• Donnerstag, 16. April 2020: Das ist heute in Potsdam wichtig

Donnerstag, 16. April 2020 : Das ist heute in Potsdam wichtig

Heute chatten wir mit Subway to Sally, lesen einen in Potsdam übersetzten Roman, kochen Chili mit oder ohne Fleisch und tun unserem Herzen etwas Gutes.

Subway to Sally im Jahr 2019.
Subway to Sally im Jahr 2019.Foto: Alexander Schlesier/promo

Potsdam - Guten Morgen! Die Woche ist schon wieder zur Hälfte um, der Monat April ebenso. Die Kontaktsperren und Reiseverbote müssen wir allerdings noch eine Weile aushalten: Die Staatskanzleien der Länder haben sich mit dem Kanzleramt darauf geeinigt, dass sie bis zum 3. Mai bestehen bleiben. Bund und Länder verständigten sich aber auch auf einige Lockerungen für die Einschränkungen in der Corona-Krise. Der Schulbetrieb soll demnach am 4. Mai wieder aufgenommen werden - beginnend mit den Abschlussklassen, den Klassen, die im kommenden Jahr Prüfungen ablegen, und den obersten Grundschulklassen. Anstehende Prüfungen sind bereits vorher möglich.

Auch für den Handel sind von Montag an Lockerungen vorgesehen. Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern sollen auch in Brandenburg unter Auflagen wieder öffnen dürfen. Woidke sagte, er gehe davon aus, dass die kleineren Geschäfte ab 27. April öffneten. Die Kindergärten in Brandenburg werden vorerst noch nicht wieder regulär öffnen und auch Großveranstaltungen sollen bis Ende August weiterhin nicht stattfinden. 

Die Zahlen des Brandenburger Gesundheitsministeriums sprechen für die weiterhin strengen Maßnahmen: Offiziell sind 2159 Fälle und 71 Tote bestätigt. 900 Brandenburger gelten als geheilt. Alle Entwicklungen zu Corona lesen Sie wie immer in unserem Newsblog. 

Universität Potsdam setzt auf digitale Studienberatung 

Die Universität Potsdam hat ihre Studienberatung der aktuellen Kontaktverbots-Situation angepasst und erweitert. Das teilte sie am Mittwoch mit. Da viele Abiturienten derzeit vor der Herausforderung stehen, die richtige Studienwahl zu treffen und auch Studierende immer wieder Fragen zum Fachwechsel, Übergang in den Master oder ähnlichem haben, sei die persönliche Beratung weiterhin wichtig.

Deswegen wurden die telefonischen Sprechzeiten ausgebaut und der Kontakt via E-Mail ist wie gewohnt möglich. Nach vorheriger Vereinbarung können persönliche Gespräche auch mit Hilfe von Video-Chats geführt werden. Zudem werden Webinare veranstaltet, die ebenfalls helfen sollen. Darüber hinaus können über alle sozialen Netzwerke der Universität Fragen gestellt werden. Weitere Informationen und Telefonnummern finden sich auf der Website der Universität

Live-Stream mit Subway to Sally

Persönlich sprechen kann man heute Abend auch mit den Mitgliedern der Potsdamer Band Subway to Sally. Eigentlich wären sie jetzt auf ihrer Frühjahrs- und Sommertour, doch die 16 geplanten Konzerte sind abgesagt, die Musiker schweben wie berichtet irgendwo im Leerlauf. Damit die Fans trotzdem auf dem Laufenden bleiben, geht die Band heute um 20 Uhr auf ihrer facebook-Seite live

"Hey Freunde, wir vermissen Euch", schreiben sie auf facebook als Ankündigung. "Deswegen wollen wir ein wenig Zeit mit Euch verbringen. Wenn Ihr wissen wollt, was wir im Moment so treiben, was wir für die Zukunft planen oder wenn Ihr uns schon immer mal etwas fragen wolltet, dann habt ihr nun die Chance dazu."

