• Die Corona-Lage in Potsdam: Maskenpflicht auch in der Friedrich-Ebert-Straße

Die Corona-Lage in Potsdam : Maskenpflicht auch in der Friedrich-Ebert-Straße

In Potsdam wird die Maskenpflicht in der Innenstadt ausgeweitet. Neue Fälle gibt es an Schulen. Das Klinikum schränkt Besuchsmöglichkeiten drastisch ein

Henri Kramer
In der Friedrich-Ebert-Straße gilt nun eine Maskenpflicht
In der Friedrich-Ebert-Straße gilt nun eine MaskenpflichtFoto: Ottmar Winter PNN

Die Stadt weitet die Maskenpflicht auf die Friedrich-Ebert-Straße aus, das Bergmann-Klinikum wiederum schließt für Besucher. Diese Entscheidungen wurden am Dienstag bekanntgegeben. Grund ist die weiter steigende Zahl von Corona-Infektionen.

Ab dem heutigen Mittwoch muss auf allen Fußgängerwegen der Friedrich-Ebert-Straße zwischen 9 und 19 Uhr ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Bereits seit dem 24. Oktober gilt eine Maskenpflicht auf der Brandenburger Straße zwischen 9 und 19 Uhr, rund um die Uhr am Potsdamer Hauptbahnhof sowie während der Wochenmärkte in Babelsberg, am Nauener Tor und am Bassinplatz. Die erweiterte Maskenpflicht gilt zunächst bis zum 30. November.

Besuchsverbot am Klinikum

Einschränkungen gibt es auch am kommunalen Klinikum. Dessen Patienten dürfen keinen Besuch mehr empfangen, teilte das Krankenhaus mit. Der Krisenstab des Klinikums habe das wegen des „ansteigenden Infektionsgeschehens“ beschlossen, hieß es. Das gelte auch für die Psychiatrie in der Aue. Ausnahmen bestünden nur bei Patienten in Lebensgefahr, bei Kindern und für Partner rund um das Thema Geburt. Weiterhin können jedoch persönliche Gegenstände für Patienten im Klinikum abgegeben werden. Am St. Josefs-Krankenhaus sind Besuche derzeit noch nach Anmeldung möglich, allerdings auf eine Stunde begrenzt.

Ein Toter, weitere Patienten

In den Krankenhäusern steigt die Zahl der Patienten: In Potsdams Kliniken werden 27 Corona-Patienten versorgt – acht mehr als vor einer Woche. Im Bergmann-Klinikum werden 17 Personen auf der Covid-Normalstation betreut, fünf weitere werden auf der Intensivstation behandelt, drei davon an Beatmungsgeräten. Im St. Josefs liegen weitere fünf Corona-Normalpatienten. Erstmals seit dem 1. Juni ist im Bergmann-Klinikum wieder ein Mensch mit Coronainfektion gestorben – ein 90-jähriger Mann aus dem Kreis Potsdam-Mittelmark. Das Haus teilte auf Anfrage mit, von mehr als 55 aufgenommenen Patienten seien nur vier über die Notaufnahme ohne Symptome aufgenommen worden, bei ihnen hatte erst ein Test die Infektion ergeben. Die anderen Patienten waren entweder schon mit Corona-Diagnose oder -Symptomen im Klinikum angekommen.

Die Kliniken organisieren sich in der Krise

Wegen der Pandemie organisieren sich auch die mehr als 15 Krankenhäuser in der Region – und reaktivieren das sogenannte „Versorgungscluster Corona West“, die Koordination dafür liegt nun beim Bergmann-Klinikum, wie die Partner mitteilten. Ziel sei „eine abgestimmte und zentral gesteuerte Arbeitsteilung zwischen den Kliniken im Gebiet“, Krankenhausbetten könnten so für schwer erkrankte Covid-19-Patienten gezielt freigehalten und Transportressourcen geschont werden, hieß es weiter. Denn gerade die Zahl der Beatmungsgeräte ist begrenzt: Im Klinikum gibt es derzeit bis zu 24 Beatmungsplätze für Covid-Patienten, zwei weitere im St. Josefs.

Auch das Rathaus stellt immer mehr auf Krisenmodus um. So werden nach PNN-Informationen feste Teams gebildet, um Ansteckungen unter Mitarbeitern zu verhindern. Auch in der Verwaltung gab es bereits Infektionen.

Viele neue Fälle 

37 neue Corona-Infektionen meldete das Rathaus am Dienstagvormittag – was eine Sieben-Tage-Inzidenz von 84,8 bedeutet, Tendenz steigend. Darunter sind drei Fälle an Schulen. Nach einem positiven Test einer Schülerin der 11. Klasse des Leibniz-Gymnasiums, Am Stern, hat das Gesundheitsamt dort für 70 Schüler eine Quarantäne angeordnet. In der Weidenhof-Grundschule am Schlaatz sind nach einem positiven Testergebnis 21 Erstklässler sowie der zuständige Hort Schatzinsel betroffen. „Für die kommende Woche sind Abstriche der Schüler geplant“, hieß es. Einen positiven Fall gibt es auch an der Goethe-Grundschule in Babelsberg. Dort laufen noch die Untersuchungen des Gesundheitsamts. Insgesamt sind mehr als 430 Potsdamer in Quarantäne.

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