• News, Tipps und Termine für Potsdam, 21. Januar 2020
Update

Dienstag, 21. Januar 2020 : Das ist heute in Potsdam wichtig

Heute findet eine Gedenkveranstaltung für den ehemaligen Ministerpräsidenten Manfred Stolpe (SPD) statt, wir liefern eine Vollsperrung nach und es gibt Neues vom grünen Becher.

Marie-Luise Glahr, Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung Potsdam, mit dem Potspresso-Kaffeebecher.
Marie-Luise Glahr, Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung Potsdam, mit dem Potspresso-Kaffeebecher.Foto: PNN / Ottmar Winter (September 2019)

Potsdam - Wir blicken an dieser Stelle schon mal auf den späten Abend. Wir geben zu: Gestern wollten wir keinem den Wochenstart vermiesen, daher melden wir erst jetzt noch eine Vollsperrung. Heute ab 23 Uhr wird die Nuthestraße/L 40 im Bereich der Hochstraßenbrücke in Potsdam voll gesperrt. Das teilte der Landesbetrieb Straßenwesen mit. Bis morgen früh um 4 Uhr wird der Verkehr in beiden Fahrtrichtungen umgeleitet. Das ist aber halb so schlimm. Wirklich! Es geht "nur" um ein Ab und Auf: Stadteinwärts wird der Verkehr nämlich über die Abfahrtsrampe zur Friedrich-List-Straße und die Rudolf Breitscheid-Straße zur Auffahrtsrampe Alt-Nowawes der Nuthestraße geführt. Stadtauswärts Richtung Teltow geht es über die Abfahrtsrampe, die Friedrich-List-Straße und die Auffahrtsrampe wieder auf die Nuthestraße.

Grund für die Sperrung sind, man kann es sich denken, die Vorbereitungen für den Abriss der alten Brückenbauwerke und der Bau der neuen Brücken.

Was passiert heute vor Gericht?

Heute um 9 Uhr muss sich ein 24-Jähriger wegen mehrerer Delikte vor dem Amtsgericht Potsdam verantworten. Ihm werden "Körperverletzung, Beleidigung in zwei Fällen, gefährliche Körperverletzung, Hausfriedensbruch, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, ein räuberischer Diebstahl in Tateinheit mit vorsätzlicher Körperverletzung und Beleidigung" vorgeworfen. So soll er Anfang März 2018 einen Autofahrer als "deutsches Arschloch" und rund vier Monate später seinen Hausnachbarn als "Nazi, Rassisten und Idioten" bezeichnet und ihn dabei angespuckt haben. "Scheiß Nazis" waren für den Mann aus Kamerun Anfang August auch zwei Gäste in einem Bistro. Einen der beiden verletzte er mit einem abgebrochenen Flaschenhals am Bauch. Fast zu vernachlässigen ist sein Hausfriedensbruch im Hotel "Brandenburger Tor", das er im alkoholisierten Zustand trotz Aufforderung der Hotelleitung nicht verlassen wollte. Schlimmere Folgen seines Handelns zog eine körperliche Auseinandersetzung nach sich, in die er vor gut einem Jahr geraten war. Am Ende hatte er im alkoholisierten Zustand einen Mann mit einem Cuttermesser Schnittverletzungen am Hinterkopf zugefügt. Die herbeigerufenen Polizeibeamten habe er angespuckt und gebissen, heißt es in der Anklage. Zwei Monate später, Anfang April 2019, der vorerst letzte Vorfall: Er wird beschuldigt, in einer Kaufland-Filiale Zigaretten eingesteckt zu haben. Allerdings nicht unbemerkt. Zwei Detektive hatten ihn im Blick und sprachen ihn an: Daraufhin beschimpfte er die beiden Sicherheitsmitarbeiter als "Idioten" und steckte sich daraufhin vor ihren Augen eine Bierflasche ein. Einer der beiden Detektive habe daraufhin versucht, die Flasche sicherzustellen. Der 24-Jährige riss an der Flasche und verletzte dabei den Detektiv mit dem Kronkorken am Zeigefinger.

Um 10.30 Uhr sollte eigentlich noch ein weiterer Prozess folgen: Einem 46-Jährigen aus Potsdam wurde eine verbotene Mitteilung über Gerichtsverhandlungen zur Last gelegt: Er soll am 29. August 2018 auf Facebook unter einem Post der Märkischen Allgemeinen Zeitung in einem von ihm verfassten, für die Allgemeinheit frei zugänglichen Kommentar zwei Fotos eines kompletten Haftbefehls des Amtsgerichts Chemnitz vom 27. August 2018 mit sämtlichen persönlichen Angaben gepostet haben. Da es jedoch ein Akten-Problem gab, wurde die Verhandlung verschoben: Die Verteidigung hatte nach PNN-Informationen Prozessakten nicht zurückgeschickt.

