• Ein Jahr nach tödlichem Unfall im Lustgarten Potsdam: Prozess gegen Rummel-Mitarbeiterin beginnt

Ein Jahr nach tödlichem Unfall im Lustgarten Potsdam : Prozess gegen Rummel-Mitarbeiterin beginnt

Nach dem Tod einer 29-Jährigen beim Volksfest im Lustgarten 2019 beginnt am Freitag der Prozess. Die Mitarbeiterin eines Fahrgeschäftes ist wegen fahrlässiger Tötung angeklagt.

Anna Kristina Bückmann
Nach dem tödlichen Unglück auf dem Volksfest im Potsdamer Lustgarten im vergangenen Jahr beginnt am Freitag der Prozess.
Nach dem tödlichen Unglück auf dem Volksfest im Potsdamer Lustgarten im vergangenen Jahr beginnt am Freitag der Prozess.Foto: Katharina Wiechers

Potsdam - Etwa ein Jahr nach dem Tod einer 29-Jährigen auf dem Volksfest im Potsdamer Lustgarten beginnt am Freitag vor dem Amtsgericht der Prozess. Die Mitarbeiterin eines Fahrgeschäfts stürzte von diesem und starb. Angeklagt ist eine 48-jährige Kollegin. Sie soll am 29. September 2019 das Karussell gestartet haben, ohne sich zuvor zu vergewissern, ob sich auf der drehenden Plattform noch Mitarbeiter befinden.

Versehentlich einen falschen Knopf gedrückt

Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat die 48-Jährige wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Sie habe versehentlich einen falschen Knopf gedrückt, woraufhin sich das Karussell ohne den üblichen Warnknopf in Bewegung gesetzt habe. Zwei Mitarbeiter, die sich noch auf der Plattform befanden, hätten das Fahrgeschäft wegen der höheren als sonst üblichen Drehgeschwindigkeit nicht mehr verlassen können, so die Anklage.

Trotz Rufen soll die 48-Jährige die beiden nicht bemerkt haben. Ein Mitarbeiter habe sich in der Mitte der Plattform festhalten können. Die 29-Jährige wurde nach einigen Umdrehungen gegen ein Geländer und dann zu Boden geschleudert. Sie fiel mehrere Meter hinab. Bei dem Sturz habe sie tödliche innere Verletzungen erlitten.

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Nach Angaben von Augenzeugen versuchte ein zufällig anwesender Arzt noch, die Verunglückte zu retten. Seelsorger kümmerten sich um mehrere Menschen. Nach dem Unglück wurde das Fest vorerst geschlossen. Auf dem Areal gibt es mehrere Fahrgeschäfte sowie Schausteller, ein Riesenrad und ein großes Festzelt.

Am ersten von insgesamt drei Verhandlungstagen will das Gericht fünf Zeugen hören. Darunter ist der Mitarbeiter, der sich auf der drehenden Plattform retten konnte. (dpa)

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