• Die Corona-Lage in Potsdam am Mittwoch: Erstmals wieder eine Infektion bei einem Kitakind
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Die Corona-Lage in Potsdam am Mittwoch : Erstmals wieder eine Infektion bei einem Kitakind

Die Inzidenz in Potsdam ist wieder leicht gestiegen. Unter anderem muss die Stadt einen Corona-Fall in einer Kita melden. Am Donnerstag wird die Pandemie auch ein Thema in der Stadtverordnetenversammlung sein.

Die Covid-Stationen des Bergmann-Klinikums in Haus E.
Die Covid-Stationen des Bergmann-Klinikums in Haus E.Foto: Ottmar Winter

Potsdam - Die Corona-Inzidenz in Potsdam verharrt nun den vierten Tag in Folge unter der von der Politik als Ziel vorgegebenen 35er-Marke. Am Mittwochmorgen meldete die Stadt einen leichten Anstieg von 29,4 auf 31,6 Neuinfektionen innerhalb einer Woche, gerechnet auf 100.000 Einwohner. Konkret waren das zehn neue registrierte Corona-Fälle. 

Eine Corona-Infektion bei einem Kitakind

Dabei meldete die Stadt nach der Wiedereröffnung der Kitas auch erstmals wieder einen Corona-Fall bei einem Kind in einem Kindergarten. Betroffen ist die Kita „Benjamin Blümchen“ im Wohngebiet Stern – dort seien nun zwölf andere Kinder, zwei Elternteile und sechs Erzieher:innen in Quarantäne. Eigentlich will die Stadt Ausbrüche in einer Kita mittels Corona-Schnelltests beim Personal vermeiden

Bergmann-Klinikum kann Covid-Station verkleinern

Abgesehen davon hatte es so niedrige Corona-Werte zuletzt Mitte Oktober 2020 gegeben. Damals lag allerdings nur eine einstellige Patientenzahl in den Potsdamer Krankenhäusern, am Mittwoch meldete das Rathaus hingegen immer noch 35 Patienten, davon 14 auf Intensivstationen. Anfang Januar hatte die Stadtverwaltung noch täglich mehr als 100 Patienten melden müssen, darunter auch doppelt so viele schwere Fälle wie aktuell. Das kommunale Bergmann-Klinikum erklärte angesichts der sinkenden Fallzahlen, man könne nun die Kapazitäten der Covid-Station reduzieren – auf 42 Normal- und 16 Intensivbetten. Dies sei auch für die normale medizinische Versorgung dringend geboten, hieß es. Kurzfristig könne man auch für Corona-Patienten wieder aufstocken, so das Klinikum.  

Auch die christlichen Krankenhäuser in Potsdam wie das St. Josefs kündigten die schrittweise Rückkehr in den Regelbetrieb an, ab nächstem Montag. So könnten bisher aufgeschobene Operationen und Behandlungen wieder durchgeführt werden. Bis auf Ausnahmen gelte aber weiter das Besuchsverbot - man arbeite aber "mit Hochdruck an einem Konzept, Besucherterminierung und Schnelltests vor Ort anbieten zu können", hieß es in der Mitteilung der Kliniken.

In der zweiten Welle waren besonders Einrichtungen für Senioren schwer getroffen worden, 70 Prozent der Potsdamer Corona-Toten seit Herbst seien Bewohner:innen von Pflegeheimen gewesen, hatte die Stadt schon Ende Januar erklärt. Seitdem gelten in den Einrichtungen verschärfte Sicherheitsstandards. Im Zuge der sinkenden Zahlen seien derzeit keine Seniorenheime mehr von Ausbrüchen betroffen, teilte das Rathaus mit.

Anträge zur Pandemiebewältigung im Stadtparlament

Mit der Pandemie befasst sich am Donnerstag auch das Potsdamer Stadtparlament. So haben die Grünen zusammen mit dem Bürgerbündnis und der Fraktion Die Andere einen Dringlichkeitsantrag gestellt, dass Verwaltung und Fraktionsgeschäftsstellen im Rathaus „schnellstmöglich so auszustatten sind, dass ein gesetzeskonformes Homeoffice möglich ist“. Bisher sei es gerade für die Fraktionsgeschäftsführer so, dass diese erst ins Büro fahren müssten, um den Dienst-PC einzuschalten – erst dann sei Homeoffice möglich. Die Vermeidung von Fahrtwegen zur Kontaktreduzierung sei so unmöglich, heißt es in dem Antrag.  

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In einem weiteren Dringlichkeitsantrag fordert die CDU-Fraktion eine umgehende Teststrategie für die Suppenküche zu entwickeln, „die für Bedürftige und Helfer kostenlose Corona-Tests vorsieht“. Für die Schwächsten in einer Gesellschaft müsse das selbstverständlich sein, so die Unionsfraktion. Zudem fordert die CDU in einem weiteren Antrag, in der Krise die anfallenden Verwaltungsgebühren für Außenplätze in der Gastronomie zu erlassen – für die Unterstützung der besonders getroffenen Branche. 

Ein AfD-Antrag bleibt wohl ohne Chance

Einen Dringlichkeitsantrag für einen „Ausstiegskatalog für die vom Lockdown besonders betroffenen Betreiber von Einzelhandelsgeschäften, Gastronomie und Hotellerie, Friseur-, Kosmetik- und Fitnessstudios“ hat hingegen die rechtspopulistische AfD gestellt – allerdings sind diese Branchen vom Land geschlossen worden, die Stadt hat hier keine Zugriffsrechte. Und: AfD-Anträge im Stadtparlament sind an den Mehrheitsverhältnissen bisher ausnahmslos gescheitert.


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