• Berliner Volksbank baut in Potsdam: Alte Post: Grundstück an Bank verkauft

Berliner Volksbank baut in Potsdam : Alte Post: Grundstück an Bank verkauft

Redlichs Entwurf, ein modernes Zitat der historischen Fassade, soll jetzt umgesetzt werden.

Entwurf. So soll die Alte Post von der Yorckstraße aus aussehen. Repro: Pro Potsdam
Entwurf. So soll die Alte Post von der Yorckstraße aus aussehen. Repro: Pro Potsdam

Innenstadt - Die Alte Post an der Kreuzung von Friedrich-Ebert- und Yorckstraße wird nicht von der Pro Potsdam wiederaufgebaut. Wie das kommunale Wohnungsbauunternehmen am Donnerstag mitteilte, habe sie das Filetgrundstück in der Innenstadt in dieser Woche an ein Kreditinstitut verkauft. Nach PNN-Informationen handelt es sich dabei um die Berliner Volksbank. Zuvor habe die Gesellschafterversammlung nach Kenntnisnahme durch den Hauptausschuss der Stadtverordneten zugestimmt. „Der Kaufpreis deckt den Grundstückswert und nahezu alle bisherigen Aufwendungen der Projektentwicklung“, so Horst Müller-Zinsius, Geschäftsführer der Pro Potsdam. Der Verkauf sei unter der Maßgabe geschehen, dass die Fassade nach dem Entwurf des Potsdamer Architekten Bernd Redlich realisiert werde.

Damit bekommt die jahrelange Auseinandersetzung um den Wiederaufbau der Alten Post eine neue Wendung. Bis 1945 stand auf dem knapp 570 Quadratmeter großen Grundstück die Alte Post, die bei dem Luftangriff auf Potsdam 1945 zerstört wurde. In den 1960er-Jahren entstand an der Stelle ein Wohnhochhaus, das in den unteren Etagen das staatliche Reisebüro der DDR beherbergte – deshalb der Name „Haus des Reisens“. 2009 wurde das Gebäude abgerissen.

Der ursprünglich von der Pro Potsdam favorisierte Entwurf des Architekten Ingo Schümann fand bei Denkmalpflegern und in der Stadtpolitik keinen Gefallen. Stattdessen beschlossen die Stadtverordneten den Wiederaufbau der historischen Fassade. Nachdem sich unter diesen Bedingungen kein Käufer fand, schlug die Pro Potsdam als Kompromiss eine Fassade des Potsdamer Architekturbüros Bernd Redlich als modernes Zitat Ungers vor. Dem stimmten die Stadtverordneten vor einem Jahr zu. Außerdem sollte die Pro Potsdam das Gebäude selbst errichten.

Die Baugenehmigung liege seit März vor, teilte die Pro Potsdam mit. Parallel habe jedoch ein Kreditinstitut angeboten, das Grundstück zu kaufen und das Bauprojekt unverändert fortzusetzen. Der Kaufpreis und die eingesparten Mittel könnten nun für den Bau von Wohnungen verwendet werden, so Müller-Zinsius. Den Kontakt zu dem Kreditinstitut hat der Stadtverordnete und Bauträger Wolfhard Kirsch (Bürgerbündnis) hergestellt. Er freue sich, dass sich eine große Bank niederlasse, so Kirsch. „Ein Schandfleck in der Innenstadt wird nun verschwinden“, sagte Potsdams SPD-Chef Mike Schubert am Freitag den PNN. Seine Partei hatte sich ursprünglich für den originalgetreuen Wiederaufbau eingesetzt. Nun sprach Schubert von einem guten Kompromiss. Marco Zschieck