Lesung: "Alles außer Sex" und Buchtipps

Ebenfalls auf facebook ist aktuell auch eine Lesung der Potsdamer Kabarettistin Tatjana Meissner zu sehen. "Alles außer Sex" heißt das Buch, aus dem sie vorliest, das aktuelle Video ist bereits Teil 3 ihrer Lesereihe. In dem Buch widmet sie sich all den Verwerfungen in der Midlife-Krise und erzählt von Männern, die sich gern mal mit Ende 40 einen schnittigen Sportboliden und eine vollbusige Geliebte zulegen oder von Frauen, die mit Cremes, Tinkturen oder so gar Schönheitsoperationen hantieren. 

Auch berichtet die Kabarettistin schonungslos von eigenen Erfahrungen in der Mittelbenskrise: von gescheiterten Botox-Tests, kräftezehrenden, zeitaufwändigen Anti-Aging-Maßnahmen und zwanghafter Jugendlichkeit bei männlichen Bekannten. 

Wer das Buch kaufen möchte, kann das in den Potsdamer Buchläden auch derzeit bestellen und sich liefern lassen. 

Und da wir schonmal bei Literatur sind: Heute im Jahr 1935 wurde die deutsche Schriftstellerin und Dichterin Sarah Kirsch geboren. Ihren Briefwechsel mit Christa Wolff sollte eigentlich Schauspielerin Jutta Hoffmann Ende März im Literaturladen Wist lesen, doch die Lesung musste coronabedingt ausfallen. Heute wäre eine gute Gelegenheit, zu einem ihrer Bücher zu greifen oder es im Buchladen zu bestellen.

Vorbestellen könnte man auch schonmal den neuen Roman „Bin noch da“ des Potsdamer Autors Sven Stricker. Der erscheint zwar erst am 18. August, aber dann hat man etwas, worauf man sich freuen kann. Erzählt wird darin von Moritz Liebig. Der hat seit Jahren keinen Kontakt mehr zu seinen Eltern und muss sich nach dem Tod seiner Mutter plötzlich wieder mit dem Vater auseinandersetzen – was ihn total überfordert. 

Ganz aktuell erschienen ist hingegen der Roman "Die Optimistin" von Rebbecca Makkai, den die Potsdamer Übersetzerin Bettina Abarbanell ins Deutsche übertragen hat. 

Erzählt wird darin von zwei Protagonisten in unterschiedlichen Zeitebenen. Im Chicago der 1980er Jahre sucht der junge Kunstexperte Yale mit Feuereifer nach Neuerwerbungen für seine Galerie. Gerade ist er einer Gemäldesammlung auf der Spur, die seiner Karriere den entscheidenden Schub verleihen könnte. Er ahnt nicht, dass ein Virus, das gerade in Chicagos „Boys Town“ zu wüten begonnen hat, einen nach dem anderen seiner Freunde in den Abgrund reißen wird. Dreißig Jahre später spürt Fiona in Paris ihrer Tochter nach, die sich offenbar nicht finden lassen will. Die Suche nach der Tochter gestaltet sich ebenso zu einer Reise in die eigene Vergangenheit, denn in Paris trifft sie auf alte Freunde aus Chicago, die sie an das Gefühlschaos der Achtzigerjahre erinnern und sie mit einem großen Schmerz von damals konfrontieren.

Davon abgesehen geben sowohl die Buchhändler des Literaturladens Wist als auch die Buchhändlerinnen des Viktoriagartens quasi täglich Lektüretipps auf ihren sozialen Netzwerken. 

 

Lokale Schlemmertipps

Weitere Lokaltipps sammelt Dennis Krischker und stellt  sie aktuell in den Storys seines Instagramaccounts vor. Der Fotograf besucht sie mit seiner Kamera, führt kleine Interviews oder zeigt einfach schöne Aufnahmen der Orte. Ein paar davon sind auch auf dem Account sowie der Website von Local Bro gesammelt. Wer also Inspirationen für leckere Snacks, Getränke, schnelle Fahrradreperaturen oder coole Möbel braucht, sollte dort mal vorbeigucken. 

