. Der Aufsichtsrat empfehle die Wiederbestellung von Grießner, teilte ein ViP-Sprecher am Mittwochabend auf Anfrage mit. Zuvor hatte das Kontrollgremium getagt.

Die Verlängerung ist überraschend: Noch vor zwei Monaten hatte Grießner den rund 400 Mitarbeitern des Tochterunternehmens der Stadtwerke mitgeteilt, dass er „aus persönlichen Gründen“ nicht bereit sei, seinen zum Januar 2017 auslaufenden Anstellungsvertrag zu verlängern. Schon kurz vor dieser Nachricht waren die Stadtwerke wegen einer Affäre um Vorwürfe der Begünstigung und später noch der Vetternwirtschaft in eine tiefe Führungskrise gerutscht – nacheinander waren in den vergangenen Monaten drei Geschäftsführer des Unternehmensverbunds suspendiert worden oder zurückgetreten.

Die Nachricht von Grießners angekündigtem Abschied kam daher zur Unzeit, da sie die Führungskrise im Stadtwerke-Verbund noch weiter verschärfte – und das in einem Tochterunternehmen, das von den Kernvorwürfen der Affäre bisher unberührt geblieben war. In den vergangenen Wochen sollen nun nach PNN-Informationen weitere Gespräche stattgefunden haben, speziell mit der inzwischen eingesetzten Stadtwerke-Interimsgeschäftsführung um Horst Müller-Zinsius, eigentlich Chef der Stadtbauholding Pro Potsdam. Dabei konnte Grießner offensichtlich überzeugt werden, Potsdam in schwierigen Zeiten doch nicht den Rücken zu kehren. Insofern hätten sich die Rahmenbedingungen für Grießner entscheidend verändert, hieß es aus dem Verkehrsbetrieb gegenüber den PNN.

Und eine weitere Entscheidung traf der Aufsichtsrat: Auch der Vertrag von ViP-Technikchef Oliver Glaser soll verlängert werden. Auch dessen Anstellungsverhältnis hätte im kommenden Jahr geendet. Weitere Details wurden zunächst nicht bekannt. Die Stadtwerke teilten noch mit, den endgültigen Beschluss zur Weiterbeschäftigung fasse die Geschäftsführung der Stadtwerke – nach Genehmigung durch Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD). Das sei mit dem Aufsichtsratsvotum aber nur noch eine Formalie, hieß es gegenüber den PNN. HK


* In einer früheren Version hieß es, der Aufsichtsrat habe am Dienstag getagt. Es war tatsächlich der Mittwoch. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

 

Mehr lesen? Hier die PNN gratis testen.