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Bombenentschärfung in Potsdam : Erneut Blindgänger in Potsdam gefunden

Am Donnerstag muss in Potsdam wieder eine Fliegerbombe entschärft werden. 3000 Menschen müssen den 800 Meter großen Sperrkreis verlassen. 

Potsdam im Jahr 2015: Eine entschärfte Bombe liegt an der Fundstelle. Nun soll eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg an diesem Freitag entschärft werden.
Potsdam im Jahr 2015: Eine entschärfte Bombe liegt an der Fundstelle. Nun soll eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem...Foto: Ralf Hirschberger/dpa

Wieder sind es 250 Kilogramm Sprengstoff: Eine britische Fliegerbombe ist am Montag auf dem Gelände des ehemaligen Tramdepots in der Heinrich-Mann-Allee gefunden worden. Das teilte die Stadtverwaltung mit. Im Zuge der normalen Munitionssuche kam der Blindgänger zum Vorschein. Bereits diesen Donnerstag steht der Stadt damit die nächste Bombenentschärfung bevor, 3000 Menschen müssen den 800 Meter großen Sperrkreis verlassen. 

Es ist nicht die erste Entschärfung in diesem Jahr

Erst Anfang Juli und Anfang August hatte ein Sprengmeister  jeweils solche 250-Kilo-Bomben entschärft, damals mussten erst 10 000 und beim zweiten Mal 3000 Menschen ihre Wohnungen verlassen.
Insgesamt ist die gefundene Fliegerbombe der 191. Sprengkörper, der seit 1990 in der Landeshauptstadt entschärft werden muss. In der Statistik werden Fliegerbomben ab 50 Kilogramm erfasst.

Im Sperrkreis, der am Donnerstag eingerichtet wird, befinden sich zwei Pflegeheime, eine Einrichtung des betreuten Wohnens, zwei Kindertagesstätten, das Jugendkulturzentrum Freiland, zwei Friedhöfe, der Kletterpark auf dem Brauhausberg, außerdem die Staatskanzlei sowie die Ministerien und Landesämter und der Bundespolizeistandort am Standort Heinrich-Mann-Allee 103. Die 3000 Bewohner im Sperrkreis müssen ihre Wohnungen am Donnerstag bis 8 Uhr selbstständig verlassen. Während der Sperrung steht das Bürgerhaus Am Schlaatz, Schilfhof 28, als Aufenthaltsort für Betroffene zur Verfügung. 

Der Sperrkreis

Von den Sperrungen betroffen sind die Teltower und die Templiner Vorstadt zwischen Friedrich-List-Straße, Nuthestraße, Horstweg und Albert-Einstein-Straße. Die Heinrich-Mann-Allee ist zwischen Brauhausberg und Horstweg gesperrt, die Friedrich-Engels-Straße zwischen Leipziger Dreieck und Nuthestraße. Autofahrer werden gebeten, das Gebiet weiträumig zu umfahren. Der Hauptbahnhof, die Humboldtbrücke, die Lange Brücke und die Nuthestraße bleiben für Autofahrer passierbar, ebenso die Albert-Einstein-Straße und die Zufahrt zum Wissenschaftspark. Sowohl die Friedrich-List-Straße als auch der Horstweg sind nicht von der Sperrung betroffen. Die Nuthe ist für Wassertouristen ab Horstweg gesperrt. Ein Teil der Gleisanlagen befindet sich im Sperrkreis, sodass während der Entschärfung zwischen S-Bahnhof Babelsberg und Hauptbahnhof keine S-Bahnen und keine Regionalbahnen fahren. Die S-Bahnen starten und enden während der Entschärfung am S-Bahnhof Babelsberg, der Regionalverkehr wird über Potsdam-Golm und Berlin-Spandau umgeleitet.

Von den Sperrungen betroffen sind die Straßenbahnlinien 91, 92, 93, 96 und 98 ab Potsdam Hauptbahnhof in Richtung Süden sowie die Buslinien 690, X1, 601, 611, 619 und 750. Ab 8 Uhr fahren diese Linien vom Hauptbahnhof ohne Halt durch bis zum nächsten Haltepunkt außerhalb des Sperrkreises. Die Bahnen fahren also ab 8 Uhr ohne Stopp zwischen Hauptbahnhof und Waldstraße/Horstweg. Sobald der Sperrkreis abgesichert ist und der Sprengmeister mit der Entschärfung beginnt, wird der Verkehr auf den Linien komplett unterbrochen. Die Vollsperrungen gelten bis zur offiziellen Entwarnung. 

Bislang hat man in Potsdam allein im Bereich Nuthepark rund sechs Tonnen Munition aus dem Boden geholt. Noch im Juli sagte Sprengmeister Mike Schwitzke den PNN, dass er damit rechne, dass auf dem Areal noch bis zu drei Tonnen weitere Munition im Erdreich lagern.
Etwa 200 Helferinnen und Helfer, unter anderem Mitarbeiter der Stadtverwaltung, der Berufsfeuerwehr, freiwilligen Feuerwehren, Bundespolizei und Polizei sollen am Donnerstag den Sperrkreis räumen und absichern. So wie auch bei der Entschärfung Anfang Juli will die Stadt auch dieses Mal gegen mögliche Störer vorgehen: Wer den Sperrkreis durchbricht oder sich weigert ihn zu verlassen, verstößt gegen die Kampfmittelverordnung für das Land Brandenburg und kann mit bis zu 5000 Euro Bußgeld bestraft werden. Bei vergangenen Entschärfungen sind schon in Einzelfällen solche Strafen verhängt worden. 

Weitere Informationen

Alle Informationen rund um die Entschärfung und den Sperrkreis erteilen die Mitarbeiter der Stadtverwaltung unter Tel.: (0331) 28 91 677 oder Tel.: (0331) 28 91 642. Personen, die nicht selbstständig den Sperrkreis verlassen können, sollen sich frühzeitig bei der Potsdamer Feuerwehr unter Tel.: (0331) 37 01 216 melden, um einen Transport für Donnerstag zu bestellen.
 

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