Alle Potsdamer Restaurants, die derzeit Liefer- oder Abholservice anbieten, findet ihr übrigens auch gesammelt bei uns. Einfach hier nachgucken und dann schlemmen. Wer einen kleinen Ausflug ins Umland machen möchte, könnte beim Obsthof Lindicke vorbeischauen. Der hat ab sofort auch seine diesjährigen Obstweine im Angebot. Nur daran denken: Immer in Maßen genießen, sonst ist der Kopf schnell sehr schwer. 

Wer selbst kochen möchte, findet auf der Instagramseite des Potsdamer Studentenwerks aktuell ein leckeres Chili-Rezept, das sowohl mit Fleisch als auch in einer veganen Variante gekocht werden kann. Es sieht auf jeden Fall schonmal sehr lecker aus.

Beratung

Neben leckerem Essen hilft auch ein gutes Immunsystem in diesem Zeiten. Das schützt zwar nicht vor dem Corona-Virus, hilft aber der allgemeinen Gesundheit. Das Sekiz Potsdam hat zu dem Thema ein Interview mit der Ernährungsexpertin und Autorin Andrea Sokol geführt, das auf dem Sekiz-YouTube-Kanal zu finden ist. 

"Wir haben mit ihr darüber gesprochen, wie man mit einfachen Maßnahmen das Immunsystem gegen Viren und Bakterien stärken kann. Außerdem sprechen wir darüber, wie sie mit ihrer Histaminintoleranz umgeht", schreibt das Sekiz dazu auf Instagram

Das Sekiz - kurz für Selbsthilfe-, Kontakt- und Informationszentrum -bietet in Potsdam Selbsthilfe, junge Selbsthilfe für Personen unter 35 Jahren,  Begegnung und ehrenamtliches Engagement. Aufgrund der Corona Pandemie ist das Sekiz derzeit zwar geschlossen, die Mitarbeiter sind aber per Mail an das Selbsthilfe-Büro ([email protected]) oder an die Agentur für Ehrenamt ([email protected]ekiz.de) weiterhin erreichbar.


Bewegung ist wichtig

Auch heute vergessen wir natürlich den Sport nicht: Körperlich aktive Menschen sind auch in der Coronakrise  besser drauf. Das ist eins der Ergebnisse einer Studie von Forschern der Universität Potsdam. Demnach habe man bei den sportlichen Probanden aktuell ein positiveres Wohlbefinden gemessen als bei denen, die nicht oder unregelmäßig Sport treiben, so der Sportpsychologe Ralf Brand von der Universität Potsdam. 

Menschen, die sich vor der Corona-Krise regelmäßig zwei bis dreimal pro Woche bewegt und Sport getrieben haben, würden derzeit eher mehr trainieren,  wohingegen sich Personen, die nicht oder nur unregelmäßig körperlich aktiv waren, sich nun noch weniger bewegen. An der kurzfristig organisierten weltweiten Studie haben bislang rund 6300 Probanden in 52 Ländern teilgenommen.  

Das internationale Forscherteam interessiert vor allem, wie sich Sport und Bewegung auf das allgemeine Wohlbefinden im Alltag auswirken, gerade in Zeiten der Krise. Noch werden Teilnehmende auch in Deutschland gesucht, die etwa zehnminütige Online-Befragung ist in zwölf Sprachen verfügbar. 

Wer sich jetzt auch bewegen möchte, kann auch erstmal klein anfangen. Mit diesen Übungen hier beispielsweise, die der rbb auf Instagram präsentiert:

Weitere digitale Sportangebote haben wir wir für euch hier aufgeschrieben

Und zum Schluss das Wetter

Heute ist es in Potsdam heiter bis wolkig. Auch dieser Morgen beginnt mit 5 Grad noch etwas kühl, die Temperaturen steigen aber laut Wetterdienst auf frühlingshafte 17 Grad an. Dazu weht der Wind leicht bis mäßig aus West.

Und damit schließen wir heute mit einem treffenden Zitat von Theodor Fontane: "Zum Schluß, die herzliche Bitte, daß nicht etwa Ihr Herr Sohn in seiner Güte mit herankommt, – die Influenza, wie ich am eignen Leibe erfahren habe, ist eine perfide Krankheit und sehr ansteckend." So schrieb es der Schriftsteller an Wilhelm Hertz am 26. März 1892.

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