Ein grüner Becher gegen Müll

Um 11 Uhr geht das Potspresso-Pfandsystem heute sozusagen auf die Zielgerade. Im vergangenen Jahr wurde von der Potsdamer Bürgerstiftung die Idee geboren, in der Stadt ein Pfandsystem für Kaffee- (oder Tee-) -becher zu etablieren. Daraufhin startete zur Finanzierung des Projekts der Verkauf der grünen Potspresso-Becher, im Herbst kam dann die Finanzierungszusage der Stadt und der Stadtwerke, nun werden die ersten 10.000 Pfandbecher in den Umlauf gebracht. Heute um 11 ist dazu die Presse in die Bäckerei Fahland an der Ecke Brandenburger Straße geladen. "Jeder Potsdamer soll Becherbotschafter werden", wünscht sich Marie-Luise Glahr von der Potsdamer Bürgerstiftung. Etwa 20 Cafés und Bäckereien in Potsdam würden bereits am Pfandsystem teilnehmen und die Becher führen, es sollen aber noch mehr werden. Deshalb möchte Glahr, dass auch die Potsdamer von ihren Lieblingsläden die Einführung des Pfandbechersystems einforderten - alles natürlich vor dem Hintergrund, künftig Müll zu vermeiden. 

Gedenkfeier in der Nikolaikirche

Zur Gedenkfeier für den im Dezember 2019 gestorbenen Brandenburger Ex-Ministerpräsidenten Manfred Stolpe (SPD) wird heute Nachmittag auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Potsdam erwartet. Bei der heutigen Gedenkfeier in der Potsdamer Nikolaikirche  am Alten Markt werden neben Steinmeier auch Ex-Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (CDU) und Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) in Reden an Stolpe erinnern. Die Predigt werde Landesbischof Christian Stäblein halten. Auf Wunsch des Verstorbenen werde das Landespolizeiorchester in der sogenannten kleinen Besetzung spielen, so die Staatskanzlei. Das Gedenken wird auf einer Videoleinwand vor der Kirche und live im rbb übertragen.

Was macht die Stadtpolitik in Potsdam heute?

Gleich zwei Ausschusssitzungen stehen heute auf dem politischen Programm: Der Bildungsausschuss um 17.30 Uhr sowie um 18 Uhr der Bauausschuss. Der hat wie immer ein umfangreiches Abendprogramm. Unter anderem wird um Instrumente zur Begrenzung des Mietenanstiegs beraten, wie man Flächen für die Partygärten sichern kann und auch über den Zugang für mobilitätseingeschränkte Menschen zum Havel Quartier - darüber wird seit 2017 beraten. Anwohner haben bereits mehr als 2500 Unterschriften für eine temporäre Übergangslösung gesammelt, weil sie über den Uferweg schneller zum Hauptbahnhof kommen möchten. Zuletzt war einem Provisorium von der Stadt eine Absage erteilt worden. 

Babelsberg im nächsten Winter-Testspiel

Zuhause spielt Nulldrei heute um 18 Uhr das nächste Winter-Testspiel gegen Tennis Borussia. Überschattet wird die Begegnung wohl vom gestern erfolgten zweiten Schlichtungsversuch zwischen dem Verein und seinem Ex-Trainer Marco Vorbeck am Arbeitsgericht. Seit gestern sind auch die Anschuldigungen gegen Vorbeck und damit der Grund aus Sicht des SVB für das Ende der Zusammenarbeit zwischen ihm und Nulldrei bekannt: Der Verein wirft ihm anzügliches Verhalten vor.

Quiz im Waschhaus

Wem das typische Kneipenquiz zu langweilig ist, der kann heute am ZAQ-Medienquiz im Waschhaus teilnehmen - Beginn ist um 19.30 Uhr, Einlass ab 19 Uhr. Anmelden muss man sich via Facebook.  Abgefragt wird Wissen aus den Bereichen Filme, Serien, TV, Bücher, Musik, Social Media, Werbung und natürlich Promis. Das ganze läuft nicht wie ein typisches Kneipenquiz, sondern ist eine Mischung aus "audiovisuellen Fragen, Tabu- und Activity-Elementen und vielem mehr", wie die Veranstalter versprechen. Also sollte man sich darauf einstellen, nicht nur grübelnd auf seinem Hintern zu sitzen und dabei gemütlich ein Bier zu picheln, sondern sich auch zu bewegen.

