• Anti-Raucher-Projekt in Potsdam: Graffitiprojekt gegen Rauchen vor der Schule

Anti-Raucher-Projekt in Potsdam : Graffitiprojekt gegen Rauchen vor der Schule

Kreative Schüler wollen aufmerksamere Raucher: Sie sollen mehr darauf achten, dass Kinder nicht ihren Qualm einatmen müssen.

Victoria Kowsky
Sprühen gegen Qualm: ]Teamleiter Benjamin Bauer (l.) und Fontane-Schüler./ ]
Sprühen gegen Qualm: ]Teamleiter Benjamin Bauer (l.) und Fontane-Schüler./ ]Foto: A. Klaer

Eine Zigarette, die einen Menschen anzündet: Dieses Bild ziert nun den Haupteingang der Theodor-Fontane-Oberschule. Auf der anderen Seite des Eingangs steht „Bitte nicht rauchen“ in verschiedenen Sprachen. Und an einem Nebeneingang der Schule ist über einem bunten, fröhlichen Hintergrund „Rauchfreie Zone“ zu lesen.

Entstanden sind diese Kunstwerke im Graffitiprojekt der Schule. Die Idee dazu war gekommen, da ältere Schüler und Eltern häufig vor der Schule in der Waldstadt II rauchen. Das stört besonders jüngere Schüler, die, wenn sie nach dem Unterricht abgeholt werden, von den Rauchern direkt vor der Schule empfangen werden. „Wir wünschen uns, dass gerade erwachsene Raucher sensibler rauchen“, sagt René Kulke, Schulsozialarbeiter der Schule und Leiter des Projekts. Im Klartext: Raucher sollen besser aufpassen, dass Kinder nicht ihren Qualm einatmen müssen.

Finanziert hat das Projekt die Stadt Potsdam. Und zwei Graffitikünstler und eine Kunstlehrerin haben den Schülern geholfen, ihre Ideen umzusetzen. Benjamin Bauer, einer der Künstler, hat schon bei einigen anderen Projekten mit Schülern zusammengearbeitet. Für ihn ist es wichtig, dass die Schüler sich kreativ ausleben können. In Waldstadt gebe es nämlich keine Wände, an die legal gesprüht werden darf, obwohl in Potsdam recht viele ständen. „Ziel ist es, dass es in jedem Stadtteil legale Wände gibt“, sagt der Potsdamer. Das würde jungen Sprayern die Möglichkeit geben, sich legal auszuprobieren.

Zwölf Schülerinnen und Schüler haben in der vergangenen Woche allein und in Gruppen an dem Graffitiprojekt gearbeitet. Alle konnten ihre Entwürfe einbringen. „Es ist cool, die eigene Skizze an der großen Wand zu sehen“, findet etwa Nikita, dessen Skelett nun am Nebeneingang der Schule eine Zigarette raucht. 

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