• Coronakrise in Potsdam: Falkenhof und Waldhaus vor dem Aus

Coronakrise in Potsdam : Falkenhof und Waldhaus vor dem Aus

Die Coronakrise macht es auch dem Verein Wald-Jagd-Naturerlebnis schwer: Spenden sind dringend nötig, um ihn zu retten. 

Die Mitarbeiter und Tiere des Waldhauses brauchen Hilfe. 
Die Mitarbeiter und Tiere des Waldhauses brauchen Hilfe. Foto: Waldhaus/promo

Potsdam - Der Verein Wald-Jagd-Naturerlebnis, zu dem das Waldhaus Großer Ravensberg und der Falkenhof Ravensberg gehören, kämpft ums Überleben. Für den April waren im Waldhaus sowie im Falkenhof eigentlich die Saisoneröffnungen geplant. Schulklassen, Kita-Gruppen und viele mehr waren für Besichtigungen, Geburtstagsfeiern und Feriencamps angemeldet. Durch die Coronakrise seien nun aber alle Veranstaltungen abgesagt worden, sagt Geschäftsführerin Ilka Simm-Schönholz. Dabei sind gerade die Sommermonate für den Verein wichtig, um nach der ruhigen Winterzeit ausreichend Geld einzunehmen, um die Verpflegung der Tiere, Mitarbeiter und Nebenkosten zu bezahlen. „Es fällt uns alles weg“, sagt Simm-Schönholz.

Die Zukunft ist ungewiss

Insgesamt 25.000 Euro benötigt der Verein monatlich, um alle Kosten rund um die Pflege der insgesamt 168 Tiere abzudecken. Während der Sommermonate rechnet der Verein sogar mit mehr Einnahmen pro Monat. Im Mai vergangenen Jahres beliefen sich die Einnahmen laut der Geschäftsführerin auf 45.000 Euro, im Juli auf 77.000 Euro und wurden über die Sommermonate tendenziell mehr. So könnten auch die besucherschwächeren Wintermonate überbrückt werden, sagt Simm-Schönholz.

Die Zukunft des Waldhauses und des Falkenhofs ist nun erst einmal ungewiss. Neben den zahlreichen Ehrenamtlichen, die im Einsatz sind, beschäftigt der Verein zudem neun Festangestellte sowie zwei Lehrlinge und zwei Freiwillige im Rahmen eines Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ). Die Hälfte der Mitarbeiter sei inzwischen in Kurzarbeit, so die Geschäftsführerin. Bei der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) hat sie bereits einen Antrag gestellt. Der Verein steht, wie auch einige andere, vor einem besonderen Problem. Gemeinnützige Vereine dürfen nur bis zu einer bestimmten Grenze und unter bestimmten Bedingungen Gewinne erwirtschaften. Dementsprechend mangelt es vielen an Rücklagen, um Krisen wie die aktuelle Corona-Pandemie zu überstehen.

Spenden werden benötigt

Um die Krise zu überstehen, ist der Verein Wald-Jagd-Naturerlebnis dringend auf Unterstützung angewiesen. Simm-Schönholz befürchtet allerdings, dass es schwierig werden könnte, finanzielle Mittel vom Staat zu bekommen. Denn der Verein betreibt ganz unterschiedliche Projekte und fällt dadurch laut der Geschäftsführerin durch alle Raster. Daher hat der Verein auch einen Spendenaufruf gestartet. 5000 Euro seien bereits gespendet worden, so Simm-Schönholz. „Wir kämpfen“. Aber ein Vielfaches werde benötigt, um das Überleben des Vereins zu sichern. 

Spendenkonto des Wald-Jagd-Naturerlebnis e.V.: IBAN DE62 1009 0000 1609 1390 01. Weitere Infos dazu gibt es per E-Mail unter [email protected]

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