• CDU-Politiker Niekisch stellt neue Ideen vor: Für Haus der Religionen in Garnisonkirche

CDU-Politiker Niekisch stellt neue Ideen vor : Für Haus der Religionen in Garnisonkirche

Der Vorsitzende des Potsdamer Bauausschusses orientiert sich an Ideen des Sohnes des Erbauers der Kirche. Eine Umsetzung hätte weitreichende Folgen für das Rechenzentrum.

Blick auf die Baustelle der Garnisonkirche.
Blick auf die Baustelle der Garnisonkirche.Foto: Andreas Klaer

Potsdam - Noch im Dezember will Rathauschef Mike Schubert (SPD) die ersten Ergebnisse seiner monatelangen Gespräche mit der Stiftung Garnisonkirche und den Nutzern des Rechenzentrum vorstellen, wie das Umfeld des entstehenden Turms der Kirche sowie das benachbarte Rechenzentrum genutzt werden können.

Doch gibt es auch weitere Ideen: Überlegungen für ein „Potsdamer Pantheon“, also ein möglichst originalgetreu aufgebautes Kirchenschiff für Kunst, Politik und Religion, stellte am Donnerstag der CDU-Stadtverordnete Wieland Niekisch der Presse vor. Damit könne man Ideen des Sohnes des Erbauers der Kirche, Friedrich II. neu aufnehmen, der laut Niekisch im 18. Jahrhundert schon ein multireligiöses Gotteshaus errichten wollte.

Der CDU-Stadtverordnete Wieland Niekisch.
Der CDU-Stadtverordnete Wieland Niekisch.Foto: Andreas Klaer

Damit würde das wiedererrichtete Wahrzeichen neben seiner Funktion als Kapelle, Aussichtspunkt und Geschichtsschau auch ein „multireligiöses Diskussions- und Austauschforum“ werden, so der CDU-Mann, der dem Potsdamer Bauausschuss vorsitzt. Im Inneren des künftigen Schiffs schwebt Niekisch die schlichte Form des 18. Jahrhunderts mit acht tragenden Säulen vor, die für verschiedene Religionen, den Atheismus sowie Humanismus und „den unbekannten Gott“ stehen könnten. 

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Für das Kirchenschiff müsste das Rechenzentrum weichen

So könnte laut Niekisch ein „Haus der Religionen entstehen, wo diese nicht ihre Riten oder Gottesdienst zelebrieren, sondern in Toleranz und Offenheit darüber in Austausch treten, was sie jeweils zum friedlichen Zusammenleben und zur Stiftung von Frieden (...) beitragen können.“ So könne man etwas Verbindendes für die Stadtgesellschaft schaffen, so Niekischs Hoffnung. Allerdings müsste für das Kirchenschiff dann das benachbarte Kreativhaus Rechenzentrum weichen. Niekisch sagte, der angestoßene Prozess von Schubert sei offen gemeint – deswegen könne sein Vorschlag weiter in dem Verfahren verwendet zu werden.

Auch in der Stadtverordnetenversammlung am Mittwoch war der Dialog kurz Thema: Ein Antrag der Linken für eine Bürgerbefragung zum Umfeld des Kirchturms wurde in den Hauptausschuss überwiesen. Seit Jahren sorgt das Thema Garnisonkirche für Kontroversen. 

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