• Gartenstadt: Rosa Rosen im Grünen Kreuz in Drewitz

Gartenstadt : Rosa Rosen im Grünen Kreuz in Drewitz

Die letzte Lücke des Landschaftsparks in Drewitz ist geschlossen – das Herz der Gartenstadt ist fertig

Ein Blütenmeer. Rund 900 Rosenstöcke wurden im letzten Abschnitt des Grünen Kreuzes am Hertha-Thiele-Weg gepflanzt, der gesamte Platzbereich am Wohnhaus Drewitzer „Rolle“ zudem neu asphaltiert und barrierefrei gestaltet.
Ein Blütenmeer. Rund 900 Rosenstöcke wurden im letzten Abschnitt des Grünen Kreuzes am Hertha-Thiele-Weg gepflanzt, der gesamte...Foto: Andreas Klaer

Potsdam - Von wegen „Grünes Kreuz“. In allen Spielarten von Rosa blühen die Rosen im Hertha-Thiele-Weg in Drewitz. Es ist eine Augenweide. „Ich fühle mich, als wenn ich im Urlaub wäre“, sagt Anwohnerin Eileen Gebhardt begeistert. „Früher sah es hier richtig schäbig aus, aber jetzt ist es sehr schön geworden – vor allem für Kinder“, erklärt die junge Mutter.

„Früher sah es hier richtig schäbig aus, aber jetzt ist es sehr schön geworden – vor allem für Kinder“.
„Früher sah es hier richtig schäbig aus, aber jetzt ist es sehr schön geworden – vor allem für Kinder“.Foto: Andreas Klaer

Rund zehn Jahre nach den ersten Plänen für den Umbau des Plattenbaugebietes Drewitz zu einer Gartenstadt ist das zentrale Projekt dieser Verwandlung jetzt fertig: Die Konrad-Wolf-Allee als Längs- sowie Guido-Seeber- und Hertha-Thiele-Weg als Querachse bilden gemeinsam das sogenannte Grüne Kreuz, einen zentralen Landschaftspark mit Promenaden, Blumenbeeten, Springbrunnen, Spielanlagen und einer erklecklichen Anzahl von Sitzbänken, auf denen man entspannt dem sommerlichen Treiben zusehen kann.

"Aufwertung des gesamten Stadtteils"

Am Mittwoch übergab Baudezernent Bernd Rubelt (parteilos) offiziell das letzte noch fehlende Stück an der Drewitzer „Rolle“, dem langgestreckten, von der Pro Potsdam sanierten Wohnblock entlang der Konrad-Wolf-Allee. Damit sei ein „ganz wichtiger Baustein“ zur Aufwertung des gesamten Stadtteils abgeschlossen, sagte Rubelt. Die ökologische Situation habe sich ebenso verbessert wie die Erreichbarkeiten im Stadtteil, denn das Grüne Kreuz ist durchgängig barrierefrei.

Blick von oben.
Blick von oben.Foto: Andreas Klaer

Um die Wegeverbindung anlegen zu können, musste die Rolle wie berichtet in der Mitte „durchbrochen“, das heißt, einige Wohnungen abgerissen werden, um einen Durchgang zu schaffen. Dieser Schritt habe sich gelohnt, befand Rubelt, zumal die Pro Potsdam dafür im Stadtteil durch Aufstockung von Bestandsgebäuden Ersatz geschaffen habe. Auch der Linken-Stadtverordnete Hans-Jürgen Scharfenberg lobte das Ergebnis. Anfangs habe er den Abriss kritisch gesehen, doch sei jetzt alles „sehr schön geworden“, sagte er gestern. Trotz aller anfänglichen Proteste gegen das Gartenstadt-Projekt, nicht zuletzt wegen wegfallender Parkplätze, kenne er doch niemanden, dem die neu entstandenen Parkanlagen nicht gefielen, so Scharfenberg.

