• Graffiti Open Air in Potsdam: Ministerien für Buntes

Graffiti Open Air in Potsdam : Ministerien für Buntes

Heute startet das Graffiti-Open-Air auf dem Gelände Heinrich-Mann-Allee. Das ganze Wochenende wird gesprayt und gefeiert.

Rita Orschiedt
Astronauten-Landschaft. Dieses Graffito der fünfköpfigen Crew „Team Planlos“ wird bald die Fassade des Hauses 23 auf dem Ministeriumsgelände in der Heinrich-Mann-Allee zieren.
Astronauten-Landschaft. Dieses Graffito der fünfköpfigen Crew „Team Planlos“ wird bald die Fassade des Hauses 23 auf dem...Foto: Team Planlos / Repro: PNN

Teltower Vorstadt - Noch sind die Wände auf dem Ministeriumsgelände an der Heinrich-Mann-Allee weiß – ab heute wird sich das ändern: 29 Graffitikünstler aus Potsdam, Cottbus und der Region sollen im Rahmen des Veranstaltungswochenendes „208plus60m“ mit ihren Kunstwerken für bunte Wände sorgen und damit ein Zeichen für ein tolerantes Brandenburg setzen.

Die Künstler konnten sich im Zuge eines Wettbewerbs im Voraus mit Motivvorschlägen für fünf ausgewählte Flächen auf dem Gelände bewerben. Dazu gehören drei Seiten einer Garage, das Haus 23 sowie ein Trafohäuschen. Wie das Endergebnis aussehen soll, steht schon fest: Die Gewinnerentwürfe wurden von einer fünfköpfigen Jury im März ausgewählt, veröffentlicht und den Freiflächen zugeteilt.

Während des Veranstaltungswochenendes können Besucher nun zusehen, wie die Graffiti – ganz legal – an die Wand gebracht werden. Unter den Motiven finden sich vorwiegend Symbole und Botschaften zu den Themen Toleranz und Brandenburg. Eine Fassade wird von einer Astronauten-Landschaft geziert werden. Ganz ohne Vorbehandlung startet die Aktion übrigens nicht: Die Flächen wurden verspachtelt und weiß gestrichen, damit die Farben im Ergebnis entsprechend gut zur Geltung kommen.

Beginn der kostenlosen Veranstaltung ist am heutigen Freitag um 14 Uhr, wenn der Schirmherr des Graffiti-Wochenendes, Finanzminister Christian Görke (Linke), die Veranstaltung eröffnet. Umrahmt wird sie musikalisch von DJ Greg Dhilla aus Potsdam. Die Ausstellung „Madstop 1989-99 – Graffiti in Potsdam“ informiert begleitend zur Veranstaltung in einem kleinen Pavillon über die Stadtgeschichte aus der Sicht von Sprayern. Auch das Demokratiemobil der Koordinierungsstelle „Tolerantes Brandenburg“ wird auf dem Gelände zugegen sein. Selber sprühen darf man unter Anleitung, wer will, kann auf einer mobilen Wand seinen Handabdruck als Zeichen für mehr Toleranz hinterlassen. Am Sonntag um 17 Uhr werden die fertigen Graffiti dann offiziell präsentiert.

Veranstalter sind neben dem Finanzministerium der Stadtjugendring Potsdam, Wildwuchs Streetwork Potsdam sowie der Brandenburgische Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB).

Die Aktion „208plus60m“ knüpft an das Graffiti-Festival am Bauzaun des neuen Landtags von 2011 an. Damals wurden 208 Meter Wand bunt gestaltet, dieses Jahr kommen „buchstäblich“, so die Veranstalter, „60 Meter Toleranz“ hinzu. Für das kommende Jahr ist eine Fortführung der Projektreihe angedacht: Laut Ingrid Mattern, Pressesprecherin des Finanzministeriums, habe man bereits brachliegende Flächen der Universität Potsdam im Blick. Genaueres stehe allerdings noch nicht fest, passende Träger müssten noch gefunden werden. Wissenschaftsministerin Sabine Kunst (SPD) habe ihre Unterstützung aber bereits zugesagt.

Mehr lesen? Hier die PNN gratis testen.