• Alternatives Kulturzentrum: Das "Archiv" ist weiter auf Spenden angewiesen

Alternatives Kulturzentrum : Das "Archiv" ist weiter auf Spenden angewiesen

Die Arbeiten an dem Potsdamer Kulturzentrum schreiten voran. Doch noch immer reicht das Geld nicht für die Sanierung des gesamten Gebäudes. 

Das alternative Kulturzentrum "Archiv" wird grundlegend saniert.
Das alternative Kulturzentrum "Archiv" wird grundlegend saniert.Foto: Ottmar Winter

Potsdam - Die Betreiber des alternativen Kulturzentrums „Archiv“ kommen bei der Sanierung ihres Hauses gut voran, sind aber weiterhin auf Spenden angewiesen. Das teilte der Trägerverein Archiv e.V. am Freitag mit. Demnach befinde man sich beim ersten Bauabschnitt der Sanierung der Gebäudehülle im Endspurt. „Wir sind trotz einiger Verzögerungen durch widrige Witterungsbedingungen und gestiegener Baupreise mit dem Fortschritt sehr zufrieden“, wird die zuständige Bauleiterin Carolin Knüttgen zitiert.

Weitgehend fertiggestellt ist demnach das Dach, auch die Arbeiten an der straßenseitigen Fassade würden kurz vor ihrer Vollendung stehen. Die meiste Zeit werde jetzt die Hoffassade beanspruchen, hieß es. Bis Ende Frühjahr 2020 wolle man diesen ersten Abschnitt, bei dem die Arbeiten von vielen ehrenamtlichen Helfern unterstützt werden, abschließen, so der Verein. Er wirbt über das für Spendenaktionen beliebte Internetportal www.betterplace.org um Unterstützung. Auf diese Weise habe man bisher schon 36.000 Euro gesammelt; als Ziel hatte man sich für den traditionsreichen Konzert- und Partyort in der Leipziger Straße 50.000 Euro gesetzt. Unter den Spendern sei neben vielen Privatpersonen „überraschend“ auch die kommunale Bauholding Pro Potsdam, sagte Vereinschef Stefan Hoffmann: „Diese Spende wurde nicht einmal an Bedingungen geknüpft.“ Ferner habe man bei Veranstaltungen weitere 6000 Euro sammeln können: „Jeder Euro zählt“.

Auf Facebook wird über den Baufortschritt informiert

Für die Weihnachtszeit hat der Verein nun einen Archiv-Adventskalender über die hauseigene Facebook-Seite gestartet. „Hier informieren wir täglich zu aktuellen Fortschritten auf der Baustelle, über Veranstaltungen und von neckischen Anekdoten über das Archiv und seine Geschichte.“

Das Kulturhaus, seit Jahren einer der wichtigsten Treffpunkten für Alternativkultur in Potsdam, existiert seit 1994. Damals wurde es erst besetzt und später legalisiert, über die Jahre jedoch marode. Benannt ist es nach dem früher dort untergebrachten DDR-Filmarchiv, im 18. Jahrhundert war es als königliche Hofbrauerei errichtet worden. Mit der Sanierung der Fassade soll auch die Symbolfigur des Hauses, der Schutzpatron Gambrinus, im nächsten Frühjahr zurückkehren. Wie berichtet wurde die Figur im Zuge eines Projektes der Fachhochschule Potsdam restauriert.