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Die Polizei in Brandenburg hat im vergangenen Jahr mehr Straftaten gegen Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung festgestellt.

© Wolfgang Kumm/dpa

Beleidigungen und körperliche Attacken: Mehr Straftaten gegen queere Menschen und Behinderte in Brandenburg

Erfahrungsgemäß wird nur ein kleiner Teil der tatsächlichen Übergriffe den Behörden gemeldet. Das Innenministerium zeigt Wege auf, wie sich das ändern könnte.

Die Polizei in Brandenburg hat im vergangenen Jahr mehr Straftaten gegen Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung und gegen Menschen mit Behinderung registriert als 2021. Die Zahl der gemeldeten Übergriffe auf Schwule, Lesben, Bisexuelle, Transgender und intergeschlechtliche Menschen stieg von 16 auf mindestens 23, wie das Innenministerium in Potsdam auf eine Kleine Anfrage der Landtagsabgeordneten Andrea Johlige (Linke) mitteilte. Die Zahl der Straftaten gegen Menschen mit Behinderung erhöhte sich im Jahresvergleich von drei auf mindestens acht.

Die Straftaten beruhen auf Angaben des „Kriminalpolizeilichen Meldedienstes in Fällen Politisch motivierter Kriminalität“. Erfasst werden die Fälle unter dem Oberbegriff Hasskriminalität.

Zahlen können sich noch erhöhen

Die Zahlen für das vergangene Jahr sind vorläufig, sie können sich wegen Nachmeldungen noch erhöhen. Erfahrungsgemäß wird nur ein kleiner Teil der tatsächlichen Übergriffe den Behörden gemeldet. Laut früheren Erhebungen wird bei den Gewalttaten wegen sexueller Orientierung davon ausgegangen, dass nur etwa jeder dritte Fall zu einer Strafanzeige führt.

Wie das Innenministerium weiter mitteilt, könnte ein Ausbau der Ansprechpersonen in Polizeibehörden, Staatsanwaltschaften und Kommunen sowie eine verstärkte Zusammenarbeit mit Organisationen queerer Menschen helfen, mehr Straftaten anzuzeigen. Im Potsdamer Polizeipräsidium gebe es einen entsprechenden Ansprechpartner, der auch helfe, geeignete Fortbildungsangebote für Polizeibedienstete zu erstellen. Zudem sei er auch mit der queeren Szene in Brandenburg eng vernetzt.

Als queer bezeichnen sich nicht-heterosexuelle Menschen beziehungsweise Menschen, die sich nicht mit dem traditionellen Rollenbild von Mann und Frau oder anderen gesellschaftlichen Normen rund um Geschlecht und Sexualität identifizieren.

Laut der Antwort des Innenressorts zielen verschiedene Initiativen bei der Polizeiausbildung darauf, den Umgang mit Bevölkerungsgruppen unterschiedlicher sozialer Identität und Zuordnung zu trainieren. (dpa)

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