• CDU Potsdam: Fraktionschefin Anna Lüdcke tritt zurück

CDU Potsdam : Fraktionschefin Anna Lüdcke tritt zurück

Sie war die erste Frau an der Spitze der Potsdamer CDU-Fraktion. Jetzt hat sie sich überraschend von dem Amt zurückgezogen. Die Gründe sind bislang unklar.

Anna Lüdcke (24) ist eine der jüngsten Stadtverordneten in Potsdam.
Anna Lüdcke (24) ist eine der jüngsten Stadtverordneten in Potsdam.Foto: Ottmar Winter

Potsdam - Die junge Potsdamer CDU-Fraktionsvorsitzende Anna Lüdcke ist von ihrem Amt zurückgetreten. Das teilte die CDU-Fraktion am späten Montagabend nach ihrer Fraktionssitzung mit. Lüdcke habe dort ihren Rückzug aus "persönlichen Gründen" erklärt, heißt es in der Mitteilung.

Die Fraktion habe "ihren Schritt mit Bedauern zur Kenntnis genommen und ihr für ihre geleistete Arbeit Lob und Anerkennung ausgesprochen".  Die Potsdamer CDU-Fraktion werde nun durch den Fraktionsvorsitzenden Götz Friederich weiter geführt.

Die Gründe für den Rücktritt sind bisher unklar, Lüdcke selbst erklärte sich noch nicht. Vermutet wird in der Fraktion, dass eine Ursache die hohe Arbeitsbelastung ist. Seit der Kampfabstimmung um die Bundestags-Direktkandidatur zwischen Friederich und der CDU-Bundes- und Landtagsabgeordneten Saskia Ludwig sind in der Partei Machtkämpfe ausgebrochen.

"Öffentlich präsenter werden"

Lüdcke war die erste Frau im Amt einer Fraktionsvorsitzenden der Potsdamer CDU. Sie hatte den Posten nach der Kommunalwahl gemeinsam mit Friederich übernommen. Im PNN-Interview hatte Lüdcke gesagt, die CDU müsse ihre "Positionen schärfen und öffentlich präsenter werden". Sie wollte beispielsweise eine "wirkliche Jugendvertretung mit einem eigenen Etat" etablieren.

Lüdcke lebt im Bornstedter Feld, geboren wurde sie in Nischni Tagil, einer Stadt am Ural in Russland. Mit ihrer Familie kam sie im Alter von neun Jahren nach Potsdam. Sie wuchs im Wohngebiet Am Stern auf. Ihr Abitur machte sie am Humboldt-Gymnasium, an der Universität Potsdam hat sie einen Bachelor in Politik und  Organisationswissenschaften erworben. Zuletzt strebte sie an der Universität Hamburg einen Masterabschluss an.

Saskia Ludwig (l.) setzte sich im Rennen um die Direktkandidatur 2021 gegen Götz Friedrich durch.
Saskia Ludwig (l.) setzte sich im Rennen um die Direktkandidatur 2021 gegen Götz Friedrich durch.Foto: Andreas Klaer

Nach seiner Niederlage gegen Ludwig hatte der nunmehr alleinige Fraktionschef Friederich Ende September seinen Rückzug als CDU-Stadtvorsitzender angekündigt. Es soll dazu Neuwahlen des Kreisvorstands und einen Parteitag geben, der Zeitpunkt ist unklar.

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