Scobel fragt

Um 19 Uhr gibt es heute noch Karten für eine neue Runde "Scobel fragt" im Hans Otto Theater. Gert Scobel spricht dieses Mal mit dem Soziologen Wilhelm Heitmeyer und "Aussteiger" Christian Weißgerber über Rechtsradikalismus. Gemeinsam versuchen sie Antworten auf die tieferliegenden Gründe zu finden, warum sich Menschen der AfD zuwenden, rechter Terror Menschen bedroht und warum autoritäre Politikangebote ebenso Konjunktur haben, wie Menschenfeindlichkeit und Rassismus. 

Heitmeyer war Gründer und von 1996 bis 2013 Direktor des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld. Er forscht seit mehr als 30 Jahren zu Rechtsextremismus, Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit. Christian Weißgerber hatte bis 2010 eine Führungsrolle in der militanten Neonazi-Splittergruppe der „Autonomen Nationalisten“. 2010 zog er sich zurück. 

Ein Geschenk für das Potsdam Museum

Der Potsdamer Kunstverein des 20. Jahrhunderts und der Potsdamer Kunstverein des 21. Jahrhunderts unterstützen regelmäßig die Sammlung Bildende Kunst des Potsdam Museums. So auch heute um 18 Uhr - dann wird nämlich ein sogenanntes Prämienblatt im Museum überreicht. Prämienblätter waren im 19. Jahrhundert Nachbildungen von Werken der bildenden Kunst. Ein solches wird nun heute übergeben. Darauf zu sehen ist ein Kupferstich des Gemäldes „Ein betender Mönch am Sarge Kaiser Heinrichs IV.“ von Carl Friedrich Lessing aus dem Jahr 1865. Bei der Veranstaltung heute Abend wird es auch einen Vortrag zum Bild geben.

Kupferstich nach dem Gemälde „Ein betender Mönch am Sarge Kaiser Heinrichs IV.“ von Carl Friedrich Lessing aus dem Jahr 1865.
Kupferstich nach dem Gemälde „Ein betender Mönch am Sarge Kaiser Heinrichs IV.“ von Carl Friedrich Lessing aus dem Jahr 1865.Foto: Potsdamer Kunstverein

Migranten und Migrantinnen in der DDR

Im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte wird heute Marcia Cathérine Schenck, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Globalgeschichte der Freien Universität Berlin und ab April 2020 Professorin für Globalgeschichte an der Universität Potsdam, die Erinnerungen angolanischer und mosambikanischer Migranten und Migrantinnen in der DDR vorstellen. Beginn ist um 18.15 Uhr, der Eintritt ist frei.

Was ist sonst noch in Potsdam los?

Wer im vergangenen Jahr grübelnd über seiner Heizkostenabrechnung gesessen hat und wem vor der diesjährigen Rechnung graut, der kann sich vorbereiten und für 5 Euro den Vortrag "Heizkostenabrechnung verstehen" besuchen. Der findet in der Volkshochschule im Bildungsforum statt und zwar um 17 Uhr. Seine alten Rechnungen kann man mitbringen und den Mitgliedern der Verbraucherzentrale Brandenburg zeigen, die auch den Vortrag halten werden. 

Bewerben, bewerben, bewerben

Achtung an alle, die bei der Fête de la musique mitwirken wollen: Ab sofort kann man sich bis zum 29. Februar anmelden, sofern man Musiker, in einer Band oder DJ ist. Bewerbungen werden aus ganz Brandenburg entgegengenommen, melden die Veranstalter. Bewerben kann man sich hier. 

Zum Schluss das Wetter

Heute vor genau 73 Jahren begann die bisher längste Kälteperiode, die in Potsdam seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1893 gemessen wurde. Ganze 37 Tage hintereinander blieb das Thermometer damals vom 21. Januar 1947 an unter 0 Grad. Da passt es, dass die mögliche Tiefsttemperatur für heute auf -2 Grad angesetzt ist. Maximal sind 6 Grad angesagt. Das Schöne dabei: Die Sonne soll sich heute den ganzen Tag zeigen. 

In eigener Sache: Sie haben selbst Veranstaltungen, News, Tipps oder Anregungen, die an dieser Stelle veröffentlicht werden sollten? Immer her damit! Einfach eine E-Mail an [email protected] schreiben.+++
Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!

Mehr lesen? Hier die PNN gratis testen.