• Potsdam: Das Angstklima an der Steubenschule ist verschwunden

Aufbruchsstimmung : Das Angstklima an der Steubenschule ist verschwunden

Die Steubenschule stand nicht gut da: Gewalt, Drogen, Klima der Angst - in einem anonymer Brief wurden schwere Vorwürfe erhoben. Jetzt hat sich einiges geändert.

Die Steuben-Gesamtschule in Potsdam.
Die Steuben-Gesamtschule in Potsdam.Foto: Andreas Klaer (Archiv)

Potsdam - Die Vorwürfe im vergangenen Mai wogen schwer: Bedrohungen, Mobbing sowie Sexismus als auch Rassismus prägten eine Angstkultur an der Steuben-Gesamtschule, hieß es damals in einem detaillierten anonymen Brief. Das zuständige Bildungsministerium reagierte mit einem Maßnahmenplan, die Stadt hatte schon zuvor eine geplante Erweiterung abgesagt. Und tatsächlich: Inzwischen scheint sich das Klima an der Schule verbessert zu haben.

Das zumindest teilte jetzt das Ministerium auf PNN-Anfrage mit. „Nach Aussagen der Vertreter der Schule ist eine Entwicklung erkennbar – das Arbeitsklima hat sich verändert, es herrscht Aufbruchsstimmung“, sagte Ministeriumssprecher Ralph Kotsch. Mehrere Faktoren sind anders. Mit Thomas Andrä gibt es einen neuen, kommissarischen Schulleiter, der den lange Jahre an der Spitze stehenden Frank Brandt abgelöst hat – letzterer konnte nach PNN-Informationen aus gesundheitlichen Gründen seinen Posten nicht mehr ausfüllen.

Die Schule war auch wegen der Leistungen in den Fokus geraten: Im vergangenen Schuljahr erreichten beispielsweise die Zehntklässler bei den Zentralprüfungen Deutsch nur einen Schnitt von 3,8, das sind 0,7 Notenpunkte schlechter als der Landesschnitt.

Lehrkräfte, Eltern und Schüler ziehen an einem Strang

Neben einem neuen Kopf an der Spitze sind mehrere Arbeitsgruppen (AG) in der Einrichtung mit aktuell mehr als 600 Schülern gegründet worden. Eine befasst sich laut Sprecher Kotsch zum Beispiel damit, ein modernes Leitbild für die Schule zu erstellen, neue Lernkonzepte zu prüfen und allgemein die Aufgabenplanung zu überarbeiten. Eine andere AG erarbeitet ein Konzept zum gemeinsamen Lernen, bei dem auch Schüler mit Problemen in normalen Klassen unterrichtet werden. Ab Sommer will die Schule an diesem Programm teilnehmen, was auch zusätzliches Personal bedeutet. Zudem würden die vorhandenen Lehrer noch einmal qualifiziert, hieß es. Eine weitere Arbeitsgruppe gibt es zur Migration. „Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler, die als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind, stärker in das Schulleben einzubinden“, sagte Kotsch. Das gesamte Kollegium sei in die Arbeit der Arbeitsgruppen involviert. Im Frühsommer sei eine Konferenz geplant, auf der die bisherige Arbeit der AGs ausgewertet und der Blick auf das neue Schuljahr gerichtet werde, hieß es.

Auch die Außendarstellung der ins Gerede gekommenen Schule soll mit Hilfe einer weiteren Arbeitsgruppe verbessert werden. Dort würden Lehrkräfte, Eltern und Schüler gemeinsam wirken, sagte Kotsch. Unter anderem solle eine zeitgemäße Internetseite erstellt werden. Darüber hinaus unterstütze die Stadt Potsdam als Schulträger auch Maßnahmen, die die Attraktivität der Schule erhöhen, so zum Beispiel Sanierungsarbeiten und Veränderungen der Außenanlagen, wie es hieß. Am Samstag, 19. Januar 2019, findet ab 10 Uhr ein Tag der offenen Tür statt.