• Evangelische Kirche in Potsdam: Neuer Regionalbischof schlägt Weihnachtsgottesdienst im Stadion vor

Evangelische Kirche in Potsdam : Neuer Regionalbischof schlägt Weihnachtsgottesdienst im Stadion vor

Mit knapper Mehrheit ist Kristóf Bálint in Potsdam zum neuen Generalsuperintendenten gewählt worden. Er legt Wert auf "das konkrete Anpacken von bestehenden Problemlagen nach gemeinsamer Analsyse". 

Benjamin Lassiwe
Generalsuperintendent Kristóf Bálint.
Generalsuperintendent Kristóf Bálint.Foto: Manfred Thomas

Potsdam - Kristóf Bálint ist der neue Generalsuperintendent von Potsdam. Der Theologie, in Budapest geboren, war bisher als Superintendent im thüringischen Bad Frankenhausen-Sondershausen tätig. Der in der Sankt-Nikolai-Kirche tagende Wahlkonvent wählte Bálint am Sonntag im zweiten Wahlgang zum Nachfolger von Heilgard Asmus, die nach zehnjähriger Tätigkeit an der Spitze des Sprengels Potsdam aus dem Amt ausschied. Dabei erhielt Bálint das knappste mögliche Ergebnis: 19 Mitglieder des Wahlkonvents stimmten für ihn - genau so viele, wie für eine erfolgreiche Wahl erforderlich waren. Sein Gegenkandidat, der Leiter des theologischen Prüfungsamtes der EKBO, Christoph Vogel, erhielt 13 Stimmen. Ein Mitglied des Wahlkonvents enthielt sich der Stimme. Im ersten Wahlgang hatte Bálint noch 18 Stimmen und Vogel 15 Stimmen erhalten. Wann Bálint seinen Dienst in Potsdam antritt, ist noch offen. „Ich hoffe, noch in diesem Jahr“, sagte Landesbischof Christian Stäblein dieser Zeitung. Zunächst seien aber noch Formalitäten zu klären.

Versöhnen und verbinden

Vor der Wahl hatten sich beide Kandidaten noch einmal kurz ihren Wählern vorgestellt. Dabei hatte Bálint betont, dass ihm besonders die Zusammenarbeit und Gemeinschaft mit den Superintendenten und Pfarrern des Sprengels am Herzen liege. „Gemeinsam und mit Gottes Hilfe“ wolle er „die Gaben von Haupt- und Ehrenamtlichen zum Leuchten bringen.“ Er wolle „in allen Dienstbereichen der Kirche versöhnend und verbindend wirken.“ Wichtig sei ihm „das konkrete Anpacken von bestehenden Problemlagen nach gemeinsamer Analsyse.“ 

Was das konkret heißt? Auf Nachfrage dieser Zeitung verwies Bálint zum Beispiel auf ein Problem, das dank des Coronavirus bereits am Horizont auftaucht: Wie und unter welchen Bedingungen können in Brandenburg 2020 die Weihnachtsgottesdienste gefeiert werden? Eine Idee sei, damit zum Beispiel in Fußballstadien zu gehen, sagte Bálint und erinnerte an das jährliche Weihnachtssingen etwa beim FC Union Berlin. „Es geht darum, welche guten Formen eines Christfests unter Distanz und Hygieneregeln möglich sind.“ Zunächst aber freue er sich auf die „Offenheit und Zugewandtheit“ der Menschen in Brandenburg: Während des Wahlverfahrens habe er mit seiner Gattin eine Woche Urlaub in Brandenburg gemacht. „Wir haben die schöne Landschaft hier schon sehr genossen.“

Der Titel bleibt kompliziert

So wie seine Vorgänger wird Bálint im Übrigen auch weiterhin den Titel des Generalsuperintendenten tragen. Ein Antrag des Potsdamer Landessynodalen Harald Geywitz, wonach der neue Stelleninhaber künftig ein „Regionalbischof“ sein sollte, wurde von den Mitgliedern des Wahlkonvents mehrheitlich abgelehnt. „Wir haben verschiedentlich darüber gesprochen, dass unsere komplizierte Sprache einen Anteil daran hat, wie wir als Kirche wahrgenommen werden“, hatte Geywitz seinen Antrag begründet. Andere Mitglieder des Wahlkonvents verwiesen aber darauf, dass solch ein Antrag auch Auswirkungen auf die beiden anderen Generalsuperintendentinnen hätte - so sprach sich etwa der Granseer Superintendent Uwe Simon dafür aus, diese Frage auf landeskirchlicher Ebene zu klären. „Der Stein ist aber ins Wasser geworfen“, sagte Bischof Christian Stäblein hinterher. In der Landeskirche werde ohnehin über Leitungsformen beraten. „Wir nehmen das mit in die Kirchenleitung und werden das weiter bedenken.“

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