• Kritik und Gegenkritik zur Garnisonkirche in Potsdam

Garnisonkirche : Kein Bemühen um Versöhnung

Ein am Montag veröffentlichter Brief von namhaften Künstlern, Wissenschaftlern und Architekten gegen die Garnisonkirche führt zu weiteren Kontroversen. Eine Gegenkritik der Wiederaufbau-Stiftung wurde postwendend beantwortet

Der Wiederaufbau der Garnisonkirche ist hochumstritten.
Der Wiederaufbau der Garnisonkirche ist hochumstritten.Foto: Andreas Klaer

Potsdam - Im Streit um die Garnisonkirche schießen die Projektgegner abermals gegen die Wiederaufbau-Stiftung. Deren Reaktion auf einen offenen Brief von mehr als 100 namhaften Künstlern, Wissenschaftlern und Architekten gegen das Vorhaben habe bei den Unterzeichnern „Befremden verursacht und sind nun nicht gerade Zeichen eines konstruktiven Dialogs oder einer um Versöhnung bemühten Haltung“, kritisierte der Architekt Philipp Oswalt in einer E-Mail an Stiftungsvorstand Peter Leinemann.

Offener Brief hat mehr als 100 Unterzeichner

Oswalt ist gemeinsam mit der ebenfalls garnisonkirchenkritischen Martin-Niemöller-Stiftung Organisator des Protestschreibens, das sich unter anderem an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) richtet. Unterschrieben haben etwa die Künstler Thomas Demand, Monika Bonvicini und Klaus Staeck, der Kunstsammler Harald Falckenberg, der Historiker Manfred Gailus, der Galerist Kasper König sowie Landtagsarchitekt Peter Kulka. Unter anderem wird in der Erklärung auf die „unheilvolle Allianz zwischen Kirche, Militär und autokratischem Staat“ verwiesen und kritisiert, dass Vertreter dieser Institutionen auch heute in den Gremien säßen. Garnisonkirchenstiftungs-Vorstand Leinemann hatte diesen hergestellten Zusammenhang scharf zurückgewiesen und erklärt, damit werde die Arbeit werde „auf inakzeptable Weise diffamiert“.

Gegner kritisieren Stiftung für ihre Kritik

Oswalt wies das nun seinerseits zurück und zitierte als Beleg aus einem Flyer der Stiftung, in dem es heißt, die Garnisonkirche stehe „für christlich verantwortetes Handeln für die Gemeinschaft, für die Verbindung von christlichem Glauben und ,preußischen Tugenden’“. Es sei „dieses von Ihnen formulierte Selbstverständnis“, das die Unterzeichner kritisierten.

Trotz aller gegenseitigen Kritik wollen beide Seiten im Gespräch bleiben. Eine Einladung der Garnisonkirchen-Stiftung nehme er gemeinsam mit einem Vertreter der Niemöller-Stiftung „gerne“ an, schrieb Oswalt.