• Corona-Lage in Potsdam: Immer mehr Covid-Patienten in Krankenhäusern

Corona-Lage in Potsdam : Immer mehr Covid-Patienten in Krankenhäusern

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Potsdam ist leicht gesunken, aber die Lage bleibt angespannt. Bei der Feuerwehr gibt es Unmut zum Umgang mit Corona-Tests. Am Samstag gingen viele Potsdamer Weihnachtseinkäufe erledigen. Die Lage im Überblick. 

Letzter Verkaufssamstag in Potsdam vor dem Lockdown - und vor Weihnachten.
Letzter Verkaufssamstag in Potsdam vor dem Lockdown - und vor Weihnachten.Foto: Andreas Klaer

Potsdam - Das Corona-Virus breitet sich in Potsdam ein klein wenig langsamer aus, allerdings müssen immer mehr Patienten in Krankenhäuser. Das zeigen die Zahlen, die die Stadtverwaltung am Sonntag veröffentlichte. Demnach sank der Sieben-Tage-Inzidenzwert von Freitag auf Sonntag von 154,2 auf 145,8 Infektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Seit Freitag wurden demnach 69 neue Infektionen registriert, vor einer Woche waren es noch 84. Fast 1100 Potsdamer befinden sich in Quarantäne.

Einen neuen Höchststand meldete das Rathaus am Sonntag für das kommunale Bergmann-Klinikum und das St. Josefs Krankenhaus – mit insgesamt 68 Corona-Infizierten. So wurden im Klinikum 48 Covid-Patienten behandelt, 13 davon auf der Intensivstation. Im Josefs waren es weitere 19 Erkrankte, davon einer schwer. Am Sonntag vor einer Woche waren es in beiden Häusern insgesamt 47 Patienten. Wie berichtet hatte das Klinikum – wie zahlreiche andere Krankenhäuser im gesamten Bundesgebiet – bereits in der vergangenen Woche für einen harten Lockdown geworben. Man sei an der Belastungsgrenze, hieß es mehrfach. Corona-Patienten gelten als besonders pflegeintensiv. In sozialen Netzwerken warb das Klinikum um Helfer – etwa für Lagerarbeiten oder die Verteilung von Speisen.

Unmut in der Feuerwehr

Angesichts der Ausbreitung des Virus ist die Lage in vielen Institutionen angespannt – offensichtlich auch bei der Feuerwehr in Potsdam. In einem Schreiben, das den PNN vorliegt, spricht ein Mitarbeiter von Unmut in den eigenen Reihen, weil die Mitarbeiter in Potsdam nicht regelmäßig auf das Coronavirus getestet würden – und äußert Zweifel an der Reaktionsfähigkeit im Notfall. Die Stadtverwaltung wies das zurück. So hätte sich ein Mitarbeiter der Feuerwehr mit dem Virus infiziert, fünf weitere seien in Quarantäne, teilte das Rathaus auf PNN-Anfrage mit. Seit Donnerstag seien aber alle Mitarbeiter wieder im Einsatz, hieß es am Freitag weiter. Der Mitarbeiter hingegen beschrieb, mindestens in einer Nacht sei die Dienststärke von 40 Einsatzkräften auf 24 geschrumpft, statt wie sonst sechs seien nur drei Rettungswagen unterwegs gewesen. Nach wie vor würden die Mitarbeiter nicht regelmäßig getestet – dies sei auch bei der ersten Corona-Welle nicht der Fall gewesen. Er habe deswegen Bedenken, weil der Höhepunkt der zweiten Welle erst bevorstehe. „Ich hoffe, dass das System dem standhält“, so der Mitarbeiter. 

Das Rathaus verwies dagegen auf ein Pandemiekonzept für die Feuerwehr, das bereits in der ersten Welle erstellt worden sei. Es gebe Maßnahmen, die der Kontaktminimierung dienten und im Falle einer Infektion eines Mitarbeiters die Kontakte ersten Grades „erheblich minimieren“. Allerdings, so räumte man ein, sei es möglich, dass durch „einen plötzlichen, nicht planbaren und somit akuten Ausfall von mehreren Mitarbeitern gleichzeitig“ nicht alle Fahrzeuge voll besetzt sein könnten. Die Gefahrenabwehr sei dennoch sichergestellt, so das Rathaus. Denn insgesamt seien alle rund 200 Mitarbeiter so qualifiziert, dass sie sowohl im Feuerwehrdienst, als auch für die Rettung eingesetzt werden können.

Viele Potsdamer nutzten den Samstag zum Weihnachtseinkauf, bevor die Läden wieder schließen.
Viele Potsdamer nutzten den Samstag zum Weihnachtseinkauf, bevor die Läden wieder schließen.Foto: Andreas Klaer

Weihnachtseinkauf vor dem Lockdown

Vor den erwarteten schärferen Corona-Maßnahmen hatten viele Potsdamer den Samstag noch einmal zu Weihnachtseinkäufen genutzt, ein Ansturm blieb aber aus. In der Innenstadt war es voll, viele Menschen kauften ein, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur dpa berichtete. Glühwein to go und Essen auf dem Wochenmarkt sind seit Samstag verboten. Es gelten schärfere Corona-Regeln, unter anderem ein Verbot von Alkoholkonsum und von Verzehr von Speisen auf Märkten. Das Ordnungsamt meldete keine besonderen Verstöße gegen die Regeln.

Derweil bestätigte der Gesundheitsstaatssekretär Michael Ranft am Samstag auf dpa-Anfrage, dass die geplante Eröffnung des Impfzentrums in der Metropolishalle am Filmpark Babelsberg von Mitte Dezember auf Anfang Januar verschoben sei. Dann erst rechne man mit ersten Impfdosen, so Ranft. Brandenburg werde die Impfungen gegen das Coronavirus mit mobilen Teams beginnen, zunächst bei über 80-Jährigen. 

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