• Ekel-Alarm: Im Park Babelsberg machen sich die Raupen breit

Ekel-Alarm : Im Park Babelsberg machen sich die Raupen breit

Appetitlich sehen sie nicht unbedingt aus, aber sie sind auch nicht gefährlich: In Babelsberg tauchen derzeit vermehrt Nester der Gespinstmotte auf.

Stefanie Schuster
Harmloses Gespinst. Die Nester der Paffenhütchen-Motte.
Harmloses Gespinst. Die Nester der Paffenhütchen-Motte.Foto: Stefanie Schuster

Potsdam - Im Park Babelsberg sind aktuell große Nester der Pfaffenhütchen-Gespinstmotte aufgetaucht. „Das sieht zwar nicht schick aus, macht aber nicht viel“, sagt der Sprecher der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, Frank Kallensee. Zwar hinterlasse die Motte rund um ihre Brutstätten kahle Äste, doch meist schlügen die befallenen Gehölze im darauffolgenden Jahr wieder aus. Auch große Nester, wie sie nun im Mai und Juni im Park Babelsberg zu sehen waren, bereiten den Gärtnern der Schlösserstiftung daher keine Kopfschmerzen. Die europaweit vorkommende Pfaffenhütchen-Gespinstmotte bevorzugt den Gewöhnlichen Spindelstrauch, der wegen der Form seiner Früchte auch Pfaffenhütchen genannt wird – daher ihr Name.

Die Motte bildet nur eine Generation pro Jahr. Aus den gelben Eiern schlüpfen im Mai hellbraune Raupen, die sich später in das gemeinsame Gespinst zurückziehen, dann verpuppen – und als anmutiger Nachtfalter hervorkommen, mit schmalen Flügeln, deren obere Hälfte Weiß und mit braunen Punkten gesprenkelt ist. Sie fliegen meist nur 100 Meter weit und nicht lange: Ende August ist der Spuk vorbei. Die Eiraupen überwintern dann.

Ganz anders der Buchsbaumzünsler, der in der Region schon für erhebliche Schäden sorgte. Wegen der Trockenheit konnte er 2018 drei Generationen ausbilden statt zwei. Neben dem Park Babelsberg sind nun auch der Park Sanssouci und der Neue Garten befallen, an der Gotischen Bibliothek kam es zu Kahlfraß. Seit 2017 ist die Schadensbilanz enorm. Im Neuen Garten etwa wiesen 80 Prozent des Buchsbaumstandes Fraßspuren und Raupenbesatz auf. Neben Schnittmaßnahmen kamen die Pflanzenschutzmittel Karate, Dipel ES und Neem-Protect zum Einsatz. Großflächige Parksperrungen, um Gift aufzubringen kämen derzeit aber nicht in Frage, so Kallensee.

Raupen des Buchsbaumzünslers.
Raupen des Buchsbaumzünslers.Foto: Bernd Weissbrod/dpa