Einst trostloser Kiez

Knapp 7,6 Millionen Euro hat der Umbau der einst trostlos wirkenden Straßen zum Grünen Kreuz gekostet. Allein der Konrad-Wolf-Park rechts und links der Tramgleise sowie der Abschnitt im Guido-Seeber-Weg schlugen mit 5,8 Millionen Euro zu Buche. Dieser wurde 2014 auch als erster Teil des Projekts fertiggestellt, ein Jahr später folgte der größte Teil der östlichen Achse, zwischen Drewitzer „Rolle“ und Priesterweg, der immerhin noch 1,29 Millionen Euro kostete.

Dass der letzte noch fehlende Baustein, also der Anschluss vom Hertha-Thiele-Weg an die Konrad-Wolf- Allee, erst jetzt fertig wurde, hatte den Grund, dass die Pro Potsdam die Fläche für die Baustelleneinrichtung während der Sanierung der Drewitzer „Rolle“ benötigte. Rund eine halbe Million Euro wurden für diesen Lückenschluss ausgegeben. Wie bei den vorangegangenen Bauabschnitten auch, stammt ein großer Teil des Geldes aus verschiedenen Fördertöpfen der EU, des Bundes und des Landes, den jeweiligen Rest bezahlte die Stadt.

Die geschwungenen Betoneinfassungen der Beete dienen zugleich als Sitzbänke – und wurden gleich in Beschlag genommen.
Die geschwungenen Betoneinfassungen der Beete dienen zugleich als Sitzbänke – und wurden gleich in Beschlag genommen.Foto: Andreas Klaer

Gut 1000 Quadratmeter ist diese letzte Platzfläche groß. Die neu asphaltierten Wege werden flankiert von mehreren Hochbeeten mit geschwungenen Betoneinfassungen, die gleichzeitig als Sitzbänke dienen. Zehn neue Bäume wurden gepflanzt, außerdem 1430 Sträucher, davon rund 900 Rosenstöcke.

Wenn wie geplant im Sommer das vom Deutschen Roten Kreuz betriebene Café im Konrad-Wolf-Park eröffnet, ist die Gestaltung der Außenanlagen im zentralen Bereich des Stadtteils im Wesentlichen abgeschlossen.

Sanierung dauert

Noch etwas länger dauert es, bis die Pro Potsdam ihre rund 1650 Wohnungen in Drewitz – etwas mehr als die Hälfte des Gesamtbestandes – wie geplant energetisch saniert hat. Rund 28 Prozent der Wohnungen seien inzwischen modernisiert, sagte eine Unternehmenssprecherin am Mittwoch auf PNN-Anfrage. Als nächste Objekte sollen mehrere Wohnblocks im Hertha-Thiele- und im Willy-A.-Kleinau-Weg, in der Wolfgang-Staudte-Straße, in der Konrad-Wolf-Allee sowie in der Eduard-von-Winterstein-Straße saniert werden.

Insgesamt gibt das kommunale Unternehmen rund 170 Millionen Euro dafür aus, ein großer Teil davon sind Fördermittel des Landes und des Bundes. Bis 2025 soll Drewitz zu Potsdams erstem klimaneutralen Stadtteil umgebaut werden. „Dem großen Ziel der Zero-Emission-City nähern wir uns“, sagte die Pro-Potsdam-Sprecherin. Sieben Jahre nach dem Startschuss für die Entwicklung des Stadtteils sei bereits deutlich erkennbar, „wie sich das Bild von Drewitz positiv gewandelt hat“.

Einweihung des fertiggestellten 3. Bauabschnitts des Grünen Kreuzes in der Gartenstadt Drewitz.
Einweihung des fertiggestellten 3. Bauabschnitts des Grünen Kreuzes in der Gartenstadt Drewitz.Foto: Andreas Klaer

Das merkt man auch den Bewohnern an. Kinder nehmen die neuen Sitzbänke an den Grünanlagen am Mittwoch gleich in Beschlag. Und auch Lydia Ribaltowskaja ist zufrieden. Seit drei Jahren wohnt sie in dem Stadtteil. „Das ist doch alles gut geworden“, sagt sie lächelnd. „Viel schöner als früher“. Peer Straube