• Brandenburger Schauspiellegende: Herbert Köfer im Alter von 100 Jahren verstorben

Brandenburger Schauspiellegende : Herbert Köfer im Alter von 100 Jahren verstorben

Der Michendorfer Schauspieler Herbert Köfer ist gestorben. Rückblick auf eine mehr als 80-jährige Karriere.

Claudia Seiring
Der Schauspieler Herbert Köfer im Jahre 2017.
Der Schauspieler Herbert Köfer im Jahre 2017.Foto: Manfred Thomas

Michendorf - Der Schauspieler Herbert Köfer ist tot. Er starb
am Samstag im Alter von 100 Jahren, wie seine Witwe Heike Köfer am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. 

Köfers Karriere begann vor mehr als 80 Jahren

Als Sohn eines Postkartenverleger-Ehepaares aus dem Prenzlauer Berg am 17. Februar 1921 in Berlin geboren, beginnt er zunächst eine kaufmännische Lehre in der Lokomotivfabrik Orenstein & Koppel in Spandau. Schon nach sechs Monaten bricht er die Lehre ab, um Schauspieler zu werden. Seine Ausbildung macht er am Deutschen Theater in Berlin. 1940 spielt er in einer seiner ersten Bühnenrollen in einem Provinztheater. Dann holt ihn der Krieg, Köfer wird eingezogen, verwundet und gerät später in Gefangenschaft.

Köfer wird zur lebenden Legende

Nach Kriegsende geht er zurück nach Berlin und spielt in Klassikern wie „Iphigenie“, später an der Volksbühne und am Deutschen Theater. Er bleibt im Schauspielgeschäft und wird quasi eine lebende Legende. Am 21. Dezember 1952 ist Köfer der erste Sprecher der Nachrichtensendung „Aktuelle Kamera“ - und er moderiert die letzte Sendung des DDR- Fernsehens nach der Wende. Fünfmal wurde er zu DDR-Zeiten Fernsehliebling der Fernsehzeitung „FF dabei“.

Spielte für Frank Beyer und Hans-Joachim Kasprzik

Als seine größten Erfolge sieht Köfer selbst seine Rollen in den Defa-Filmen „Nackt unter Wölfen“ (1963) von Regisseur Frank Beyer und „Wolf unter Wölfen“ bei dem Hans-Joachim Kasprzik 1964 Regie führte. Populär wird Köfer, der seit 1964 der SED angehörte, aber vor allem durch Fernsehrollen wie den Rentner Paul Schmidt. Den spielt er ab 1977 in der Serie „Rentner haben niemals Zeit“, die in der DDR nahezu jeder kannte. Oder im Film „Der Mann, der nach der Oma kam“ und den „Geschichten übern Gartenzaun“. Nach der Wende bleiben die ganz großen Filmrollen aus, aber Köfer steht weiter vor der Kamera. Er übernimmt mehrfach kleine Rollen und Gastrollen im Fernsehen, zum Beispiel in „Der Landarzt“, „Soko Leipzig“ oder „In aller Freundschaft“.

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„Ich lebe bewusst, habe einen Beruf, der mich erfüllt, und ein Publikum, das, wie mir immer wieder versichert wird, mich nach wie vor gern auf der Bühne und im Fernsehen sieht“, sagte Herbert Köfer in einem Interview der Super Illu im Jahr 2020. Um sich fit zu halten, „radle ich regelmäßig auf dem Hometrainer, mache mein Hanteltraining und verbringe Zeit an der frischen Luft“. Die genoss der Vater von drei Kindern vor allem am brandenburgischen Seddiner See, in Michendorf, wo er mit Heike, seiner dritten Frau, lebte. 

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